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Gebäude der Technischen Hochschule Mittelhessen in der Wilhelm-Leuschner-Strasse in Friedberg.
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Gebäude der Technischen Hochschule Mittelhessen in der Wilhelm-Leuschner-Strasse in Friedberg.

Bad Vilbel

Bad Vilbel wird zum Studienort

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) eröffnet zum Wintersemester einen Standort in Bad Vilbel. Zusammen mit Unternehmern bietet sie dort über das Konzept „Studium Plus“ duale Studiengänge an. Den Start finanzieren Stadt und Kreis mit Hilfe von Unternehmen.

Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) expandiert in Richtung Frankfurt. Vom Wintersemester an wird sie in Bad Vilbel einen neuen Studienort eröffnen und über das Konzept Studium Plus duale Studiengänge anbieten.

100 bis 300 Studienplätze könnten in den kommenden Jahren hier geschaffen werden. Los geht es mit den Bachelor-Studiengängen Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Vertrieb. Parallel dazu sollen Weiterbildungszertifikate angeboten werden.

Die Theorie der Hochschule plus die Praxis in einem Betrieb – das sei die Stärke eines dualen Studiums, befand die hessische Landesregierung 2013 und startete gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern die Kampagne „Duales Studium Hessen – Zwei mit einer Klappe“. Deren Ziel: Die Zahl der Studienplätze von damals rund 2900 bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. „Die THM nimmt diesen Auftrag sehr ernst“, sagte Professor Harald Danne gestern. Er leitet das Wissenschaftliche Zentrum Duales Hochschulstudium (ZDH) an der THM.

Beim Studium Plus arbeitet die THM eng mit der Wirtschaft zusammen – vor allem über den Unternehmerverein Competence Center Duale Hochschulstudien – Studium Plus. Darin sind mehr als 600 Unternehmen organisiert, die über Mitgliedsbeiträge die Studiengänge mitfinanzieren. Dritter Partner im Boot ist der Kammerverbund Mittelhessen unter Federführung der IHK Lahn-Dill.

„Wir tuen etwas gegen Abwanderung“, sagte THM-Direktor Günther Grabatin gestern. Ziel sei es, junge Leute an den Wohnort zu binden und gleichzeitig Fachkräfte auf dem Land auszubilden. Die Erfahrung zeige nämlich, dass diejenigen die zum Studium ihre Heimat verließen nur selten zurückkämen. „Das ist unser Beitrag um den Fachkräftemangel zu beseitigen“, betonte Grabatin.

Um den neuen Campus nach Bad Vilbel zu holen, war jedoch eine Anschubfinanzierung nötig. Der reguläre Studienbetrieb wird je etwa zur Hälfte über Zuschüsse des Landes und Studiengelder finanziert, die die Firmen zahlen, mit denen die Studenten einen Vertrag haben. Über dieses Geld von rund 500 Euro pro Monat werden aber vor allem die Lehre und ein Teil der Infrastruktur finanziert. Für den Start reicht es nicht.

Dafür sind rund 450 000 Euro nötig. Aufgetrieben haben sie Wetteraukreis und die Stadt Bad Vilbel. Finanziert werden sie aber nicht über die offiziellen Haushalte der Stadt. Rund 300 000 Euro, die Bad Vilbel aufgetrieben hat, werden über den Verein für Sport- und Kulturförderung bereitgestellt, der seine Einnahmen aus Spenden lokaler Unternehmen bestreitet. Wichtiger Geldgeber des Vereins ist auch die Stadtwerke GmbH, deren Mit-Geschäftsführer Stadtrat Minkel ist.

Auch der Wetteraukreis, der 150 000 Euro für die Anschubfinanzierung organisiert hat, nimmt die nicht aus dem regulären Etat; sie kommen vielmehr vom Energieversorger Ovag und der Sparkasse Oberhessen.

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