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In der Werkstatt in Reichelsheim-Weckesheim liegt der Schwerpunkt auf der Metallverarbeitung.
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In der Werkstatt in Reichelsheim-Weckesheim liegt der Schwerpunkt auf der Metallverarbeitung.

Bad Vilbel

An der Werkbank trotz Handicap

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Die Behindertenhilfe Wetteraukreis wird 40 Jahre alt. In ihren Werkstätten beschäftigt sie mehr als 410 Mitarbeiter. Und nach Aussage ihres Geschäftsführers Reinhold Medebach sind sämtliche Einrichtungen wirtschaftlich gesund.

Eigentlich beginnt die Geschichte der Behindertenhilfe Wetteraukreis (BHW) schon vor dem 2. April 1976, als sich der gleichnamige Verein gründete. Angefangen hat alles für die heutige gemeinnützige GmbH nämlich im Jahr 1970 in einer Souterrain-Wohnung in Friedberg. Dort gründete die Lebenshilfe eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung. 14 Absolventen der Schule für Praktisch Bildbare (Wartbergschule) waren die ersten Mitarbeiter der kleinen Einrichtung, die sich nach und nach erweiterte. 1971 konnten größere Räume angemietet werden, die bis zum Umzug 1980 80 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz boten.

Bereits 1974 hatte man damit begonnen, eine Werkstatt zu planen, die genug behindertengerechte Arbeitsmöglichkeiten schaffen sollte. Zwei Jahre später gründete sich der Verein Behindertenhilfe Wetteraukreis. Er übernahm die Trägerschaft der neuen Werkstätten in Ockstadt, in die 1980 87 Mitarbeiter einzogen. Die Gründung des Vereins vor 40 Jahren feiert die Behindertenhilfe Wetteraukreis 2016 mit mehreren Veranstaltungen. Den Auftakt für geladene Gäste gibt es heute in der Villa Trapp in Friedberg.

Aus der Souterrain-Wohnung ist Beachtliches entstanden. Derzeit beschäftigt die BHW mehr als 410 Mitarbeiter, vor allem in den vier Werkstätten in Friedberg, Hirzenhain, Reichelsheim und Glauburg. Darüber hinaus werden in drei Tagesförderstätten rund 120 Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen betreut. In Reichelsheim soll laut BHW-Geschäftsführer Reinhold Medebach im kommenden Jahr eine weitere Tagesförderstätte für mehr als eine Million Euro neu gebaut werden. „Es gibt Bedarf“, sagt Medebach. In den Tagesförderstätten betreut die BHW Menschen, die (noch) nicht in einer Werkstatt beschäftigt werden können, weil zum Beispiel der Pflegebedarf zu groß ist.

Keine Finanznot

„Alle unsere Einrichtungen sind zu 100 Prozent betriebswirtschaftlich in Ordnung“, betont Medebach. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren wolle man 2016 einen positiven Jahresabschluss erreichen. Die Auftragslage in den Werkstätten sei gut. Allerdings habe die BHW noch die „Dellen“ von vor drei Jahren auszubessern.

2013 war die gemeinnützige Gesellschaft in finanzielle Not geraten, weil drei von ihr geführte Lebensmittel-Läden und ein integratives Hotel, das „Haus am Landgrafenteich“ in Nidda-Bad Salzhausen, hohe Defizite machten, die sich im Jahr auf rund 1,1 Millionen Euro summierten. Das BHW erhielt laut Medebach einen Sanierungskredit. Diesen werde man bis Ende dieses Jahres zurückzahlen. Das Haus am Teich nutzt die BHW mittlerweile anderweitig. Sie hat zwei Stockwerke an den Wetteraukreis vermietet, um Asylbewerber unterzubringen. Zurzeit leben dort auch rund 20 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Weitere Informationen über die BHW gibt es auf www.bhw-wetteraukreis.de. Für Samstag, 7. Mai, 13 bis 16 Uhr, ist in Nidda auf dem Sportgelände an der Gymnasiumstraße ein Inklusions-Fußballturnier geplant.

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