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Video aus Estland: Minutenlang merkt der Halter offenbar nicht, dass der Elefant "Mädi" um sein Leben kämpft.
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Video aus Estland: Minutenlang merkt der Halter offenbar nicht, dass der Elefant "Mädi" um sein Leben kämpft.

Zirkuselefant

Video zeigt Tod von "Mädi"

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Eine Aufnahme zeigt, wie der Zirkuselefant "Mädi" im Wasser ums Leben kämpft, während ihr Halter auf ihr turnt. Tierschützer kritisieren jetzt: Das Veterinäramt hätte schon viel früher einschreiten müssen.

Es ist ein schwacher Elefant, derauf dem Internetvideoim Uferbereich eines kleinen Sees in Estland zu sehen ist. Die Beine knicken ihm weg. Er richtet sich mühsam auf, wankt und fällt wieder ins Wasser, das ihm im Stehen etwas über die Knie reicht. Der Rüssel hängt schlaff im Wasser. Gerade scheint das Tier sein Gleichgewicht für einen Moment gefunden zu haben, da läuft ein Mann in Badehose vom Ufer ins Wasser.

Für den Mann hingegen beginnt ein großer Spaß. Er klettert auf den Rücken des Tieres, macht einen Kopfsprung ins Wasser. Während das Tier, die Elefantendame Mädi der Gebrüder Renz aus Friedberg, um ihr Leben kämpft, sich im Wasser windet und versucht, den Kopf in die Luft zu strecken um Luft zu bekommen, klettert der Mann immer und immer wieder auf den den Rücken des Tieres und testet, wie lange er sich auf dem Elefanten halten kann, der sich wild im Wasser bewegt. Knapp drei Minuten geht das Ganze, dann bewegt sich die 45-jährige Elefantenkuh Mädi nicht mehr.

Anfrage im Landtag

Der Mann, der auf ihr turnte, war nach Angaben der Tierschutzorganisation Pro Wildlife René Renz – also der Mann, in dessen Obhut sich das Tier befand. René Renz betreibt eine Alligatorfarm in Ockstadt, sein Bruder Daniel ist Chef des Universalcircus Renz.

Inzwischen beschäftigt der Fall nicht nur Tierschutzorganisationen, sondern auch die Landesregierung. Dafür sorgt die Landtagsabgeordnete Ursula Hammann mit einer offiziellen Anfrage. Unter anderem verlangt sie von der Landesregierung, das Vorgehen der Veterinärbehörde des Wetteraukreises zu bewerten. Tierschützer hatten das Veterinäramt scharf kritisiert, es habe trotz mehrerer Warungen zu spät gehandelt und zudem die Familie Renz vor einer Überprüfung auf dem Firmengelände vorgewarnt.

„René Renz hätte wissen müssen, dass ein so alter Elefant gar nicht mehr im Wasser sein darf“, sagt Elefantenexpertin Daniela Freyer von Pro Wildlife. Gerade wenn es glitschig ist, könnten sich alte Tiere schlecht aufrichten. Bei Mädi sei zudem hinzugekommen, dass sie eine Rüssellähumg hatte. Sobald ihr Kopf unter Wasser war, konnte sie nicht mehr atmen. Eine estnische Videoseite zeigt die letzten Minuten im Kampf um das Leben Mädis. Wieder ist ein Mann zu sehen, der auf ihr herumturnt; diesmal aber offenbar in der Absicht, das reglos wirkende Tier wiederzubeleben.

Schon vor der Reise nach Estland hatte Pro Wildlife gewarnt, Mädi sei zu schwach, um auf Tournee zu gehen. Pro Wildlife hatte zudem in Frage gestellt, ob der Halter von Mädi, René Renz, die erforderliche Erlaubnis zur gewerblichen Elefantenhaltung habe. Sein Bruder Daniel Renz, dem der Universalcircus Renz gehöre, müsse ja eine haben, meint der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Tierschutz der Grünen, Marcus Stadler, der auch im Vorstand der Wetterauer Grünen ist.

„Spätestens mit dem Video wird klar, dass die Sachkunde nicht vorhanden ist“, sagt Stadler. Und er betont, dass eine solche Genehmigung im Ermessen der Behörde liege. Für ihn ist es daher unverständlich, dass das Amt dennoch bisher nicht gehandelt hat und die entsprechenden Genehmigungen entzogen habe. „Wir würden das erwarten.“ Auch die Landtagsabgeordnete Hammann will nun wissen: „Welche Sanktionen werden die Tierhalter Renz erwarten?“ Das Veterinäramt hatte vergangene Woche erneut sein Handeln verteidigt.

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