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Wenn der Bus platzt

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Die Schülerdemo vorm Kreistag.
Die Schülerdemo vorm Kreistag. © Renate Hoyer

Der Kreistag befasst sich mit den Problemen beim Schülerverkehr. Und draußen vor der Tür protestieren Schüler, weil sie ganz gern geregelt und nicht eingepfercht zur Schule kommen würden.

Von Bruno Rieb

Einstimmig hat der Kreistag am Mittwoch beschlossen, Runde Tische in den „Brennpunktgebieten“ einzurichten, um dort den Schülerverkehr zu verbessern. Vor Beginn der Sitzung hatten knapp 50 Schüler und Eltern vor dem Kreishaus gegen schlechte Busverbindungen zu den Schulen protestiert. Schulbusse sind überfüllt. Manchmal bleiben Schüler stehen, weil sie nicht mehr in die Busse passen.

Problematisch sind laut Gerhard Salz, schulpolitischer Sprecher der Grünen, die Busse aus Büdingen zur Gesamtschule in Konradsdorf, die Busse von Niddatal und Wöllstadt zu den Schulen in Friedberg, weil sie nicht mehr wie früher nach Friedberg fahren, sondern die Schüler nur noch zur S-Bahn in Wöllstadt bringen, und die Busse zur Karl-Weigand-Schule in Florstadt. In der Wetterau gibt es keine separaten Schulbusse. Der Schülerverkehr ist in den öffentlichen Nahverkehr integriert, für den die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) zuständig ist. Der Kreis sei aber verantwortlich für den Schülerverkehr, betonte Alexander Kartmann (CDU).

Schülerströme beobachten

„An den meisten Schulen klappt die Schülerbeförderung reibungslos“ betonte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Kristina Paulenz. Reibungen gibt es an einzelnen Schulen allerdings auch immer wieder, vor allem dann wenn sich die Schülerströme ändern, wie andere Redner feststellten.

Wenig Hoffnungen setzt der Kreistagsabgeordnete der Freien Wähler und Büdinger Bürgermeister in Runde Tische. In Büdingen gebe es schon längst einen, der habe nichts gebracht. Das Problem sei an Runden Tischen nicht zu lösen, meinte auch Gabi Faulhaber (Linke). Ursache sie die Schulpolitik. Viele Büdinger würden die Gesamtschule Konradsdorf besuchen, weil dort das neunjährige Gymnasium angeboten wird, während das Gymnasium in Büdingen nur das achtjährige hat. Außerdem hätten Bund und Land die Mittel für den öffentlichen Nahverkehr reduziert. Würden zusätzliche Buslinien eingerichtet, müssten andere gekappt werden.

Keine Schnellschüsse

Schuldezernent Helmut Betschel-Pflügel (Grüne) bezeichnete die bisherigen Gremien als „Schulgespräche“. Die Runden Tische würden durch eine andere Zusammensetzung effektiver sein. Die Probleme seien allerdings „nicht im Schnellschuss zu lösen“. „Das braucht Zeit“, sagte er. Die Runden Tische sollen Vorschläge für den Entwurf des neuen Nahverkehrsplans erarbeiten.

Es dürften keine neuen Buslinien versprochen werden, denn die seien nicht bezahlbar, sagte Peter Heidt (FDP). Es reiche schon aus, den Bus von Büdingen nach Konradsdorf einen Schlenker von drei Kilometern nach Rohrbach fahren zu lassen, sagte Salz. Irmtraud Köhler (FW) regte unterschiedliche Anfangszeiten für Grund- und weiterführende Schulen an, weil dann die Busse nicht mehr überfüllt wären.

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