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Die Filiale der genossenschaftlichen Volksbank Mittelhessen in Groß-Karben.
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Die Filiale der genossenschaftlichen Volksbank Mittelhessen in Groß-Karben.

Interview Volksbank-Vorstand

„Wir gehören unseren Kunden“

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Während die Detusche Bank in einer Krise steckt, steht die Volksbank gut da. Der Volksbank-Vorstand Peter Hanker spricht im Interview über die "Rückbesinnung auf das gute alte Raiffeisen", genossenschaftliche Banken und die Finanzkrise.

Während die Detusche Bank in einer Krise steckt, steht die Volksbank gut da. Der Volksbank-Vorstand Peter Hanker spricht im Interview über die "Rückbesinnung auf das gute alte Raiffeisen", genossenschaftliche Banken und die Finanzkrise.

Herr Hanker, die Deutsche Bank steckt tief in der Krise. Die Volksbank Frankfurt und die Volksbank Mittelhessen hingegen stehen gut da. Ist es eine gute Zeit für lokal verankerte Geldinstitute?

Ja. Das gilt vor allem für die Volks- und Raiffeisenbanken, die ein genossenschaftliches Geschäftsmodell haben. Das hat in den vergangenen Jahren eine Renaissance erfahren.

Warum?

Das liegt vor allem daran, dass die Menschen uns vertrauen. Während der Finanzkrise hat das Vertrauen in die Großbanken gelitten. Es gibt ein Rückbesinnen auf den guten alten Raiffeisen: Das Geld des Dorfes dem Dorfe! Menschen investieren wieder gerne lokal.

Ist die Volksbank also Profiteur der Wirtschaftskrise?

Nein. Das kann man nicht sagen. Auch uns hat die Krise getroffen.

Aber das Interesse an Ihrem Geschäftsmodell hat zugenommen?

Ja, auf jeden Fall. Und zwar aus zwei Gründen. Zum einen gibt es eine Renaissance des Mittelstands. Außerdem haben sich viele Sparer darauf besonnen, Geld sicher und regional auch teilweise für weniger Zinsen anzulegen.

In diesem Jahr schüttet die Volksbank Mittelhessen eine Dividende von sieben Prozent an ihre Mitglieder aus.

Ja. Sieben Prozent sind Spitze. Wir wollen das durchhalten, weil wir der Überzeugung sind, dass die Mitglieder vom Erfolg profitieren sollen.


Sie werden in den kommenden Wochen in 39 Versammlungen Ihren Mitgliedern vor Ort berichten, wie es um die Bank steht.

Wir werden vor Ort unseren Mitgliedern Rechenschaft ablegen. Wir gehören den Kunden. Und wir vertreten die Interessen der Kunden. Das unterscheidet uns auch von den Großbanken. Die Forderung der Aktionäre nach einer höheren Rendite steht dem Interesse der Kunden oft völlig entgegen.

Sind alle Kunden auch Mitglieder der Genossenschaft?

Nein. Aber wir haben eine gute Mitgliederquote. Von den rund 340 000 Privatkunden sind fast 188 000 Mitglieder der Genossenschaft, also mehr als 55 Prozent.

Wer entscheidet sich für eine Mitgliedschaft?

Das zieht sich durch alle Einkommens- und Bevölkerungsschichten. Man kann bei uns schon eine Einlage ab 25 Euro bekommen. Auch dafür gibt es schon die sieben Prozent Dividende. Die Mitgliedschaft müssen wir nicht aktiv verkaufen. Aber manche Menschen sind einfach nicht daran interessiert.

Wie erleben Sie die Mitglieder auf den Versammlungen?

Ich erlebe sie vor allem dankbar und stolz. Sie haben viele Fragen und geben uns Hinweise. In manchen Belangen wollen sie auch mitbestimmen.

Was bedeuten diese Termine für Sie persönlich?

Ich selbst werde dieses Jahr bei elf der 39 Veranstaltungen präsent sein. Und ich freue mich darauf. Das liegt auch daran, dass wir gute Zahlen zu verkünden haben – das ist ja keine Selbstverständlichkeit für Banker. Außerdem bin ich neugierig darauf, was die Leute so denken.


Ihre Bank hat 2013 einen Gewinn von 82 Millionen Euro gemacht. Was lief gut?

Wir führen das auf den Fleiß der vergangenen Jahre zurück. Positiv haben sich aber auch die niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre ausgewirkt. Gewachsen sind wir vor allem im mittelständischen Kreditgeschäft und im Immobiliengeschäft.

Ihre Volksbank ist die drittgrößte Deutschlands. Wie kam das?

Das schreibe ich mir auf die Fahnen. Als ich im Jahr 2000 in den Vorstand der Volksbank Gießen kam, hatte ich das Ziel, sie zu einer starken Volksbank nördlich des Rhein-Main-Gebiets zu machen. Seit 2003 gab es zehn Fusionen. Wichtig für die Entstehung der Volksbank Mittelhessen waren vor allem die mit den Volksbanken Wetterau, Marburg und Wetzlar.

Interview: Claudia Isabel Rittel

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