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Landesweit sollen 19 solcher Notunterkünfte bis Ende Januar aufgelöst werden.
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Landesweit sollen 19 solcher Notunterkünfte bis Ende Januar aufgelöst werden.

Wetterau

Unterricht statt Flüchtlinge

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Nach dem Umbau sollen die Schüler die Turnhallen in Nidda von Mitte Februar an wieder nutzen. Die 19 Notunterkünfte in Turn- und Sporthallen sollen aufgelöst und die Flüchtlinge in Einrichtungen des Landes gebracht werden.

Nach der Ankündigung des Landes, die Notunterkünfte für Flüchtlinge in Hessen aufzulösen (FR vom Samstag), können die beiden Schulturnhallen in Nidda voraussichtlich von Mitte Februar an wieder für den Schul- und Vereinssport genutzt werden. Laut einem Schreiben der Hessischen Staatskanzlei sollen die landesweit 19 Notunterkünfte in Turn- und Sporthallen sowie einer Stadthalle bis Ende Januar aufgelöst und die Flüchtlinge in Einrichtungen des Landes verlegt werden. In den beiden Sporthallen in Nidda sind nach einer Mitteilung des Wetterauer Landrats Joachim Arnold (SPD) derzeit noch etwa 350 Flüchtlinge untergebracht.

Arnold kündigte an, dass unmittelbar nach dem Auszug der Flüchtlinge die Hallen der Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums wieder für den Schulsport hergerichtet werden sollen. Dafür kalkuliere man etwa zwei Wochen ein. Es werde allerdings noch länger dauern, um die Außenanlagen wieder instand zu setzen.

Die Turnhallen waren Ende Oktober hergerichtet worden, nachdem das Land dem Kreis befohlen hatte, binnen drei Tage 1 000 Plätze als Notunterkunft für unregistrierte Flüchtlinge bereitzustellen. Der Rückbau der Hallen wird nach den Worten Arnolds ebenfalls auf Kosten des Landes erfolgen. Für die Arbeiten würden auch private Unternehmen beauftragt.

Den Einsatzbefehl, gegen den der Kreis im November schon klagen wollte, bezeichnete Arnold als „pure Verzweiflungstat“, weil das Land selbst keine entsprechende Vorsorge betrieben habe. So etwas dürfe den Menschen vor Ort „nicht noch einmal zugemutet werden“, äußerte Arnold.

Er kritisiert zudem, dass sich das Land geweigert habe, die Kosten für die Busfahrten zu übernehmen, die dem Kreis durch den Transport von Schülern zu anderen Sporthallen entstanden seien. Von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit könne in diesem Zusammenhang nicht gesprochen werden, bedauert der Landrat das Verhalten des Landes. Es sei schon zynisch, wenn das Land bei der Unterbringung durch die Nutzung der kreiseigenen Gebäude Mietkosten spare und dem Kreis auch noch zusätzliche Kosten aufbürde.

Arnold bemängelt auch, dass es das Land versäumt habe, schon Anfang Dezember die Flüchtlinge von Nidda in die neue Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Büdingen einzuquartieren.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Utter hält hingegen die Schuldzuweisungen Arnolds an die Adresse des Landes für „unerträglich“. In einer Mitteilung hat er den Landrat aufgefordert, „endlich gemeinsam mit statt gegen das Land zu arbeiten“.

Die Wetterauer CDU-Kreisvorsitzende und Europaministerin Lucia Puttrich verweist in einer Mitteilung darauf, dass das Land zwar vorerst nicht mit neuen Einsatzbefehlen zur Unterbringung von Flüchtlingen rechne, diese aber nicht völlig auszuschließen seien, falls die Flüchtlingszahlen abermals kurzfristig deutlich ansteigen sollten. Daher, so die CDU-Kreisvorsitzende, müsse sich der Kreis um alternative Möglichkeiten bemühen, um bestmöglich vorbereitet zu sein.

Trennung nach nur anderthalb Monaten

In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Büdingen hat sich indes der Malteser Hilfsdienst von seinem Einrichtungsleiter getrennt. Nach einer Mitteilung des Hilfsdienstes, der sich in den ehemaligen Kasernengebäuden der amerikanischen Streitkräfte um die Betreuung der Flüchtlinge kümmert, ist Ernst Henke „im gegenseitigen Einvernehmen“ aus seiner Funktion als Einrichtungsleiter ausgeschieden.

Der 59-jährige Betriebswirt und IT-Projektmanager hatte erst seit Anfang Dezember die Malteser Dienste in der Landeseinrichtung koordiniert. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Hans-Christian Sudek die Aufgaben kommissarisch. Sudek ist in der Fachstelle Flüchtlingshilfe der Malteser für die Region Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland in verantwortlicher Position tätig und hat die Einrichtung in Büdingen von Beginn an begleitet.

Dem Vernehmen nach gab es in den vergangenen Wochen Organisationsmängel in der Einrichtung. So war die Sanitätsstation bei Eröffnung der Einrichtung noch nicht bezugsfertig, so dass alle Flüchtlinge noch in Gießen untersucht und geröntgt werden mussten.

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