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Wetterau

Windräder auf dem Winterstein geplant

Koblenzer Unternehmen will sechs Anlagen bauen / Kommunen nicht informiert.

Wir waren schon überrascht“, sagt der Friedberger Bürgermeister Michael Keller (SPD) und spricht damit auch für seinen Rosbacher Amtskollegen Thomas Alber (parteilos). Die Futura-Windenergie der Koblenzer Futura Holding AG plant auf dem Winterstein zwischen den beiden Kommunen einen Windkraftpark mit sechs Anlagen, ohne vorab die Anliegerkommunen informiert zu haben. Bis zum Freitag sei diese Information im Rathaus nicht eingegangen, so Keller. Derweil liegt jedoch ein Antrag des Unternehmens zur Prüfung beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt.

Von der Futura war am Freitag niemand zu erreichen, der Presseauskunft hätte geben können. Laut RP hat die Futura schon Nutzungsverträge für vier Flächen auf Ockstädter Gemarkung und zwei auf Ober-Rosbacher Gebiet abgeschlossen. Die Besitzer der Flächen sind dem RP nicht bekannt. Ob die Anlagen gebaut werden können, deren Genehmigung aktuell lediglich nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erfolgt, hängt auch von der Betrachtung der Deutschen Flugsicherung (DFS) ab. „Die Windkraftanlagen würden deutlich im Schutzbereich des Bönstädter Funkfeuers liegen“, sagt Bürgermeister Keller.

„Bei uns ist noch keine Anfrage eingegangen“, sagt Kristina Kelek, Pressesprecherin bei der DFS. Ohnehin käme die nicht direkt vom RP, sondern vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, heißt es. Die Bundesbehörde würde die Flugsicherung zu einer Stellungnahme in Form eines Gutachtens auffordern. „In letzter Zeit muss die DFS immer mehr Gutachten wegen geplanter Windkraftanlagen anfertigen.“

Flugsicherheit besitzt Priorität

Generell gelte, dass die Flugsicherheit die allerhöchste Priorität besitze und deshalb für Funkfeuer ein Anlagenschutz mit einem Radius von 15 Kilometer bestehe, so Kelek. Allerdings: „Funkfeuer verkraften ein gewisses Störpotenzial.“ Inwieweit dies allein mit den Anlagen auf dem Winterstein überschritten wird, steht laut Kelek derzeit nicht fest. Auch müsse bei einer Prüfung das Umfeld einbezogen werden. Das heißt, die bestehenden Anlagen.

Die Friedberger Stadtregierung werde sich gegen eine Bebauung des Wintersteins aussprechen, bemerkt Bürgermeister Keller. Die Flächen spielten für das Erneuerbare-Energien-Gesetz keine Rolle, sie seien aus dem Entwurf des Regionalverbands für Windvorranggebiete herausgenommen worden. Der Entwurf wird voraussichtlich im Oktober von der Verbandskammer verabschiedet und könnte 2017 in Kraft treten. Ob dies ein vielleicht bis dahin angelaufenes Genehmigungsverfahren für den Winterstein durch das Regierungspräsidium zu Fall bringt, ist derzeit offen. (sun)

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