Niddatalbahn

„Stockheimer Lieschen“ unter Strom setzen

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Der RMV prüft die Elektrifizierung der Niddatalbahn.

Für die Elektrifizierung der Niddatalbahn zwischen Bad Vilbel und Stockheim gibt es weiterhin kein Datum. Zurzeit eruiert der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die technische Machbarkeit und die „Nachfragewirkung“, heißt es auf Anfrage der FR. „Nach wie vor fehlen aber belastbare Aussagen des Bundes zur künftigen Förderkulisse für die Elektrifizierungvorhaben im Nahverkehr auf den Schienen.“

Die gegenwärtige Situation mit Dieselloks stelle eine teure Insellösung dar, die die Flexibilität und die Leistungsfähigkeit der Linie stark begrenze, kommentiert Thomas Kraft, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn. Ein elektrifiziertes „Stockheimer Lieschen“, wie der Volksmund die Linie RB 34 nennt, könnte hingegen bei wachsendem Fahrgastaufkommen einfacher zusätzliche Waggons oder im Fall eines Defekt eine Ersatzlok erhalten.

Mehr als 7000 Pendler und Schüler (Stand 2015) nutzen tägliche die Linie - und bei den Fahrgastzahlen soll noch reichlich Potenzial nach oben bestehen. Entlang der 31 Kilometer langen Strecke sind Zuzugsgebiete entstanden etwa in Nidderau. Eine Entwicklung, die noch keine Ende hat, so in Niederdorfelden. Dort wächst ein Neubaugebiet für mehr als einhundert Häuser. Das bekommt etwa Bad Vilbel zu spüren. Die Stadt erstickt morgens und abends fast im Autoverkehr.

Die CDU im betroffenen Stadtteil Gronau, sieht in einer „attraktivere Taktung der Niddertalbahn“ einen entscheidenden Beitrag, „die Stauproblematik um Bad Vilbel zu mindern“. Halb-Stunden-Takt und Verstärkungszüge zu den Spitzenzeiten, beschreibt die CDU das Ziel und bezieht sich dabei auf eine Optimierungsstudie des RMV.

Der Verkehrsverbund sieht eine „dritte Fahrt pro Stunde nach Frankfurt“ im bereits vorhandenen Halb-Stunden-Takt zur Hauptzeit als machbar. Eine direkte Anbindung von Büdingen, wie es die CDU als wünschenswert darstellt, ist für den RMV „grundsätzlich denkbar“, aber mit Blick auf die seit vielen Jahren geforderte Elektrifizierung wiederum eher fraglich. Die zusätzlichen neun Kilometer Oberleitung zur ehemaligen Kreisstadt wären mit Mehrausgaben verbunden. „Ob eine Durchbindung der Strecke auch im Rahmen einer Elektrifizierung der Strecke noch tragfähig wäre, ist noch offen und muss weiter geprüft werden. “

Für den Fahrgastverband Pro Bahn muss mit dem Dieselbetrieb schnellstmöglich Schluss es sein. Danach dürfe es auch keine neue Insellösung, wie im Hochtaunus geplant, mit wasserstoffgetrieben Zügen geben. „Die Elektrifizierung der Niddertalbahn ist machbar und muss zügig vorangetrieben werden“, so Kraft. Die Kosten, selbst wenn wegen des Büdesheimer-Tunnels ein erheblicher Mehraufwand entstünde, dürften keinen Hinderungsgrund darstellen. Sein Argument: Bund und Land gäben auch sehr viel Geld für den Straßenbau aus.

Das Stockheimer Lieschen unter Strom zu setzen, sei auch nur ein Teil des Ausbaus. Die zumeist eingleisige Strecke benötigt längere Abschnitte für einen zweispurigen Betrieb und weitere Ausweichgleise, besonders wenn Büdingen hinzukomme. Eine Seilbahn zwischen Niederdorfelden und Bad Vilbel zu spannen, bezeichnet Kraft als „Spinnerei“ und der Einsatz von Ressourcen an falscher Stelle.

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