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Die 11-jährige Miriam Braun reitet die Jersey-Kuh Miriam.
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Die 11-jährige Miriam Braun reitet die Jersey-Kuh Miriam.

Niddatal

Da wird die Kuh zum Pferd

Miriam Braun aus Assenheim bildet seit zwei Jahren ein Jersey-Rind aus - rückwärtslaufen kann es schon und auch bei Tierschauen machen Kind und Kuh eine prima Figur.

Von Bente Krämer

"Am Anfang finden es die meisten schon seltsam“, erzählt die elfjährige Miriam schüchtern, wenn man sich nach den Reaktionen ihrer Freunde erkundigt. Ihr Haustier trägt sogar den gleichen Namen wie das Assenheimer Mädchen. Es hat keine vier Pfoten, sondern vier Klauen, denn Miriam ist eine Kuh.

Wenn ihre Freunde Miriam, die Kuh, sehen und mit ihr geschmust haben, seien sie dann aber doch meist ziemlich begeistert, erzählt die Waldorfschülerin. „Ist eben mal was anderes als ein Hund oder eine Katze“, wirft Miriams Schulfreundin Sarah ein.

Miriam, das Mädchen, kennt das Jersey Rind seit es ein Kälbchen war. Ihr erstes gemeinsames Projekt war Laufen lernen. Das muss die Kuh nämlich, fast wie die Topmodels, sicher beherrschen, um später auf Tierschauen mitlaufen zu können. Nach dem vorwärts Laufen, kam das rückwärts Gehen. Das tierische Laufsteg- Training ist härter als man denkt. Die Kühe haben nämlich ihren eigenen Kopf. „Es ist ein richtiges Kräftemessen am Anfang. Aber es ist gut fürs Selbstbewusstsein von Kindern, glaube ich“, sagt Heike Braun, Miriams Mutter. Mittlerweile sind beide Miriams jedoch richtige Profis.

Auch die Rinderschauen haben was vom echten Catwalk. Die Kühe werden hier gewaschen, gekämmt und zurecht gemacht. Die Frisur wird geföhnt und gelegt. Die Klauen werden gereinigt und gefeilt. Schwierig wird die Sache dadurch, dass die Kühe im Durchschnitt nur zwei Stunden schlafen. „Vor der letzten Tierschau mussten wir die ganze Zeit wach bleiben, denn jedes Mal, wenn die Kuh musste, mussten wir sie erneut waschen“, erzählt Heike Braun.

Modelmaße hat Miriam auch. Mit einem Durchschnittsgewicht von 400 bis 450 Kilogramm, bei einer Größe von rund 1,23 Meter sind die Jersey-Kühe die Grazien unter den Rindern.

Neben den äußerlichen Vorzügen, die ihr letztes Jahr im Herbst sogar den fünften Platz auf der Rinderschau in Alsfeld bescherten, hat die Kuh Miriam aber auch ein tolles Wesen. Sie schmust gerne stundenlang und ist sehr zahm und ruhig. Miriam kann auf ihrer Kuh sogar reiten.

Mittlerweile ist Miriam, die Kuh, auch Mama geworden. Ihr acht Wochen altes Kälbchen hat noch keine Namen und Miriam, das Mädchen, ist fleißig auf der Suche. Einzige Vorgabe: mit M muss er beginnen.

Bevor Miriam weiter ausgebildet wird, muss sie sich „nun erstmal ihr Futter im Stall verdienen“, sagt Dietmar Wyschka, der Besitzer des Hofes, auf dem die Kuh lebt. Das wird ihr nicht schwer fallen. Als Jersey-Kuh verfügt sie über besonders nährreiche Milch mit viel Fett und Eiweiß. Jährlich produziert sie davon etwa 5000 Kilogramm. Jersey Rinder stammen von der britischen Kanalinsel Jersey. Sie kennen das kalte und nasse Wetter. „Die haben es lieber mal 15 Grad zu kalt als zu warm, berichtet Wyschka. Er ist mit seinen fünf Kühen, vier Jungrindern und zwei Kälbern einer der wenigen Landwirte im Wetteraukreis, die die Inselkühe beherbergen.

Mit Miri, der Mutter von Kuh Miriam, fing alles an. Dietmar Wyschka war vor vier Jahren auf der Suche nach Kindern gewesen, die Jungrinder auf einer Schau führen. Miriam war sofort begeistert und war von dem Moment an auf die Kuh gekommen. Das Mädchen musste gar nicht lang zu Hause betteln, bis die Mutter sich einverstanden zeigte. „Ich finde Kühe toll, die sind mir lieber als Pferde, weil sie irgendwie zuverlässiger sind“, sagt Mutter Heike.

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