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Kunzmann hofft, dass das Stadtparlament Ende März für eine Bewerbung stimmen wird.
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Kunzmann hofft, dass das Stadtparlament Ende März für eine Bewerbung stimmen wird.

Bad Vilbel

"Wasser wäre ein großes Thema"

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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In Bad Vilbel wird über eine Bewerbung für den Hessentag 2020 diskutiert. Die FR hat mit Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann über den Plan gesprochen.

Herr Kunzmann, die Stadtspitze und die schwarz-gelbe Koalition im Stadtparlament forcieren eine Bewerbung Bad Vilbels als Hessentagsstadt. Bis einschließlich 2019 ist das Landesfest vergeben. Peilen Sie 2020 an?
Ja, ein Jahr später wäre es für Bad Vilbel nicht machbar. Im Mai 2021 ist der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt. Viele Menschen in Bad Vilbel werden in das kirchliche Treffen involviert sein. 14 Tage danach ein Riesenfest zu machen, das würde die Stadt und die örtlichen Organisationen wie die Kirchen überfordern.

Sollte Bad Vilbel Hessentagsstadt werden, welche besondere Note würde die Stadt dem Fest geben?
Es gibt meines Erachtens zwei Leitthemen. Ein Thema wird das Wasser sein. Bad Vilbel hat die Mineralbrunnen, die Heilquellen, Flüsse und Bäche und wird ein Erlebnisbad bekommen. Wasser spielt an vielen Stellen eine Rolle. Nehmen Sie die Kultureinrichtungen wie die Burg, die Alte Mühle, die Kunstausstellung im Burgpark und das Brunnen- und Bädermuseum: Alle liegen am Wasser. Der Fluss ist das Herz unserer Stadt.

Und außerdem …
Die zweite Besonderheit sind die „grünen“ Angebote. Wir haben einen Stadtwald, die Streuobstwiesen, den Kurpark beim Kurhaus und den Burgpark. Wenn sie nun planen, einen klimaneutralen Hessentag zu machen, kann man überlegen, ob ein Teil der nötigen Ausgleichsmaßnahmen nicht in Form eines großen Streuobstwiesenprojektes umgesetzt werden könnte.

2012 gab es schon einmal einen Anlauf für eine Bewerbung für den Hessentag. Der scheiterte, weil SPD, Grüne und Freie Wähler letztlich gegen eine Bewerbung waren. Ihnen war das finanzielle Risiko zu groß. Wird der neue Anlauf Erfolg haben?
Die Chancen stehen besser als vor fünf Jahren. Wir haben diesmal eine sehr intensive Vorbereitung. Dazu gehört eine interfraktionelle Arbeitsgruppe, in der wir unsere Überlegungen vorstellen, uns aber auch anhören, welche Vorstellungen die Fraktionen haben. Wir versuchen Eckpunkte zu setzen, die alle mitgehen können. Außerdem war vor fünf Jahren der Disput über die neue Stadtmitte taufrisch. Die Polarisierung in der Bad Vilbeler Politik und der Bevölkerung war extrem. Das war einer der Stolpersteine.

Diesmal werben sie offensiv um die Gunst der Bevölkerung. Sie wollen die Einwohner einbinden in den Bewerbungsprozess. Wie beteiligen sie die Bürger?
Wir haben damit schon begonnen. Wir hatten vor 14 Tagen eine erste Versammlung mit Vereinsvertretern. Wir wollen frühzeitig Informationen nach draußen geben, was der Hessentag für eine Stadt bedeutet. Bei denen, die das Landesfest noch nie besucht haben, gibt es oft nur vage Vorstellungen von dem, was das für eine Stadt bedeutet. Die Stadt versucht dafür zu werben, dass Bad Vilbel einen zehntägigen Hessentag mit ungefähr 1000 Veranstaltungen stemmen kann.

Können die Einwohner Bad Vilbels in den beiden Infoveranstaltungen Anfang März Wünsche äußern, die in die Gestaltung des Hessentags einfließen?
Die Wünsche Einzelner bei der Gestaltung des Hessentags zu berücksichtigen, ist schwierig. Möglich ist das bis zu einem gewissen Grad aber über Organisationen und Dachverbände, zum Beispiel die Sportvereine über ihre Landesorganisationen. Man muss Menschen gewinnen, die bei einem Hessentag mitwirken und die Idee spannend finden, dass so etwas in der Stadt ist. Aber die Mitwirkung der Bürger hat Grenzen. Das Pflichtprogramm der Hessentage ist vom Land zwar stark ausgedünnt worden. Das ist aber etwas theoretisch. Selbst wenn das Polizeibistro optional ist, wird man daran festhalten. Auch die Bundeswehr wird stets irgendwo vertreten sein.

Könnten die Einwohner nicht Vorschläge zu möglichen Veranstaltungsorten machen?
Gerne, allerdings sind die möglichen Flächen begrenzt. Es macht keinen Sinn, einen Hessentag an die Peripherie der Stadt zu legen. Ein Hessentag wirkt in der Stadt. Da ist gar nicht so viel Manövriermasse vorhanden. Die Landesausstellung hat eine Fläche von 20 000 Quadratmetern. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, wo sie stattfinden kann. Viele Punkte sind einfach determiniert. Wir müssen 15 000 Parkplätze bereitstellen. Hier gilt es, Flächen nah an der B3 zu finden. Außerdem wollen wir einen großen Schwerpunkt auf den ÖPNV setzen.

Wer beschäftigt sich zurzeit mit den ganzen Fragen?
Wir haben Arbeitskreise eingerichtet, die erörtern, was machbar ist und was nicht. Wir prüfen gerade, wie ein Verkehrskonzept aussehen könnte und wie die Stadtverwaltung personell aufgestellt ist. Das ist beispielsweise im Hinblick auf eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat zu Überstunden wichtig. Wir haben einen Arbeitskreis, der sich mit Sicherheitsfragen beschäftigt. Sieben sind es insgesamt, momentan noch verwaltungsintern. Wir prüfen in Rückkopplung mit der interfraktionellen Arbeitsgruppe, aber auch mit dem Land Hessen, woran wir noch arbeiten müssen. Wenn das Stadtparlament für die Bewerbung stimmt, dann müssen wir das Konzept verfeinern. Spätestens dann werden wir die Arbeitskreise punktuell öffnen für Dritte mit Fachwissen, zum Beispiel hinsichtlich Verkehr und Ökologie.

Wann wird das sein?
Unser Stichtag ist klar. Am 28. März würden wir gerne einen Parlamentsbeschluss bekommen. Innerhalb von zwei Monaten wollen wir anschließend die Bewerbung ausarbeiten. Ende Mai ist eine Magistratssitzung, in der sie verabschiedet und auf den Weg gebracht werden könnte.

Wo würde sich ein Hessentag in Bad Vilbel abspielen?
Wir denken an das Areal nördlich der Büdinger Straße. Das ist die Grünfläche, die beim Bad Vilbeler Markt zum Teil als Parkplatz genutzt wird. Von dort würde sich das Festgelände über die Marktfläche, den Burgpark, die Innenstadt bis zum Südbahnhof erstrecken – möglicherweise darüber hinaus. Für den Fall, dass wir eine Hessentags-Arena realisieren wollen, wäre nördlich der L3008 und westlich der B3 Platz. Dort haben Sie zwei Vorteile. Sie haben einen kurzen Weg von der S-Bahn. Und für den Individualverkehr hätten wir an der B3 Parkflächen. Der Umzug muss durch die Frankfurter Straße gehen, die man an anderen Tagen punktuell mit Konzerten beleben könnte.

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