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Nur noch historisch: „Kurhaus und Restaurant“ über dem Eingang des Volkshauses.

Bad Vilbel

Teilumbau des Kurhauses

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Bis zum Sommer sollen dort Bürgerbüro und Tourist-Info einziehen.

Rund 1,2 Kilometer Datenleitungen und mehr als 600 Meter neue Stromkabel sollen bereits verlegt worden sein. Dieser Tage haben die Arbeiten begonnen, das seit 2008 geschlossene Restaurant des Kurhauses umzubauen, damit dorthin das Bürgerbüro samt der Tourist-Info wechseln kann. Voraussichtlich im Juni wird es soweit sein, sagt Hauptamtsleiter Walter Lassek auf Anfrage. Er koordiniert auch diesen Umzug. Ende vergangenen Jahres zog die Stadtverwaltung von der Parkstraße nach Dortelweil-West in ein großes Bürogebäude, Am Sonnenplatz 1. Mit dem Bürgerbüro sollen die Bewohner der Kernstadt auch weiterhin einen kurzen Weg aufs Amt haben.

Wo einst im Sommer gern Kaffee getrunken wurde, wird künftig der Eingang zum neuen Bürgerbüro entstehen. Die frühere Restaurantterrasse zur Nidda-Seite wird zum Entree umgestaltet. Damit der Zugang barrierefrei erfolgen kann, wird ein Außenlift angebaut, mit Einverständnis der Denkmalbehörde, sagt Lassek. Die Technik hierzu wird Ende April geliefert. Mitte Mai soll die Installation erfolgen. Bis dahin werden die Räumlichkeiten für Bürgerbüro und Tourist-Info renoviert und angepasst.

Laut Lassek ist mit dem Umzug keine Neumöblierung geplant. „Die Möbel aus der Parkstraße sind gar nicht so alt“, sagt er. Aber: „Wir müssen erst noch sehen, ob alles hineinpasst.“ Und optisch stimmig soll die Einrichtung schon dastehen. „Es darf nicht wie zusammengestoppelt aussehen“, sagt Lassek zur künftigen Visitenkarte der Verwaltung.
Nach außen strahlen, das soll besonders für die Tourist-Info gelten, die bislang ebenfalls in der stark in die Jahre gekommenen Parkstraße 15 ihren Sitz hat. Mit dem künftigen Standort werde die Tourist-Info für die Besucher und Ausflügler in der Stadt präsenter liegen, so Lassek. Zur Überlegung stehe daher, die Öffnungszeiten der Tourist-Info auch auf Samstag und Sonntag zu legen. Das mache Sinn, weil sich an diesen Tagen viele Gäste in der Stadt aufhalten, erläutert der Hauptamtsleiter. Eine Samstags-Öffnung des Bürgerbüros wäre für den einen oder anderen Bad Vilbeler praktisch, sie sei jedoch mangels Personal derzeit nicht zu verwirklichen.

Verlegung von Bürgerbüro und Tourist-Info

Für den Umzug der beiden Büros gibt es kein Budget und keinen separaten Stadtverordnetenbeschluss. „Die Verlegung von Bürgerbüro und Tourist-Info gehören zum Gesamtpaket Rathausumzug“, sagt Lassek. Er schätzt die Ausgaben für den kleinen Umzug auf 150 000 bis 200 000 Euro, wenn der Umbau nicht von unvorhersehbaren Ereignissen, wie sie in jedem Altbau stecken können, nicht durchkreuzt wird. Das heutige Kurhaus ist 1927 von Arbeitervereinen und sympathisierenden Bürger der Stadt in Eigenleistung erbaut worden. Es sollte mit dem Park zur Erholung der Arbeiter genutzt werden. Die Nazis nannten das Volkshaus in Kurhaus um, auf Sichtachse errichteten sie im so betitelten Kurpark das noch heute stehende Kriegsdenkmal.

Mehr als 40 Jahre war die Stadtverwaltung in der Parkstraße 15 untergebracht. Das Gebäude hieß einst „Haus Margarete“ und schloss als letzte Kurheilanstalt in der Stadt. Der Verkauf an einen Investor ist aufgeschoben worden. Zurzeit wird dort der Brandschutz nach den Vorgaben angepasst, denn in der Immobilie werden vorerst Flüchtling Unterkunft finden. Asylsuchende sollen demnächst auch im ehemaligen Kurmittelhaus wohnen, dem Anbau zwischen Volkshaus und Hallenbad. Laut jetziger Planung wird Ende 2017 das Hallenbad mit der Eröffnung des Kombibads am Schulzentrum abgerissen, so Lassek. Dann werde auch das in den 1960er Jahren gebaute Kurmittelhaus, das zuletzt unter anderem als Stadtarchiv genutzt wurde, Geschichte sein.

Der Umbau des Kurhauses wird möglicherweise die neue Stadtregierung beschäftigen. Die Modernisierungsabsicht besteht jedenfalls seit Mitte der 80er Jahre. Bis zu 15 Millionen Euro könnten heute die Kosten betragen. Walter Lassek wird dieses Vorhaben jedoch als Pensionär verfolgen. Ende des Jahres geht er nach 48 Jahren bei der Stadt in Rente.

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