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Neben den Wegen gibt es tiefe Fahrzeugspuren im Park.
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Neben den Wegen gibt es tiefe Fahrzeugspuren im Park.

Bad Vilbel

Wieder Schäden durch Eisbahn

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Trotz der Auflagen für die Eisbahn hat der Kurpark auch in der zweiten Saison unter dem winterlichen Vergnügen gelitten. Nun wird wieder darüber diskutiert, wie weit der Park belastet werden darf. Klarheit wird eine Regelung schaffen, doch die wird wohl erst im Sommer vorliegen.

Rund zweieinhalb Monate ist es her, dass die Eisbahn im Kurpark abgebaut wurde. Krokusse, Schneeglöckchen und andere Frühblüher strecken ihre bunten Blüten den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres entgegen. Die Natur holt sich den Kurpark zurück. An manchen Ecken hat die Stadt neue Blumen gepflanzt.

Wer etwas genauer neben die blühenden Blumenrabatte schaut, sieht auch andere Spuren: An mehreren Stellen gibt es nur noch Erde und kein Gras mehr, an mindestens einer Stelle gibt es einen bis zu zehn Zentimeter tiefen Eindruck in der Wiese, der offensichtlich durch eine schwere eckige Last zustande gekommen ist und neben dem mit Kopfsteinen gepflasterten Wegen gibt es an mehreren Stellen tiefe Abdrücke von Reifenprofilen.

Wer soll sich anpassen?

„Die Schäden sind geringer als vergangenes Jahr“, sagt Peter Paul vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Bad Vilbel, der mit anderen Naturschützern im vergangenen Jahr Alarm geschlagen hatte, als die Auswirkungen der ersten Eisbahn-Saison sichtbar wurden. Grund dafür sind Auflagen, die die Untere Denkmalschutzbehörde für die Genehmigung gemacht hat – wie etwa dem Verlegen von Paletten unter der Eisbahn.

Laut einem Pressebericht hat die Firma Hassia, die die Bahn betreibt, wegen der Auflagen Kosten von etwa 20 000 Euro. Für die Miete des Kurparks zahlt die Firma nichts.

Kosten für die Arbeiten im Park, mit denen grobe Schäden schon beseitigt wurden, wird wohl die Stadt bezahlen. Neben denen für regelmäßige Arbeiten wie etwa das Pflanzen neuer Blumen trägt die Stadt auch die Koste für die Erneuerung des Wegs von der Ecke Niddastraße/Kurhausvorplatz in den Park hinein. Wie teuer die Erneuerung wird, die laut Stadtsprecher Bastian Zander aus Gründen der Verkehrssicherheit nötig wurde, sei noch nicht bekannt.

Auch wenn die Schäden aber geringer sind, sei die Eisbahn im Kurpark „auf die Dauer nicht tragbar“, meint Paul. Ganz zentral sei bei der Diskussion die Frage: Muss sich die Nutzung an den Park anpassen oder muss sich der Park an die Nutzung anpassen? Derzeit werde die Nutzung an den Park angepasst. Denn zu den sichtbaren Schäden kämen weniger sichtbare hinzu, meint Paul.

Durch die Last verdichte sich der Boden und dadurch werde die Wurzelatmung der Bäume gefährdet. Dadurch könnten schlimmstenfalls auch Bäume sterben. Zwei Bäume, sagt Paul, seien ohnehin schon gefällt worden – vermutlich um den Weg von der Ecke Niddastraße/Kurhausvorplatz in den Park zu verbreitern. Für Paul ist klar: Die Eisbahn ist nicht parkverträglich.

Ganz anderer Meinung ist darüber Hansgeorg Jehner, der sich als Golfplatzbesitzer sehr gut mit dem Thema Rasen auskennt. Er gibt sich überzeugt, dass sich der Kurpark schnell von den Schäden erholen wird. Davon abgesehen ist für ihn aber auch die Priorität klar. Der Kurpark befinde sich mitten in der Stadt. Man könne die Menschen daraus nicht aussperren und die Eisbahn etwa vor das FFH-Gebäude verlegen, das sei zu weit weg.

Dafür sprächen schon die Freude in den Augen viele Kinder, die im Winter die Eisbahn besucht hätten. Selbst wenn 100 Blumen kaputt gingen, sei das Kinderlachen immer noch viel mehr wert, argumentiert er. Er sagt: „Alles muss seine Gebrauchsspuren haben.“ Davon hänge aber nicht die Qualität des Kurparks ab. Außerdem sei die Eisbahn etwas, was viele Leute aus der Stadt finanzierten.

Betreiber geht von dritter Eisbahn-Saison aus

Auch Organisator Mike Roie hat mit Hassia einen Vertrag für drei Jahre. Er rechnet fest damit,dass er die Bahn auch 2015/2016 wieder betreibt. Und hat auch Hoffnung, dass es danach weitergeht – schließlich hat der Schausteller vor dem Engagement in Bad Vilbel hohe Investitionen getätigt und beispielsweise 500 Paar Schlittschuhe und Hütten gekauft.

Ob und wie es mit der Eisbahn im Kurpark weitergeht, wird sich über ein sogenanntes Parkpflegewerk entscheiden, das die Stadt Bad Vilbel derzeit mit der Natur- und Denkmalschutzbehörde entwickelt. Es wird die Nutzung und den Schutz für den Kurpark regeln. Fertig gestellt sein soll es laut Zander bis Sommer. Dann sind die Bedingungen klar, unter denen Veranstaltungen im Kurpark genehmigt werden dürfen.

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