Wölfersheim

Umweltbeirat soll helfen

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Das geplante Logistikzentrum von Rewe in Wölfersheim bleibt umstritten.

Der Handelskonzern Rewe bemüht sich bei seinen Planungen für ein neues Logistikzentrum an der A45 in Wölfersheim um Transparenz. So ist vor kurzem ein Umweltbeirat gegründet worden. Er soll laut Rewe dazu beitragen, dass die Außenanlagen und die landwirtschaftlichen Nutzflächen rund um das künftige Lager bereits während der Bauarbeiten „möglichst umweltfreundlich und im Sinne der örtlichen Landwirte gestaltet werden“. Rewe beabsichtigt das „moderne Lebensmitteldistributions- und Logistikzentrum“ auf einer 30 Hektar großen Fläche im Ortsteil Berstadt zu errichten. Im Regionalen Flächennutzungsplan sind die Grundstücke bislang noch als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen und werden entsprechend bewirtschaftet.

Ziel des Umweltbeirats sei es, so der Konzern, die Belange und Bedenken aller Beteiligten zu berücksichtigen und frühzeitig in die Planung einfließen zu lassen. Neben Vertretern des Handelskonzerns, der Gemeinde und des Wetteraukreises nehmen auch externe Fachleute an den Sitzungen teil, von denen es einer Rewe-Sprecherin zufolge bislang zwei gegeben hat. „Wenn sich jemand mit Fachwissen einbringen möchte, ist er herzlich eingeladen“, sagte die Sprecherin am Montag der FR.

Darüber hinaus will das Unternehmen in Kürze eine Internet-Seite für das Projekt einrichten, auf der „sämtliche Themen und Fragestellungen aus der Bevölkerung behandelt und beantwortet werden“. Es sei vorgesehen, dass die Seite Mitte November online gehe. Über ein Kontaktformular könnten die Bürger dort dann auch ihre Fragen an Rewe richten.

Die Kritik an dem Vorhaben reißt trotzdem nicht ab. Die Initiative „Bürger für Boden“, die das   Logistikzentrum am vorgesehenen Standort ablehnt, will vor der Sitzung der Verbandskammer des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main am 31. Oktober vor dem Frankfurter Römer protestieren. Laut einer Sprecherin der Initiative hat der BUND die Kundgebung angemeldet. Die Verbandskammer entscheidet kommende Woche über die Offenlegung der Planunterlagen zur Änderung des Flächennutzungsplans. In den vergangenen Monaten war der Regionalverband damit beschäftigt, die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und von Bürgern auszuwerten. Auch daraus geht hervor, wie umstritten das Logistikzentrum ist.

Große Hoffnung setzen die Gegner des Vorhabens weiterhin in die Klage, die der BUND Hessen im Dezember 2017 beim Verwaltungsgericht Gießen eingereicht hat. Sie richtet sich gegen den Bescheid des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt, wonach von der gültigen Regionalplanung abgewichen werden darf, um das Logistikzentrum zu errichten. Wie eine Gerichtssprecherin der FR auf Anfrage dieser Tage mitteilte, soll die Klage voraussichtlich Anfang 2019 verhandelt werden.

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