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Bad Vilbel

Unfallhilfe aus dem Quellenpark

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Die Firma Pro Clienta will von Bad Vilbel aus deutschlandweit expandieren. Der erste Spatenstich für ein neues Firmengebäude ist gemacht. Im März 2015 soll Eröffnung sein.

Wer weiß denn schon, dass man einen Gegenspieler nur verklagen kann, wenn er eine rote Karte bekommen hat?“, fragt Norbert Ott mit einem Augenzwinkern, während er das Geschäftsmodell seines Unternehmens Pro Clienta Unfallhilfe erläutert. Und fügt gleich hinzu: „Wir wissen’s“.

Weil die Abwicklung von Unfällen oftmals für den Laien sehr kompliziert ist, wachsen die Umsätze von Pro Clienta Unfallhilfe seit etwa zehn Jahren laut Ott jährlich um mehr als zehn Prozent. Ein Grund für Ott und seine Frau, Geschäftsführerin Susanne Ott, eine neue Firmenzentrale im Quellenpark zu bauen.

Begonnen hat das Paar vor 18 Jahren mit der Beratung und Abwicklung von Autounfällen. Doch mit und mit kamen immer weitere Unfallarten hinzu. Inzwischen ist Otts Unternehmen für Unfallmanagement auch spezialisiert auf Arbeits-, Freizeit- und Sportunfälle. Die Mitarbeiter klären rechtliche und medizinische Fragen, erstellen Fachgutachten und wickeln die Bezahlung mit dem Versicherer ab.

Die Versicherung des Schuldigen eines Unfall ist in der Regel auch diejenige, die die Dienstleistung von Pro Clienta Unfallhilfe übernimmt. „Das sieht das Gesetz so vor“, sagt Ott. Er ist gelernter Versicherungsfachwirt und Unfallsachverständiger, seine Frau ist Versicherungskauffrau und Geschäftsführerin ihrer gemeinsamen Firma. Die hat zwei Standorte. In Bad Vilbel arbeiten zwölf Personen, in Frankfurt neun.

Gestern erfolgte der erste Spatenstich für das neue Gebäude, Ende des Jahres soll der Rohbau fertig sein und im März die Eröffnung gefeiert werden. Ist der neue Standort fertig, wollen die Geschäftsleute Ott sukzessive neue Mitarbeiter einstellen. Von derzeit 21 Beschäftigten soll die Firma in den kommenden fünf Jahren auf rund 100 wachsen.

Unfälle treffen Menschen unvorbereitet

„Wir leben in einer Welt, in der manche Menschen nicht mal ihre Wasserrechnung lesen können“, sagt Ott. Viele seien da auch mit Schadensmeldungen überfordert. Und selbst für die, die zwar in der Lage sind sich in die Fragestellungen einzuarbeiten, die ein Unfall mit sich bringt, sei es oftmals lästig, meint Ott. Denn Unfälle träfen die meisten Menschen unvorbereitet.

Das weiß er auch aus eigener Erfahrung. Vor etwa 20 Jahren hatte der heute 55-Jährige einen schweren Autounfall. Und obwohl er schon damals in der Versicherungsbranche gearbeitet hat, warf der Unfall viele auch für ihn neue Fragen auf. „Hinzu kam, dass mich im Krankenhaus immer wieder Leute um Rat gefragt haben. Da war die Idee für die Firma geboren“, erinnert sich der Versicherungsfachwirt.

„Passiert ein Unfall, kümmern wir uns um alles“, sagt Ott immer wieder. Und das funktioniert. „Derzeit sind wir dabei, die bundesweite Expansion vorzubereiten.“ Aber auch von Bad Vilbel aus seien schon rund fünf Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet erreichbar. Ein guter Standort, meint Ott. Derzeit hat Pro Clienta 200 Quadratmeter in der Homburger Straße gemietet. Doch da wirds zu eng.

In den kommenden Jahren wollen die Geschäftsleute Ott daher mehr als vier Millionen Euro in Bad Vilbel investieren. Sie haben das Grundstück in der Zeppelinstraße gekauft und werden in zwei Bauabschnitten ein Gebäude mit 2 250 Quadratmetern Fläche für Büros, Kanzleien und Arztpraxen errichten. Für den ersten Bauabschnitt sind 1,7 Millionen Euro eingeplant.

Dass sie Bad Vilbel als Standort gewählt haben, hat laut Ott vor allem praktische Gründe. Das Ehepaar lebt mit den Kindern in Bergen und wollte in der Nähe bleiben. Davon abgesehen fühlten sie sich in Bad Vilbel wohl. „Das ist eine überschaubare Stadt.“ Der Gewerbesteuersatz habe bei der Entscheidung „überhaupt keine Rolle gespielt“, sagt Ott. Und verweist darauf, dass der rechtliche Sitz der Firma auch zunächst in Frankfurt bleibt. Da beträgt der Gewerbesteuersatz 460 Prozent, während er in Bad Vilbel bei nur 300 liegt.

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