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Den Traum vom Café Sweet Budapest hat sich Robert Sommer anders vorgestellt. Er kapituliert jetzt.
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Den Traum vom Café Sweet Budapest hat sich Robert Sommer anders vorgestellt. Er kapituliert jetzt.

Bad Vilbel Neue Mitte

„Wir leiden alle“

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Geschäftsleute in den Randlagen profitieren kaum von der Neuen Mitte. Erste Geschäfte schließen.

Gut ein Jahr nach der Eröffnung der Läden und Gastronomie um den Niddaplatz sehen sich vor allem die Befürworter unter den Politikern bestätigt: Die Neue Mitte kommt bei den Leuten an. Doch einige Meter jenseits des Platzes scheint das Geschäftsleben zu welken. Auch der Gewerbering beobachtet diese Entwicklung mit Sorge.

Im Café Sweet Budapest herrscht Ruhe bei gefälliger Musik. Bis vor neun Monaten waren die Stühle an den Tischen mit Naturholzplatte zur Mittagszeit gut besetzt. „Bis dahin lief das Café besser, als wir es uns im Businessplan ausgerechnet hatten“, sagt Robert Sommer. Er ist der vierte Pächter des Lokals, das zuvor unter dem Namen Café Chocolate firmierte.

Pachtvertrag gekündigt

Natürliche habe er die Passagenlage ohne Außensitz an der Frankfurter Straße in seine Überlegungen einbezogen, ebenso wie das Café in der Bibliothek, so der Gastronom mit ungarischen Wurzeln. Doch dass das Geschäft außer an Sonntagen so an ihm vorbei gehen würde, damit hatte der Bäckermeister nicht gerechnet. Am Montag hat er kapituliert und den Pachtvertrag gekündigt. Voraussichtlich bis Jahresende wird er noch Kuchen und andere Speisen anbieten.

Ende März hat unweit von Sommer die Brasserie Phil Bell dicht gemacht – vorübergehend wegen Renovierung, wie es auf Schildern an den Scheiben steht. Doch außer Stühlen, die auf die Tische gestellt worden sind, ist seitdem nichts Sichtbares geschehen. Telefonisch ist der Betreiber nicht zu erreichen. Auf der Internetseite gibt es keine Hinweise auf den aktuellen Zustand. Eine Sanierung stehe in der Tat an, und dann solle es einen neuen Pächter geben, heißt es aus verschiedenen Quellen.

„Nein, mit der Neuen Mitte habe die Rabattaktion nichts zu, die haben wir wegen des 56-jährigen Bestehens“, erklärt Klaus-Jürgen Schleenbäcker die großen Aufkleber an seinen Schaufenstern. Durch den Niddaplatz seien jetzt mehr Leute in der Stadt. Aber dennoch muss auch er feststellen: „Wir leiden.“ Für den Fachhandel an den Enden der Frankfurter Straße sei es schwieriger geworden. Es habe mit der Baustelle zur Neuen Mitte begonnen. Kunden, die seitdem ferngeblieben seien, würden auch jetzt fernbleiben.

SPD: Erhofften Belebung blieb aus

Das einst für Haushaltswaren und -geräte sowie Deko-Artikel bekannte Geschäft hat sich wegen der absehbaren Entwicklung auf Spielwaren spezialisiert. „Ich wusste, dass die Drogerie Müller auch Spielwaren führen wird, aber bei der Eröffnung war ich doch überrascht in welchem Umfang“, so der Vilbeler.

Die Ladenleerstände jenseits des Niddaplatzes – auch auf dem neu bebauten Ströbel-Areal – sind für die SPD ein Indiz, dass die Neue Mitte doch nicht zur erhofften Belebung der Innenstadt beigetragen habe, heißt es in einer Mitteilung. Die drei Läden auf dem Ströbel-Gelände sollen jedoch noch im Sommer bezogen werden, hieß es auf Nachfrage beim beauftragten Immobilienbüro. Hochwertige Bekleidung, Fitness und Sanitätsartikel sollen dort angeboten werden.

„Es ist mehr Publikum in der Frankfurter Straße unterwegs“, bemerkt Monika Delazer, Besitzerin eines Sportfachgeschäftes und Vorsitzende des Gewerberings. Von Mitgliedern habe sie erfahren, dass es in den Randlagen dennoch ruhiger geworden sei. „Über die Situation machen wir uns Gedanken, aber wir sind kein Marketingverein“, sagt Delazer über die begrenzten Möglichkeiten.

Dafür reiche auch das Budget nicht. Der Mitgliedsbeitrag reiche für das Straßenfest und die Werbung zu den Verkaufssonntagen. Überdies schlössen sich immer weniger Ladenbesitzer dem Verein an. Von den neuen Geschäften seien nur Esprit und Marc O‘ Polo beigetreten, so Delazer.

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