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Ein Graureiher hebt in Dortelweil ab.
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Ein Graureiher hebt in Dortelweil ab.

Wetterau

In vielen Auen brüten jetzt Vögel

  • Petra Zeichner
    VonPetra Zeichner
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Mit dem Beginn de Frühlings beginnen die Vögel zu brüten. Vor allem frei laufende Hunde stören die Tiere bei der Aufzucht der Jungen. Um die Vögel beim Bau ihrer Nester und beim Brüten zu schützen, hat der Kreis vom 1. März bis zum 30. Juni das Betreten vieler Schutzgebiete untersagt.

Die Uhus brüten jetzt schon. Dabei bevorzugen sie Steinbrüche. Dann folgen die Graugänse in den Auen, kurz danach machen sich die Störche ans Werk. Der Wachtelkönig ist laut Ralf Eichelmann von der Fachstelle Naturschutz und Landschaftspflege beim Kreis ein Nachzügler. Er kommt erst Ende Mai oder Anfang Juni aus Afrika in die Wetterau. Um die Vögel beim Bau ihrer Nester und beim Brüten zu schützen, hat der Kreis vom 1. März bis zum 30. Juni den Menschen das Betreten vieler Schutzgebiete untersagt.

In Bad Vilbel (siehe Karte) geht es in Gronau um den Kiebitz, die Sumpfohreule und die Graugans, die hier ihren Nachwuchs aufziehen. In den Niddaauen in Dortelweil führt der Kreis den Kiebitz an. Der Weißstorch ist auf der „Markwiese“ zwischen Ossenheim und Bauernheim heimisch – tatsächlich stehen vor einer Woche zwei Störche in dem Nest, das weithin sichtbar auf einem hohen Holzpfahl thront.

Diese Vögel und noch weitere Arten sind streng geschützt nach der EU-Vogelschutzrichtlinie. Darüber hinaus schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor, dass die Tiere in der Brut- und Setzzeit nicht gestört werden dürfen. Damit das auch weithin sichtbar ist, will der Kreis ab Mitte März Schilder aufstellen.

Für das Gebiet bei Gronau hat der Kreis in diesem Jahr erstmals das Betretungsverbot ausgesprochen. „Wenn belegt ist, dass Vogelarten gestört werden“, können wir das machen“, so Eichelmann.

Auf Infos von Ehrenamtlichen angewiesen

Um an die entsprechenden Informationen zu kommen, ist das Naturschutzamt zum einen auf ehrenamtliche Mithilfe angewiesen. Zwei Mitglieder der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) beobachten in Bad Vilbel die Feuchtwiesen an der Nidda.

Eine Ehrenamtliche ist Hanne Tinkl. Neben der HGON ist sie außerdem im Verein für Vogelschutz und Landschaftspflege in Vilbel. Mit Fernglas und Spektiv durchstreift sie die Auen und notiert, was vorfällt. „Es gibt Konflikte“, sagt sie. Spaziergänger mit Hunden gefährdeten die brütenden Vögel.

Das hat auch den Magistrat der Stadt Karben dazu veranlasst, sich an die Hundehalter zu wenden: „Schützen Sie die Natur und unsere heimische Tierwelt“, so der Appell. Hunde sollten bis Ende Juli nur auf befestigten Wegen geführt werden. „In Vogel- und Landschaftsschutzgebieten müssen Hunde währen der Brut- und Setzzeit, in Naturschutzgebieten grundsätzlich ganzjährig an der Leine geführt werden“, so Bürgermeister Guido Rahn (CDU).

Naturschutzwacht informiert Spaziergänger

Neben den ehrenamtlichen Helfern sind es aber auch die sogenannten Ranger von der amtlichen Naturschutzwacht, die dafür sorgen, dass Spaziergänger, Wanderer und Jogger über Kiebitz und Co. informiert werden. Die Naturschutzwächter sind vor allem in der Zeit von März bis Oktober unterwegs. Die Forstämter koordinieren deren Einsatz.

Laut dem Regierungspräsidium Darmstadt waren die etwa 35 Ranger vom Forstamt Nidda aus in den vergangenen vier Jahren jeweils etwa 800 Stunden im Einsatz. Neben den informativen Gesprächen, die sie führten, wiesen sie auch auf Verstöße hin. Am häufigsten waren frei laufende Hunde sowie Betretungsverbote, die ignoriert wurden.

Doch die Häufigkeit ist rückläufig: Waren es in 2011 noch 132 Verstöße mit Hunden, so schrumpfte die Zahl in 2014 auf 30. Eichelmann vom Kreis-Naturschutzamt sagt: „Die Naturschutzwacht hat einen tief greifenden Sinneswandel in der Bevölkerung herbeigeführt.“

Die 16 Schutzgebiete im Kreis gehören alle zum Auenverbund Wetterau. Ziel ist es, die Feuchtwiesen an den Flüssen Horloff, Nidda, Nidder, Wetter und Seemenbach zu schützen. Sie sind Lebensraum nicht nur für Vögel, sondern auch für viele andere Tier- und Pflanzenarten.

Weitere Informationen zum rechtlichen Hintergrund des Vogelschutzes beim Bundesamt für Naturschutz, www.bfn.de.

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