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Einen Windpark wie hier bei Altentreptow, Mecklenburg-Vorpommern, wird es in Winterstein nicht geben. Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat den Betrieb von vier Windrädern in Nieder-Erlenbach untersagt.
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Einen Windpark wie hier bei Altentreptow, Mecklenburg-Vorpommern, wird es in Winterstein nicht geben. Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat den Betrieb von vier Windrädern in Nieder-Erlenbach untersagt.

Friedberg

Wirbel um Winterstein

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Bürgermeister Michael Keller lässt die Planungen für den Windpark vorläufig ruhen. Das Verwaltungsgericht hatte den Bau von Windrädern in Nieder-Erlenbach untersagt. Die MiEG glaubt allerdings nicht an die Bestandskraft des Richtspruchs.

Bürgermeister Michael Keller (SPD) will die Planungen für einen Windpark auf dem nordöstlich von Friedberg gelegenen Winterstein vorläufig ruhen lassen. Das sagte er der FR. Hintergrund ist das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt von vergangener Woche, das den Betrieb von vier Windrädern in Nieder-Erlenbach untersagt hat.

Nach Auffassung der Richter könnten diese die Navigationsanlage der Deutschen Flugsicherung (DFS) stören. Damit folgte das Gericht der Auffassung der DFS, die für Windräder einen Abstand von 15 Kilometern zu ihren Funkfeuern fordert. Der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main hält einen Radius von drei Kilometern für ausreichend.

In diesem Radius um das Funkfeuer in Nidderau-Erbstadt würden sich auch die Windkraftanlagen auf dem Winterstein befinden. Man müsse nun abwarten, ob das Windenergie-Unternehmen Abo-Wind Einspruch gegen das Urteil einlege. Im Augenblick sei fragwürdig, ob es Sinn habe, weiter zu planen, so Keller. Er plädiere dafür, auf Urteile höherer Instanzen zu warten.

Die Oberhessischen Versorgungsbetriebe (Ovag) hatten der Stadt bereits Mitte vergangenen Jahres angeboten, einen Windpark mit sechs Anlagen in dem rund 274 Hektar großen Waldgebiet zu errichten. Dabei geht es auch um die Frage, ob sich die Stadt oder die Stadtwerke als Eigenbetrieb an mehreren Windrädern beteiligen. In diesem Fall ist laut einem Gutachten eine europaweite Ausschreibung nötig.

„Die Friedberger Grünen schlagen vor, sich an zwei bis drei Windrädern mit einem Mehrheitsanteil zu beteiligen“, sagt deren Fraktionschef Florian Uebelacker. An den restlichen könnte die Stadt durch eine Pacht partizipieren. Dies seien jährlich rund 30 000 Euro pro Windrad, so Uebelacker.

Grüne für Ausschreibung

Anders als Rathauschef Keller fordern die Grünen trotz des Gerichtsurteils, zügig eine Ausschreibung auf den Weg zu bringen, welche einen Windpark mit sechs Anlagen der Drei-Mega-Watt-Klasse vorsieht. Das finanzielle Risiko für die Stadt sei überschaubar. Zudem könne man in der Ausschreibung vermerken, dass die Funkfeuer-Frage noch nicht geklärt sei.

Das Regierungspräsidium könne bei jedem Windrad einzeln abwägen, ob es den Bau genehmige. Die Ovag sei sofort bereit, dieses Risiko einzugehen, versichert Uebelacker. Man müsse jetzt „auf’s Tempo drücken“, weil die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom sinke.

Unterstützung erhält der Fraktionsvorsitzende vom Vorstand der Mittelhessischen Energiegenossenschaft (MiEG), Diethardt Stamm. Das Urteil des Verwaltungsgerichts, so glaubt Stamm, sei in einem Jahr wieder „kassiert“. Es gebe mehrere Beschlüsse in zweiter Instanz, „da ist die Welt genau anders herum“. Wenn es bestehen bliebe, könnten in der südlichen Wetterau keine Windkraftanlagen mehr gebaut werden. Auch die MiEG will sich in Zusammenarbeit mit der Ovag an einem Windpark auf dem Winterstein zu beteiligen.

Der Regionalverband hatte das Areal im Entwurf für den Sachlichen Teilplan Erneuerbare Energien als mögliches Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen.

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