Wölfersheim

Verstärkter Protest gegen Rewe-Lager

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Bürgerinitiative startet Online-Petition gegen 110.000 Quadratmeter großes Lager der Supermarktkette Rewe in Wölfersheim.

Unter dem Titel „Beste Böden brauchen Schutz!“ hat die Bürgerinitiative (BI) Bürger für Boden eine Online-Petition gestartet. Als Ziel nennt die BI, den Druck auf die Verantwortlichen in der Politik und im Handelsunternehmen Rewe Mitte zu erhöhen. Rewe will an der A45 zwischen Berstadt und Echzell 30 Hektar hochwertigen Ackerboden für ein Logistikzentrum überbauen. Das 110 000 Quadratmeter große und rund 650 Meter lange Gebäude soll die bestehenden Läger in Rosbach und Hungen ersetzen.

Die Bürgerinitiative, der unter anderem auch Umweltorganisationen, Bauernverband und Kirchen angehören, notiert zur Online-Petition: „Wir machen darin auf den eklatanten Widerspruch aufmerksam, in den sich das Unternehmen begibt. Einerseits wirbt Rewe mit Slogans wie ‚Frisch aus der Region!‘ und ‚Verantwortung tragen!‘. Andererseits nimmt es die Vernichtung von Ackerland in Kauf, das zu den besten Böden Europas gehört.“ Damit untergrabe das Unternehmen die Glaubwürdigkeit seines Images.

Online-Petition Online-Petition:www.buerger-fuer- boden.org unter „Aktuelles“.

Mit der Petition fordert die Bürgerinitiative aber auch die Glaubwürdigkeit der Politiker im Bundestag ein. Die Politik proklamiere „lautstark Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz“, im konkreten Einzelfall handele sie jedoch anders.

Es sei an der Zeit, dass der Bundestag endlich konkrete Gesetzesvorschläge mache, mit denen die Flächenreduktionsziele umgesetzt würden. Nicht allein die BI verlangt dies. Bereits 2017 hat dies der Sachverständigenrat Umwelt angemahnt. Laut der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie soll bis 2020 die Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungen und Verkehr auf 30 Hektar pro Tag verringert werden. Zurzeit verschwinden 66 Hektar (Stand 2017) pro Tag unter Beton und Asphalt, meldet das Umweltbundesamt.

In dem Baugenehmigungsverfahren für Rewe läuft zurzeit die dritte Offenlage. Die zweite endete im Februar mit rund 2000 Einwendungen gegen das Lager. Zur aktuellen Offenlage ruft die BI erneut die Bürger auf, sich zu beteiligen. Hierzu kann eine Musterstellungnahme mit Option für individuelle Einwände auf der Internetseite der BI abgerufen werden.

„Wir verstehen die erneute Offenlegung als Reaktion auf die bislang geäußerte Kritik durch Bürgerinnen und Bürger sowie durch Fachbehörden“, bemerkt die BI. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte in seiner Stellungnahme zur vorherigen Offenlage erklärt, dass die Pläne etwa in wasserwirtschaftlichen und naturschutzrechtlichen Belangen nachgearbeitet werden müssen, da sie sonst nicht genehmigungsfähig sind. Das ändere aber nichts daran, dass das Vorhaben beste landwirtschaftliche Böden von hohem ökologischen Wert auf unverantwortliche Weise vernichte, so die BI.

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