Wetterau

Wetterau: Ein Highway für das Fahrrad von Frankfurt bis Bad Nauheim

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Der ADFC erarbeitet ein Konzept für einen Schnellweg von Frankfurt bis Bad Nauheim.

Was für Darmstadt, Hanau, den Flughafen und den Hochtaunuskreis möglich ist, soll auch im Wetteraukreis möglich werden. Die ADFC-Ortsverbände Bad Vilbel/Karben und Bad Nauheim/Friedberg feilen derzeit an einem Konzept für einen Radschnellweg (RSW) von Bad Nauheim nach Frankfurt. Die Route zählt zu einem von 42 Korridoren, die eine Landesstudie ausgemacht hat. Ein Kriterium waren 1550 bis 2000 Nutzer am Tag. Nach Ostern soll das Gespräch mit den Zuständigen in den Anliegerkommunen gesucht werden. Eile ist geboten, heißt es vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. Christian Euler, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Bad Vilbel, spricht von einer „historischen Chance“ in den kommenden zwei Jahren. 

„Der Radschnellweg könnte dann Teil des Ausbaus der Main-Weser-Bahn werden“, so Euler. Dies würde die Umsetzung erheblich vereinfachen und beschleunigen, weil die bauliche Planung und Ausführungen für einen Großteil der Strecke in der Hand der Bahn lägen. Den RSW in die Ausbautrasse zu integrieren, stelle keinen besonderen Mehraufwand dar. Neben der neuen Trasse werde die Bahn ohnehin Wirtschafts-, Rettungs- und Revisionswege anlegen, die dann eben nur als RSW gestaltet werden würden. Das reduziere die Baukosten, heißt es. Der ADFC geht von 24 Millionen Euro für einen RSW von Bad Nauheim bis Frankfurt aus. Laut ADFC habe es von der für den Streckenausbau zuständigen Bahn-Tochter DB Netze „sehr positive Rückmeldungen“ gegeben. 

Route führt über Bad Nauheim, Friedberg, Wöllstadt, Karben und Bad Vilbel.

Die Route führt über Bad Nauheim, Friedberg, Wöllstadt, Karben und Bad Vilbel. Auf Frankfurter Gemarkung soll sich der RSW in die nördlichen und östlichen Stadtgebiete auffächern. Zwischen Bad Nauheim und Bad Vilbel gibt es Zubringer etwa von Wölfersheim oder von Nidderau. An Bahnhöfen soll es Fahrradparkhäuser geben, um den Verkehrsmix Fahrrad/Zug zu fördern. 

Das Radwegprojekt „Kurze Wetterau“ biete keine Alternative zum RSW. Es gehe hierbei im Wesentlichen um die Straffung der Niddaroute, damit Pendler nicht jede Flussschleife zu fahren haben. Obendrein fehlen der Strecke Voraussetzungen, die einen RSW ausmachen. Die gibt der „Hessenstandard“ vor, den die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen, der jüngst auch Bad Vilbel beigetreten ist, entwickelt hat. 

Bei entsprechender Infrastruktur ist das Potenzial einer schnellen Radverbindung hoch, so Euler. Dies zeige sich beim Mainradweg, der laut Zählungen werktags von bis zu 5000 Radlern genutzt werde. Auch für den RSW Wetterau stellt der ADFC eine gute Prognose aus, weil der Topographie entlang der Bahntrasse radlerfreundlich sei und auf dem Pedelec mittlerweile Distanzen ohne Schweiß unter den Achseln dahinschmelzen. 

Laut Euler besteht bei dem Projekt die Herausforderung darin, die Anliegerkommunen unter einen Hut zu bringen. In Hessen sei Radwegeplanung und -bau Sache der Städte und Gemeinden. Noch, wie eine Anfrage der FR beim Verkehrsministerium zeigt. „Hessen Mobil wird eine koordinierende Funktion bei der Planung und Realisierung eines hessenweiten überörtlichen Radnetzes übernehmen“, heißt es in der Antwort. Dies und die damit verbundene beschleunigte Realisierung von kreisübergreifenden RSW sei Teil der Koalitionsvereinbarungen, so weiter.

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