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Noch KSG-Heimstätte: der Sportplatz am Hessenring.
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Noch KSG-Heimstätte: der Sportplatz am Hessenring.

Karben

Weiter Streit wegen KSG-Areal

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Der Streit um das KSG-Areal geht weiter. Die Freien Wähler kritisieren Stadtrat Stein, während der Groß-Kärber Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kuhl (SPD) festhält: Der Kaufpreis ist nicht alles.

Es kommt nicht oft vor, dass die SPD in Karben CDU und FDP vor dem eigenen Koalitionspartner, den Freien Wählern (FW), verteidigt. Im Falle des künftigen Baugebietes am Park, wo zurzeit noch die KSG Groß-Karben ihren Rasenplatz hat, ist es aber so. 100 000 Euro mehr oder weniger seien kein „schlagendes Argument“, wenn es städtebaulich nicht passt“, sagt der Groß-Kärber Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kuhl (SPD). Seine Parteifreunde hatten im Stadtparlament mit CDU, FDP, Grünen und Linken für das Konzept des Unternehmens „Wohnkompanie“ zur Bebauung des KSG-Geländes gestimmt. Sie verzichten somit auf 93 500 Euro, die die Rastatter Firma Weisenburger mehr für das Grundstück geboten hatte.

Den genauen Kaufpreis will der Erste Stadtrat Otmar Stein (CDU) nicht nennen. Nur so viel verrät er: Der Preis habe bei den Bietern zwischen 370 und 380 Euro pro Quadratmeter gelegen. Bei dem rund 9200 Quadratmeter großen Gelände bedeutet das einen Kaufpreis um die 3,5 Millionen Euro.

Stein hat einen Verdacht

Für die Mehrheit war es jedoch wichtiger, in der Innenstadt mehr Wohnraum zu schaffen. Mehr als 60 Wohnungen im erfolgreichen „Wohnkompanie“-Konzept stehen 44 Wohneinheiten gegenüber, die Weisenburger vorsah. Es gehe darum, der wachsenden Einwohnerzahl gerecht zu werden, meint CDU-Fraktionschef Mario Beck. Überdies füge sich die Mischung aus Mehrfamilien- und Doppelhäusern gut ins Wohnumfeld, was SPD-Fraktionschef Thomas Görlich genauso sieht.

In der Koalition werden die Misstöne nun lauter, weil die FW sich für den unterlegenen Investor ausgesprochen haben und den anderen Parteien vorwerfen, sie hätten bei der Entscheidung wesentliche Aspekte außer Acht gelassen. Den Vorwurf, die Parteien hätten „erhebliche Bedenken der Anwohner“ ignoriert, weil diese gegen die massivere Bebauung gewesen seien, weist Stein zurück. In zwei Anliegerveranstaltungen hatte die Stadt vier Investorenkonzepte vorgestellt. Die meisten Anwohner sprachen sich für den Weisenburger-Vorschlag mit 29 Reihen- und zwei Mehrfamilienhäusern aus. Etwas weniger Stimmen erhielt die „Wohnkompanie“.

Die Vorhaltungen der FW-Fraktionsvorsitzenden Rosemarie Plewe seien „schlicht unkorrekt“, sagt Stein. Das Votum der Anliegerversammlung sei berücksichtigt worden – als ein Punkt neben anderen wie dem Verkehrs- und Parkplatzkonzept und dem Kaufpreis. Zudem habe die „Wohnkompanie“ beim Kriterium „Erschließung und ruhender Verkehr“ die höchste Punktzahl in der Bewertung durch die Stadt erreicht. Der meiste Verkehr soll über den Hessenring fließen, der kleinere Teil über die Parkstraße.

Für die FW ist das ein kritischer Punkt. So hätten die Anwohner in der Parkstraße die schlechte Einsicht in die Bahnhofstraße bemängelt, berichtet Plewe. Dort sei es schon häufig zu gefährlichen Situationen gekommen. Ortsvorsteher Kuhl hält dieses Argument für nicht zentral. Zwar sei es richtig, dass es an der Ecke Bahnhofstraße/Parkstraße eng sei. Doch solle dort ja weniger Verkehr fließen, wenn die Umgehung Ende 2016 fertig sei.

Schließlich sind laut Kuhl auch die Anwohner uneinig. Beide Konzepte hätten ihre Fürsprecher. Stadtrat Stein mutmaßt: Vielleicht hänge Plewes abweichende Haltung daran, dass sie „direkte Anwohnerin des Sportplatzes ist und damit ihre persönlichen Bedenken über die Mehrheitsmeinung stellt“. Die FW wiesen gestern „die versuchten polarisierenden persönlichen Angriffe auf FW-Mandatsträger entschieden zurück“. Harte Worte. Die Koalition sei, so sehen es CDU als auch die FW, aber nicht in Gefahr.

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