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Der Vilbeler Wochenmarkt bietet Fisch, Fleisch und Käse.
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Der Vilbeler Wochenmarkt bietet Fisch, Fleisch und Käse.

Neue Mitte

Unschöne Überraschung

  • Tina Full-Euler
    VonTina Full-Euler
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Ladenbesitzer in Bad Vilbel müssen Ende Januar der Neuen Mitte weichen. Der Wochenmarkt zieht ab Februar ans Alte Rathaus.

Mit Ende März hatte Damir Sesek gerechnet. Mit Ende Januar nicht. „Das war ein Schock“, sagt der Inhaber des Bistros „Cadillac“ am Vilbeler Zentralparkplatz. Ein Schreiben der Stadt, datiert auf den 13. Dezember, kündigt ihm die Räumlichkeiten zum 31. Januar. Mit März hatten auch der Gemüseladen nebenan gerechnet sowie die Händler des Wochenmarkts davor. Sie alle müssen nun bis Ende Januar die Zelte abbrechen.

Den Grund dafür hat Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) in der jüngsten Stadtverordnetensitzung genannt: Die ersten Abrissarbeiten zum Bau der Neuen Mitte auf dem Zentralparkplatz sollen bereits im Februar beginnen, damit der Investor, die Humanistische Stiftung von Hansgeorg Jehner, loslegen kann. Die Händler seien durch Gespräche vorbereitet gewesen, die Stadt habe als Eigentümer und Vermieter die Kündigungsfristen eingehalten, erklärt Walter Lassek, Fachbereichsleiter Hauptverwaltung im Rathaus. Das bestreitet Sesek auch nicht. Ihn wurmt es, dass der Termin plötzlich und unerwartet vorverlegt wurde. Lassek bestätigt, dass die letzte schriftliche Info der Mieter vor der Kündigung noch von einem voraussichtlichen Auszugstermin Ende März ausging. Nähere Gründe für die Zeitverschiebung konnte Lassek nicht nennen, Bürgermeister Stöhr weilt derzeit in Urlaub.

„Ich habe immer noch Hoffnung gehabt, das nächste Sommergeschäft noch mitnehmen zu können“, sagt Sesek. „Jetzt muss ich alles schnell hier rausbekommen, dabei sind auch noch so viele Feiertage.“ Der 40-Jährige ist sicher: „Das wird hart.“ Bevor er das Bistro in Vilbel vor drei Jahren übernommen hatte, arbeitete er bei Fraport. Vielleicht wieder eine Möglichkeit ab Februar, überlegt er. Nach einem neuen Standort in Vilbel hat er sich bereits umgesehen. „Alles zu teuer“, lautet sein Fazit. „In der Innenstadt gehen außerdem so viele Geschäfte kaputt. Wenn hier erstmal gebaut wird, wird das eine Totenstadt“, meint Sesek.

Auch Melike Aycan vom Obst- und Gemüseladen sagt, die Inhaber hätten wegen der hohen Mietpreise noch keinen neuen Laden gefunden. Die Stadt habe keine Alternativen aufgezeigt. „Dafür ist die Stadt nicht zuständig“, heißt es aus dem Rathaus.

Den Beschickern des kleinen Donnerstag-Wochenmarkts auf dem Zentralparkplatz hat die Stadt ab Februar einen Platz am Alten Rathaus zu gleichen Konditionen angeboten. Dort sei der französische Markt bereits erfolgreich gelaufen, und wegen der Tengelmann-Schließung gebe es dort Bedarf, begründete Bürgermeister Stöhr bei der Stadtverordnetenversammlung die Wahl. Michael Henrichs von „Käse-Feinkost Henrichs“ aus Taunusstein wird das Angebot annehmen. „Wir haben hier in Vilbel 17 Jahre lang Kundschaft aufgebaut, das können wir jetzt nicht alles fallen lassen. Aber ich glaube, dass ans Alte Rathaus weniger Leute kommen werden“, sagt der 42-Jährige. Er hätte den neuen Parkplatz am Schwimmbad für eine bessere Alternative gehalten.

Kundin Brigitte Dehn will den weiteren Weg zum Rathaus auf sich nehmen: „Ich gehe schon 20 Jahre auf den Wochenmarkt und bekomme gute Qualität“, sagt sie und nippt am Kaffee im „Cadillac“. Einer anderen Kundin aus Massenheim passt der Umzug nicht ins Konzept. „Dann orientiere ich mich eben nach Nieder-Erlenbach.“

Damir Sesek könnte sich auch innerhalb der Neuen Mitte eine Bistro-Neueröffnung vorstellen. Da habe er „vielleicht einen kleinen Vorteil“, weil er ja auch wegen der Neuen Mitte gehen muss.

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