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Thomas Wolfheimer (l.) und Konstantin Maier
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Thomas Wolfheimer (l.) und Konstantin Maier

Bad Nauheim

Wikipedia auf öko

Zwei Waldorfschüler aus Bad Nauheim entwickeln nach dem Vorbild von Wikipedia eine Website für bewusste Verbraucher. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht.

Von Jana Tempelmeyer

Nachhaltiger und bewusster Konsum liegt Thomas Wolfheimer und Konstantin Maier am Herzen. Deshalb haben die beiden – sie besuchen die 13. Klasse – eine Website nach dem Vorbild von Wikipedia entwickelt: „Jeden Tag entscheiden wir uns für oder gegen bestimmte Produkte. Damit wir wissen, was wir kaufen, planen wir eine Website mit Informationen zu jedem Produkt. Das schafft die Basis für verantwortungsvollen Konsum, “ schreiben sie in ihrem Konzeptentwurf.

„Condera“ soll die Seite heißen, eine Zusammensetzung aus den spanischen Wörtern für Wissen (conocimiento) und nachhaltig (duradero). Den Schülern war es wichtig, dass es kein Kunstwort ist, sondern auch eine tiefer gehende Bedeutung hat.

Auf die Idee kamen Konstantin und Thomas durch den bundesweiten Schülerwettbewerb Naturpur-Award. Der richtet sich an Jugendliche der Jahrgangsstufen 7 bis 13 und an Berufsschüler, die sich für umweltpolitische Themen und Klimaschutz interessieren. Seit 2003 schreibt der südhessische Energieversorger Heag jährlich den Award aus, als Hauptpreis winken 1000 Euro.

Thomas und Konstantin sind ganz nah am Preis. Sie gehören im Finale zu den fünf nominierten Teilnehmern. Insgesamt hatten sich 1300 Jugendliche mit insgesamt 88 Beiträgen für den Award beworben.

Das Interesse an dem Thema sei aber schon vor dem Wettbewerb da gewesen, erklärt Thomas Wolfheimer. Die Freunde unterhalten sich oft über wirtschaftliche Themen und Umweltschutz und sehen in dem Konsum von Produkten oft weitreichende Folgen. „Wir wollen die Menschen handlungsfähiger machen“, erklärt Konstantin Maier. Mit dem Kauf von Produkten bestimmten Konsumenten die Wirtschaft mit, eine „Demokratisierung der Märkte“ sei ein primäres Ziel der Konsum-Plattform.

Der Vorteil ihrer Website sei, dass jeder Nutzer seinen Einfluss geltend machen könne und Einträge, nach dem Vorbild von Wikipedia, selbst vornehmen könne. Die Qualität der Seite setzt eine hohe Anzahl von Nutzern voraus, da so eine stärkere Selbstkontrolle gewährleistet werden kann und falsche Einträge umgehend gelöscht werden. Um die Seite bekannt zu machen, wollen die angehenden Abiturienten insbesondere die sozialen Netzwerke für ihr Vorgehen nutzen. „Dort trifft man sehr viele Leute an, und die Verbreitung geht sehr schnell“, erklärt der 19-jährige Konstantin.

Im September 2010 hatten die Waldorfschüler von dem Wettbewerb gehört. Sogleich machten sie sich ans Werk. Das Konzept stand bereits nach vier Wochen. Im Februar wird eine siebenköpfige Jury die Sieger küren, die Beiträge werden in der Abschlussveranstaltung in der Centralstation in Darmstadt vorgestellt. Falls die beiden zu den Preisträgern gehören sollten, wollen sie den Gewinn möglicherweise in die Umsetzung des Konzepts investieren.

Ein fernes Ziel sei, aus „Condera“ eine internationale Website zu machen, sagen sie. Deshalb soll es die Plattform in verschiedenen Sprachen geben. Das bewusstere Konsumverhalten soll durch die internationale Vernetzung schneller vorangetrieben werden.

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