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Das ehemalige Kasernengelände der Ray Barracks.

Wetterau

Warten auf Altlastenstudie

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Die Stadt Friedberg hat noch nicht entschieden, ob sie ihr Vorkaufsrecht für die Ray Barrack nutzen wird. Unterdessen warnt die Linke vor einem Investorenmodell.

Auch im zwölften Jahr nach dem Auszug der US-Armee aus den Ray Barracks wird es mit ziemlicher Sicherheit keinen Spatenstich für eine Nachnutzung des 74 Hektar großen Kasernenareals geben. Offen ist zudem, ob die Stadt von ihrem 2018 beschlossenen Erstzugriffsrecht Gebrauch machen wird. Laut Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) hängt dies nicht zuletzt von einem Altlastengutachten über die Boden- und Gebäudebelastung ab, das die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Noch-Besitzerin erstellen wird.

Die Linke im Stadtparlament warnt hingegen schon jetzt vor einem Investorenmodell, das allein der Bima Vorteile bringen werde, notiert Fraktionschef Sven Wei-berg in einer Mitteilung. Es bestünde dann die Gefahr, dass auf dem Gelände nicht ausreichend Wohnraum zu bezahlbaren Mieten gebaut werde. „Ein erfahrener Investor wird mit der Entwicklung des Geländes vor allen Gewinn machen wollen“, so Wei-berg. Das sei legitim, hätte jedoch zur Folge, dass die Preise für die Baugrundstücke deutlich höher ausfallen würden, so dass sich ein Durchschnittsverdiener dort keine Immobilie leisten könne.

Die Fraktion der Linken sieht bei einem Investorenzugriff überdies Stadt und Bürger als Zaungäste der Entwicklung auf dem ehemaligen Kasernengelände. Von der Bima wurde angedeutet, die Vorstellungen der Stadt mit städtebaulichen Verträgen umzusetzen. „Das ist im besten Fall naiv“, heißt es. Die Linke räumt in der Mitteilung jedoch ein, dass die Stadt allein die Entwicklung der Konversionsfläche nicht stemmen könne.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung seien Möglichkeiten des Fortgangs dargestellt worden, teilt ein Sprecher der Bima auf Anfrage mit. Eine Ausschreibung stelle nur eine Alternative zur Verwertung des Areals da. In einem Markterkundungsverfahren seien die Interessenten aufgefordert, „unter Berücksichtigung der planungs- und baurechtlichen Vorgaben der Stadt ein Kaufangebot zu unterbreiten“. Erst wenn die Stadt auf den Erstzugriff verzichte, werde die Bima in „Verhandlung mit konkreten Investoren gehen“, heißt es. „Für die ehemalige Kaserne lässt sich ein starkes und anhaltendes Interesse von Immobilienentwicklern konstatieren.“

Die Stadt hat sich für den Fall eines Erstzugriffs bereits einen Partner geholt. Im vergangenen Sommer stimmten die Stadtverordneten dem Beitritt zum Landesprogramm Bauland-Offensive-Hessen (BOH) zu.

Im Einvernehmen mit der Bima werde nun in der Phase I eine Machbarkeits- und Finanzierungsstudie erstellt, berichtet Antkowiak. Zeitgleich werde die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein Altlastengutachten erstellen lassen. Das Ergebnis wird Anfang kommenden Jahres erwartet, so Antkowiak. Erst wenn alle Ergebnisse vorliegen, sollen die städtischen Gremien über das weitere Vorgehen entscheiden können.

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