1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wetterau

Viele Kinder, wenig U3 Plätze

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Eine der beiden Heilsberg-Krabbelgruppen  unterwegs:   Leiterin Maria Wiesner (zweite von rechts) kann nur zwölf Plätze bieten.
Eine der beiden Heilsberg-Krabbelgruppen unterwegs: Leiterin Maria Wiesner (zweite von rechts) kann nur zwölf Plätze bieten. © Joachim Storch

Auf dem Heilsberg herrscht ein Missverhältnis und die Stadt verweist auf Angebote anderswo.

Von Monica Bielesch

Alle Eltern, die ihr Kind in einer städtischen Kita betreuen lassen, haben vor einigen Tagen Post von Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn persönlich erhalten. In dem Elternbrief resümiert die FDP-Politikerin, dass Bad Vilbel die von der Bundesregierung vorgegebene Betreuungsquote von 35 Prozent für Kinder unter drei Jahren (U3) mehr als erfülle.

So habe die Stadt in Dortelweil-West in der Kita Trauminsel eine zusätzliche U3-Gruppe geschaffen, im nächsten Jahr entstünden im Kinder- und Gemeinschaftshaus in Massenheim 40 Plätze und in der Krabbelstube „Kunterbunt 3 Minus“ im Quellenhof drei neue Gruppen. Doch in anderen Stadtteilen sieht es anders aus. Zum Beispiel auf dem Heilsberg. „Die Heilsberger Eltern haben keinen Anspruch darauf, auf dem Heilsberg einen U3-Platz zu bekommen“, sagt Gesine Wambach, Leiterin des Fachbereichs Soziale Sicherung der Stadt Bad Vilbel. Sie weiß zwar, dass es auf dem Heilsberg auf absehbare Zeit nur 24 U3-Plätze geben wird: zwölf Plätze in der Villa Wichtelstein, der Kindertageseinrichtung im Georg-Muth-Haus, und zwölf in der Krabbelgruppe des Vereins „Spielen & Lernen Heilsberg“. Trotzdem verweist sie lediglich auf die bald in Massenheim entstehenden Plätze.

Bedarf sei nicht bekannt

Maria Wiesner meint deshalb: „Der Heilsberg ist und bleibt das Stiefkind der Stadt.“ Die Erzieherin ist pädagogische Leiterin der Krabbelgruppe „Spielen & Lernen“ im Jeschkenweg 4a. Dort unterhält der Verein im Erdgeschoss eines Wohnhauses die Krabbelgruppe. „Wir arbeiten sehr beengt, größere Räume wären vonnöten“, sagt Wiesner bei einem Rundgang. Es gibt einen kleinen Eingangsbereich für die Garderobe, vom schmalen Flur geht es ins Bad und in die kleine Küche. Ein großer Raum dient als Gruppen-, Ess- und Schlafraum zugleich. Jeder Winkel der Räume ist mit Regalen optimal ausgenutzt. Im Sommer können die Kleinkinder im großen Garten spielen und auf der sonnigen Terrasse essen.

„Die beste Lösung für den Heilsberg wäre ein Neubau für mehrere U3-Gruppen“, sagt Wiesner. Der Bedarf dafür bestehe, allein ihr Verein habe bis zu 30 Kinder auf der Warteliste. Insgesamt leben zur Zeit 162 U3-Kinder auf dem Heilsberg, gibt Wambach Auskunft. Auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau nach dem Bedarf an U3-Plätzen in dem Stadtteil, in den immer mehr junge Familien zuziehen, sagt sie aber: „Wir kennen nur den Bedarf in der ganzen Stadt, nicht in den einzelnen Stadtteilen.“

Timo Kerber hat Glück gehabt: sein Sohn Tim wird gerade in die Krabbelstube von „Spielen & Lernen“ eingewöhnt. „Die Lage bezüglich U3-Plätze auf dem Heilsberg ist schlecht“, konstatiert der junge Vater. Lange habe sein Sohn auf der Warteliste gestanden. Und er meint: „Es wäre eine zusätzliche Belastung, wenn ich mein Kind nach Gronau bringen müsste und dann zur Arbeit nach Frankfurt fahre.“

Wiesner macht sich zur Fürsprecherin der jungen Familien. „Man kann die Familien nicht einfach nur hierher locken, man muss auch die Bedingungen für sie schaffen“, fordert sie.

Hoffnung auf Bürgerhaus

Zwar wird ihre Einrichtung bei Anschaffungen von der Stadt unterstützt, aber neue, ausreichende Räumlichkeiten kann Gesine Wambach mangels städtischer Immobilien auf dem Heilsberg nicht anbieten. Wiesner hofft nun auf Räume im Neubau eines Bürgerhauses auf der Zigeunerwiese. Wambach gibt jedoch zu bedenken: „Ein mögliches Bürgerhaus wird frühestens in fünf bis sechs Jahren realisiert.“

Auch interessant

Kommentare