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Preisträgerin Elisa Wächtershäuser stellt das neue Buch vor.
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Preisträgerin Elisa Wächtershäuser stellt das neue Buch vor.

Wetterau Ovag-Literaturpreis

Verbotene Liebe, in Worte gefasst

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Zum zehnten Mal hat die Oberhessische Versorgungsbetriebe AG den Literaturpreis 2013 ausgelobt, nun ist der Sammelband mit den Werken der 23 Gewinner erschienen. Von Science-Fiction über Humor bis zur Dystopie werden fast alle Themen behandelt.

Liebe ist eine Krankheit. Und sie ist per Regierungsbeschluss abgeschafft. 73 Jahre schon ist das her in der Geschichte „Morbus Amoris“ von Lina Karin Thiede. Das Datum dieses wegweisenden politischen Beschlusses und das Thema Liebe stehen nun auf dem Lehrplan, um die Jugend vor dieser Geisteskrankheit zu warnen. Küssen und Körperlichkeiten sind verboten, Kinder werden künstlich gezeugt und von Erziehern großgezogen. Alles im Sinne der Effektivität.

Inmitten dieser Gesellschaft verliebt sich Thiedes Hauptfigur Kira. Als sie von Sanitätern abtransportiert wird, weil sie sich von ihrem Mitschüler Julan hat küssen lassen, schüttelt ihr Lehrer enttäuscht den Kopf. Sie kommt jetzt in Einzelhaft, zur Strafe.

Thiedes Dystopie ist nur eine von 280 Geschichten, die Jugendliche für den Jugendliteraturpreis der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (Ovag) geschrieben haben. Zum zehnten Mal hatte die Ovag den Literaturpreis 2013 ausgelobt. Jetzt ist der 250 Seiten starke Sammelband mit den Werken der Gewinner erschienen.

Mit ihrem Beitrag hat Thiede die Jury überzeugt – ebenso wie 22 andere junge Autoren aus dem Versorgungsgebiet der Ovag.

Von den 280 Einreichungen hat die Jury, der auch die Autorin dieses Artikels angehörte, 220 anonymisierte Geschichten und Gedichte gelesen und bewertet. Die 22 besten galt es zu finden, 23 sind es schließlich geworden.

Die Beiträge, die von den meisten Jurymitgliedern als die besten angesehen wurden, kamen unter die Gewinner. Den ersten, mit 1000 Euro dotierten, Preis bekam zum dritten Mal die 21-jährige Elisa Wächtershäuser aus Butzbach für ihre Geschichte „Jaro“.

Die zweitmeisten Stimmen der Jury bekam die Geschichte „Der Geruch des Geldes“ der 16-jährigen Ann-Kathrin Kirchner aus Schlitz. Der zweite Platz war mit 700 Euro dotiert. Auf Platz drei (500 Euro) kam die Bad Nauheimerin Kathrin Uebele, die mit „Pfützen im Sommer“ und „Schachbrett“ zwei Geschichten eingereicht hatte.

Science-Fiction, Hoffnungsvolles, Humor und Dystopie – die jungen Autoren haben eine breite Palette an Themen und Stilen eingesandt. Viele von ihnen zum wiederholten Mal. Rund die Hälfte der Preisträger waren schon vorher mal dabei.

Kosten bleiben geheim

Bei einem viertägigen Workshop im November haben die Preisträger an ihren Texten gefeilt und an einem Sprechtraining teilgenommen. Mit Unterstützung der österreichischen Schriftstellerin Vea Kaiser, des deutschen Autors türkischer Herkunft Feridun Zaimoglu und anderen Leuten vom Fach haben die 23 Preisträger ihre Texte Satz für Satz überarbeitet. Manche Worte fielen weg, für andere fanden sich neue Formulierungen.

Entstanden ist der Preis aus der Idee, Kultur zu fördern. Für Musik und Sport habe es schon andere Förderungen gegeben, sagt Ovag-Sprecher Andreas Matlé, der vor zwölf Jahren zu dem Versorgungsunternehmen ging und den Preis mit initiierte. „Aber außer uns fördert keiner Literatur in der Region“, sagt Matlé. Zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Ortenberger Schriftsteller Karlhans Franke konzipierte er den Literaturpreis damals.

Wie hoch die Kosten für den Literaturpreis sind, bei dem etwa Workshop, Buch, Preisgeldern, Aufwandsentschädigungen für die Jury ins Gewicht fallen, sagt die Ovag nicht. Natürlich gehe es dabei auch um Werbung, sagt Sprecher Matlé auf Nachfrage. Doch er betont: „Wir haben noch nie etwas Kommerzielles gefördert.“ Vielmehr sehe sich die Ovag der Region verbunden und wolle Menschen vor Ort fördern. Deshalb Kultur. Deshalb junge Menschen. „Wir könnten ja auch eine Sportmannschaft fördern wie es andere Unternehmen machen“, sagt Matlé. Dann aber hätten nur die Sportler etwas davon.

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