Stellungnahme

Echzell sieht Mängel bei  Planung des Rewe-Lagers

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Die Gemeinde Echzell sieht gravierende Mängel bei der Planung des Rewe-Lagers in Wölfersheim.

In der Stellungnahme zur jüngst geendeten Offenlage zur Bauleitplanung „Logistikpark Wölfersheim“ erhebt die Gemeinde Echzell auf drei dicht bedruckten Seiten erhebliche Einwände von Verkehr über Gewässerschutz bis hin zum Landschaftsbild. „Mit der Stellungnahme ist ein Büro für Verwaltungsrecht beauftragt worden“, sagte Bürgermeister Wilfried Mogk (parteilos) auf Anfrage der FR.

Für Echzell steht zudem fest: „Das Beteiligungsverfahren ist fehlerhaft durchgeführt worden.“ Bei der Offenlage fehlten Unterlagen, die laut einer öffentlichen Bekanntmachung der Gemeinde Wölfersheim hätten vorliegen müssen, etwa die Stellungnahmen von Hessen-Mobil, des Versorgungsbetriebs Ovag oder die der Städte Münzenberg und Nidda sowie der Grünen in Echzell. Auch bestünden zum Zielabweichungsverfahren der Regionalversammlung Südhessen im September 2017 „erhebliche rechtliche Bedenken“. Beispielsweise sei eine „ordnungsgemäße Planung von Standortalternativen“ unterlassen worden. Dies sei wegen „schwerwiegender Beeinträchtigung von Umweltbelangen“ nötig. Nicht zuletzt werde gegen den regionalplanerischen Grundsatz verstoßen, „wonach neue Logistikzentren unter weitgehender Minimierung der Verkehrsauswirkung auf Siedlungs- und Erholungsräume sowie von Ortsdurchfahrten angesiedelt werden“.

Einspruch angekündigt

Dass das Rewe-Lager über die K 181 angebunden werde, stelle eine starke Belastung für Echzell dar, sagte Mogk. Das Lager erhöhe den ohnehin schon wachsenden Verkehr zusätzlich um 3500 Fahrzeugbewegungen pro Tag, darunter 1500 Lastwagen. „Eine Zufahrt von der Bundesstraße 455 wurde mit dem Verkehrsgutachten nicht geprüft oder erwähnt“, moniert Mogk.

Echzell fordert nun von Wölfersheim bei der weiteren Bauleitplanung, nicht nur seinen „nachbarschaftlichen Abstimmungspflichten“ nachzukommen. „Es muss eine grundlegende Überarbeitung der Bauleitplanung, nebst erneuter Offenlage bzw. Beteiligung erfolgen“, heißt es. In der Stellungnahme wird davon ausgegangen, dass das Kreisbauamt nach jetzigem Stand keine Genehmigung erteilt. „Falls doch, wird Echzell den Baubeginn juristisch verhindern, bis alle rechtlichen Fragen geklärt sind, bevor Tatsachen geschaffen werden“, sagte Mogk.

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