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Assia Helmich vor dem Bahnhof.
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Assia Helmich vor dem Bahnhof.

Karben

Umbau beginnt im Januar

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Im Januar soll der Umbau des Groß-Karbener Bahnhofsgebäudes beginnen. Die Fotografin Assia Helmich will dort ihr neues Fotostudio einrichten. In der Stadtverwaltung hatte es bis zuletzt Sorgen um die künftige Nutzung des Bahnhofs gegeben.

Sie wolle noch einmal richtig durchstarten, sagt Assia Helmich. Im ersten Stockwerk des Groß-Karbener Bahnhofsgebäudes will die 46-Jährige ihr neues Fotostudio einrichten. Das betreibt sie bislang noch in ihrem Wohnhaus in Rendel. Retro-Aufnahmen im Stil der Zwanziger- und Dreißigerjahre sind ihre Spezialität, in Schwarzweiß, versteht sich.

Bis sie zum ersten Mal jemanden in dem historischen Gebäude in Szene setzen wird, liegt aber noch viel Arbeit vor ihr und ihrem Mann Igor. Beide wollen dem Haus ein Stück des Charmes zurückgeben, den es am Anfang, Mitte des 19. Jahrhunderts, hatte. Dafür sind umfangreiche Arbeiten nötig. Im März, sagt die gelernte Visagistin, könne sie das Studio hoffentlich eröffnen.

Das Ehepaar hat das Bahnhofsgebäudegebäude kürzlich von dem Erdinger Immobilienunternehmen Sell & Lease gekauft. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Schnäppchen, so Helmich, sei es nicht gewesen. Sell & Lease hatte das Gebäude für 309 000 Euro angeboten. Für den Kauf haben die Helmichs einen Kredit aufgenommen.

In der Stadtverwaltung hatte es bis zuletzt Sorgen um die künftige Nutzung des Bahnhofs gegeben. Die Furcht kursierte, jemand könnte dort eine Spielhölle einrichten. Das Stadtparlament beschloss in der Sitzung am 10. September sogar noch eine Veränderungssperre.

Nun ist man im Rathaus erleichtert. „Wir sind erfreut darüber, dass die Eheleute Helmich aus Karben das Gebäude erworben haben und auch über die Pläne, den ursprünglichen Zustand, soweit möglich, wieder herzustellen“, teilte Stadtsprecher Hans-Jürgen Schenk gestern mit. Die Umgestaltung des Gebäudes ergänze in besonderer Weise die Planungen der Stadt, das Bahnhofsareal aufzuwerten. Gut findet die Stadt auch, dass Helmich an der übrigen Nutzung des Gebäudes durch die Stadtpolizei und den Polizeiposten nichts ändern will.

Mitte Januar, wenn das Taxi-Unternehmen von Daniel Sabo aus dem Obergeschoss ausgezogen ist, soll der Umbau starten. Helmich möchte Holzfenster und Holzfensterläden einsetzen lassen. Die raue Fassadenoberfläche soll einem glatten Putz weichen und das Gebäude in zwei verschiedene Farben leuchten. Das Vordach über dem Polizei-Eingang wird verschwinden und durch eine „nostalgischeres“ ersetzt. Zudem möchte die geborene Ost-Berlinerin diese Ecke mit Pflastersteinen und Pflanzenkübeln aufhübschen. Die Mülltonnen direkt am Haus sollen verschwinden. Wo jetzt noch die Taxis parken, würden Kundenparkplätze entstehen, sagt Helmich. Im Innern wird neben den Räumen für das Fotostudio auch den Treppenaufgang erneuert.

Das Studio ist ihr großes Herzensanliegen. Hätte das Taxiunternehmen den Mietvertrag nicht schon gekündigt gehabt, hätten die Helmichs das Gebäude auch nicht gekauft. Nur um Miete einzustreichen, wäre es für sie uninteressant gewesen, betont die frischgebackene Eigentümerin. Sie sei schon eine Zeitlang auf der Suche nach einem neuen Ort für ihr Atelier gewesen. „Es muss etwas Besonderes sein, mindestens 50 Jahre alt oder älter.“ Ein Ladenlokal in einem Einkaufszentrum wäre für sie nicht in Frage gekommen. Auch ein Studio zu weit entfernt vom Rendeler Zuhause lehnte Helmich ab.

Als ihr Mann dann im Juli beim Surfen im Internet auf die Immobilienanzeige gestoßen sei und sich herausstellte, dass es Platz geben würde für ihr Vorhaben, habe sie es zunächst nicht fassen können. Ihre will sie mit anderen teilen. Wenn alles fertig ist im und um das Gebäude herum, will Helmich eine große Party feiern.

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