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In Neu-Isenburg (Kreis Offenbach) gibt es bereits ein Rewe-Lager.

Bürgerinitiative

Wölfersheim: BI sieht Chance im Kampf gegen Rewe-Lager

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Die Bürgerinitiative Bürger für Boden fordert den BUND auf, mit seiner Klage gegen das geplante Rewe-Lager in Berufung zu gehen.

Mit seiner Klage gegen das Rewe-Logistikzentrum im Ortsteil Berstadt nahe der A45 soll der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in die nächste Instanz gehen, fordert die Bürgerinitiative Bürger für Boden. Der BUND hatte vor dem Verwaltungsgericht Gießen gegen die Zielabweichung vom Regionalplan Südhessen geklagt. In der mündlichen Verhandlung am 23. Januar wies das Gericht die Klage ab: Der BUND sei in dieser Sache nicht klageberechtigt, weil keine umweltrechtliche Belange tangiere werden. Das Gericht ließ jedoch Berufung gegen das Urteil zu.

Die Bürgerinitiative sieht darin einen wichtigen Punkt. Mit dieser Möglichkeit, in die nächste Instanz zu gehen, sei ein wichtiges Teilziel der Klage erreicht. Sie kritisiert an dem Großprojekt vor allem die Überbauung von 30 Hektar Ackerboden höchster Güte, die bundesweit anders kaum vorzufinden sei. Gegen die Bodenbetonierung wehrt sich auch das wegen Rewe gegründete Aktionsbündnis Bodenschutz Wetterau, eine Allianz aus Kirchen, Naturschutz- und Bauernverbänden. Der BUND will zunächst das schriftliche Urteil abwarten.

Zurzeit liegt der Bebauungsplan bei der Gemeindeverwaltung aus, den ebenso Bürger aus Nachbarkommunen bis zum 1. Februar einsehen können. Überdies können noch Vorschläge und Einwände eingereicht werden. Bürgermeister Eike See (SPD) berichtet auf Anfrage, dass aktuell 350 Einwände vorliegen, davon 130 aus Wölfersheim. Nach Ende der Offenlage werden diese gesichtet und voraussichtlich in der Gemeindevertretersitzung am 26. März erörtert und über den Bebauungsplan abgestimmt, so See.

„Die SPD ist einhellig der Meinung, dass das Projekt so durchgeht - wie die meisten der 10 000 Wölfersheimer“, sagt Karl-Ernst Pulkert, bis vor kurzem Fraktionschef. Man habe sich intensiv mit der Rewe-Ansiedlung und den Umweltfolgen beschäftigt. „Es gibt nur Vorteile für die Gemeinde.“ Pulkert zählt wie See die 500 Jobs und die Gewerbesteuereinnahmen auf, die die Wölfersheimer etwa bei den Gebühren entlasten würden. Wie viel Geld es von Rewe geben wird, wisse er nicht. Bürgermeister See schweigt dazu.

Die zweitgrößte Fraktion, die CDU, werde bei dem 650 Meter langen und 36 Meter hohen Lager mit allein 1500 Laster-Bewegungen am Tag ebenfalls „nicht umfallen“, so Parteichef Manfred Stoll - auch wenn es aus Sicht der CDU in der Gemeinde einen besseren Standort mit schlechterem Boden gegeben hätte.

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