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Welchen Kopf wählen die Wetterauer an ihre Spitze?
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Welchen Kopf wählen die Wetterauer an ihre Spitze?

Landratswahl in der Wetterau

Ran an die Urnen

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Bei der Landratswahl stimmen am Sonntag 227.000 Wetterauer über vier Kandidaten ab. Wer der beiden Favoriten macht das Rennen: Arnold oder Herrmann?

Nach einem kurzen und ruhigen Wahlkampf ist es nun am Sonntag so weit: Die Wetterauer sind aufgerufen, ihren Landrat zu bestimmen. Zur Wahl stehen vier Kandidaten. Eine Chance auf einen Wahlsieg haben aber nur zwei von ihnen: Amtsinhaber Joachim Arnold (SPD) und sein Herausforderer Thorsten Herrmann (CDU).

Als Favorit geht Arnold ins Rennen – er ist im Kreis bekannt und kann auf bereits Geleistetes verweisen. Zudem haben sich sowohl Grüne wie auch Liberale für seine Wahl ausgesprochen.

Herrmann hingegen ist als Bürgermeister der Stadt Bensheim im Kreis Bergstraße in der Wetterau nur wenigen bekannt. Unterstützung bekommt er ausschließlich von seiner eigenen Partei. Leicht hat es die CDU ihrem Kandidaten zudem nicht gemacht, indem sie ihn erst Anfang November als Kandidaten nominierte. Dass Arnold wieder antreten würde, war lange zuvor klar.

In ihren Themensetzungen und Schwerpunkten unterscheiden sich die beiden Kandidaten kaum. Markante Kontraste sucht man vergebens.

Ob die Wähler den Wahlempfehlungen der Parteien folgen, wird indes erst der Wahlsonntag zeigen. Bei den beiden letzten Wahlen kam es jeweils zur Stichwahl. 2008 gewann Arnold mit einem knappen Vorsprung vor CDU-Mann Oswin Veith. Auch 1997 war es zur Stichwahl gekommen – siegreich hervor ging SPD-Mann Rolf Gnadl mit 52,6 Prozent. Notwendig wird die Stichwahl, wenn keiner der Bewerber im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen bekommt.

Kommt es zur Stichwahl, müssten die Wetterauer am 2. Februar 2014 erneut an die Urnen. Arnold hat im Wahlkampf ausgegeben, er wolle „50 Prozent plus“ der Stimmen für sich gewinnen. Er hofft also auf einen Wahlsieg im ersten Durchgang. Die Wahlbeteiligung lag bei der Stichwahl 2008 bei 36,5 Prozent, 1997 bei 38,2 Prozent. Zum ersten Wahlgang 2008 gingen 63,4 Prozent.

Um für sich zu werben, sind beide Kandidaten in den vergangenen Wochen tausende Kilometer durch den Kreis gefahren und haben mit zahlreichen Plakaten für sich geworben.

Ein Einsatz, den der Kandidat der Linken, Werner Schulz, kritisierte, dass SPD und CDU Geld für den Wahlkampf ausgäben, während es immer mehr arme Menschen gebe. Der 47-Jährige ist Maler und Lackierer, allerdings wegen einer Behinderung arbeitsunfähig. Er betreut die Sozialsprechstunde der Hartz-IV-Hilfe seiner Partei. Er geht als Außenseiter in die Wahl und hat auch keinen öffentlichkeitswirksamen Wahlkampf gemacht.

Das gilt auch für NPD-Kandidat Stefan Jagsch. Der 27-Jährige wohnt in Altenstadt und ist stellvertretender Landesvorsitzender seiner Partei. Sowohl Linke wie auch NPD hatten schon 2008 Kandidaten gestellt. Die NPD holte damals drei Prozent der Stimmen, Die Linke 4,1.

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Mann der Zahlen

Die Kreisfinanzen in Ordnung zu bringen, ist Arnolds wichtigstes politisches Ziel. Das hat er im Wahlkampf immer wieder wiederholt. Und Bescheidenheit ist nicht seine Sache. Immer wieder hat er in den vergangenen Wochen betont, wie gut ihm dies bisher gelungen sei. Der Kreishaushalt stehe kurz vor einer schwarze Null, so Arnold.

Im Wahlkampf gab er sich siegessicher. Er hofft auf einen Sieg im ersten Wahlgang. Sein großes Plus im Vergleich zu Herausforderer Thorsten Herrmann (CDU) ist, dass Arnold den Großteil seines Lebens im Wetteraukreis verbracht hat und hier stark verwurzelt ist. In einer zweiten Amtszeit will er seine Politik fortsetzen.

Er ist in Wölfersheim aufgewachsen. Nach dem Abitur an der Augustinerschule Friedberg hat er in Darmstadt studiert. Als ausgebildeter Diplom-Ingenieur hat er eine Fortbildung zum Wirtschaftsförderer gemacht und war zunächst Dezernent für Land- und Regionalmanagement in Wiesbaden. Bevor er 2008 die zum Landrat gewählt wurde, war er von 1994 bis 2008 Bürgermeister der Gemeinde Wölfersheim. Arnold ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt in seiner Heimatgemeinde Wölfersheim. (cir)

-> Lesen Sie auf der nächsten Seite: Miteinander reden

Miteinander reden

Er will mit den Menschen reden, er will ihnen nichts überstülpen, auf die individuellen Bedürfnisse kommt es an. Das hat Thorsten Herrmann bei seinen Wahlkampfauftritten immer wieder betont. Oft dienten ihm diese Argumente dazu, sich nicht konkret auf ein Thema einzulassen. Man müsse das im Einzelfall entscheiden, sagte er.

Zumindest bei einer Sache hat sich der Bensheimer Bürgermeister aber festgelegt: „Mit mir wird es keine Windkrafträder um die Münzenburg geben.“ Zudem liebt er das Ehrenamt. Unter „Ämter und Funktionen“ listet er in seiner Biografie 29 verschiedene Ehrenämter in seiner Heimatstadt auf: vom Vorsitzenden der Sportkommission über den Vorsitz im Stiftungsrat der Bürgerstiftung bis hin zum Gründer der Zukunftswerkstätten.

Herrmann ist 49 Jahre alt und verheiratet. Er ist Lehrer für Biologie und Sport, zudem diplomierter Sportwissenschaftler. Ein Jahr lang war er Mitarbeiter beim Bundestagsabgeordneten Christian Schwarz-Schilling (CDU). Gewinnt er die Wahl, muss er seinen Bürgermeisterposten in Bensheim quittieren. Die Amtszeit läuft bis Dezember 2014, zum 1. Juli müsste er sein Amt als Landrat antreten. (pz)

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