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Ansgar Vortmann und ein Huhn auf dem Dottenfelderhof.
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Ansgar Vortmann und ein Huhn auf dem Dottenfelderhof.

Dottenfelderhof

Wenn Hühner reisen

Der biologisch-dynamische Dottenfelderhof hat einen mobilen Stall für sein Federvieh. Wie der funktioniert, erfahren Groß und Klein bei den regelmäßigen Führungen. Von Monica Bielesch

Von Monica Bielesch

Bereits von der Büdinger Straße aus ist das zwölf Tonnen schwere Ungetüm zu sehen: der mobile Hühnerstall des Dottenfelderhofs gibt rund 600 Hühnern ein Zuhause, momentan auf einer Acker-Brache am Rande des Hofes. Bei einer "Hühnerführung" gab Landwirtschaftsmeister Ansgar Vortmann rund 30 Besuchern Einblicke in die Hühnerhaltung des bio-dynamisch wirtschaftenden Bauernhofs. "Sie werden erfahren, was ein Huhn braucht, um sich rundherum wohlzufühlen", versprach er zu Beginn der 90-Minuten-Führung.

Spannender als Hase und Osterfest war für die Kinder das gackernde Federvieh. Die fünfjährige Sonja wollte am Stall von weißen Hühnern der Rasse ostfriesische Möwen von ihrer Mutter besorgt wissen: "Was passiert, wenn der Fuchs da rein will?" Im festen Hühnerstallgebäude schaute sie neugierig hinter die Klappen, wo sich die Legenester befinden. "Da liegt ein Ei!" vermeldete sie fröhlich.

Unterdessen erklärte Vortmann, was es mit dem Eierlegen der Hühner auf sich hat. Sie brauchen viel Licht, darum wird künstlich ein 14-Stunden-Tag geschaffen. Und sie brauchen ein vollständiges Gelege. Normalerweise würde ein Huhn 14 bis 20 Eier im Jahr legen. "Hier bringen wir es auf rund 270 Eier pro Huhn im Jahr", so Vortmann. So rentiert sich die Hühnerhaltung auch erst ab einer gewissen Anzahl von Tieren. Im Dottenfelderhof werden zurzeit rund 800 Hühner gehalten. Nach 50 Wochen Eierlegen sind die Tiere müde. "Dann werden es Suppenhühner." Die Dottenfelder-Hühner sind schwerer, damit sie mehr Futter fressen, so Vort-mann. Auf der Speisekarte steht ein Gemisch aus Weizen, Mais, Gerste, Leinsamen, Grünmehl - das ist gemahlenes Gras - und Kalk. Weil seit BSE und Vogelgrippe Hühner als Vegetarier gehalten werden müssten, sei es schwer, ihnen genügend Eiweiß zuzuführen. "Hühner sind eigentlich Allesfresser." So oft es geht, werden sie auf frische Weidewiesen gelassen, damit sie dort picken und fressen können. Dieser Auslauf verhindere Stressreaktionen wie Federpicken und Kannibalismus.

Der mobile Hühnerstall ist darum wichtiger Teil der artgerechten Hühnerhaltung. Um den Hühnern regelmäßigen Auslauf auf frischen Wiesen zu gewährleisten, werden die 60 Zentimeter breiten Reifen hydraulisch ausgefahren, das Mobil wird an einen Traktor gekoppelt, und die Hühner gehen auf die Reise. Denn am festen Stall sind die Wiesen schnell abgegrast.

Auch erfuhren die Besucher, dass die Tiere eine Körpertemperatur von 41 Grad, einen rasenden Herzschlag und einen sehr aktiven Stoffwechsel haben. Die Krallen allerdings sind kühl. "Damit sie im Winter nicht in Schnee oder Eis einsinken." Kauen kann das Huhn nicht, dafür hat es einen Kropf und einen Muskelmagen. Vortmann hielt ein Huhn auf dem Arm, und ganz mutig meldete sich die kleine Sonja, als es galt, den Kropf anzufassen. "Das ist ja ganz warm", rief die Fünfjährige und kraulte das braune Tier.

Nächste Führung: 10. April, Hofführung, 11 bis 13 Uhr, Käsereitreppe. Kosten: 3 Euro. www.dottenfelderhof.de

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