Wetterau

Zweiter Pflegestützpunkt soll her

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Neben Büdingen braucht der Kreis dringend eine weitere Anlaufstelle für Rat und Hilfe rund um die Pflege. Daran arbeitet Sozialdezernentin Becker-Bösch mit Hochdruck.

Im Wetteraukreis soll so schnell wie möglich ein zweiter Pflegestützpunkt entstehen. Das hat sich Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch (SPD) zum Ziel gesetzt. „Der Bedarf nimmt zu, er geht nicht zurück. Dem dürfen wir uns nicht verschließen“, mahnt sie. „Er ist dringend nötig.“ Ein Pflegestützpunkt bietet kompetent und unabhängig von Trägern allgemeine Informationen, Auskünfte und Beratungen zum Thema Pflege.

Der bislang vorhandene Stützpunkt in Büdingen reiche bei weitem nicht mehr aus, es müsse unbedingt ein zweiter im westlichen Kreis entstehen. Allein wegen der Fahrstrecken.

Bereits kurz nach ihrem Amtsantritt im vergangenen Herbst habe sie einen formlosen Antrag gestellt, in den kommenden Tagen soll ein formeller beim hessischen Sozialministerium folgen. Denn Wiesbaden muss ihn genehmigen. „Die Notwendigkeit hat inzwischen auch die Kassenärztliche Vereinigung eingesehen“, so die Sozialdezernentin gegenüber der FR. Die KV habe den Bedarf erkannt und im Landespflegeausschuss Zustimmung zu einem weiteren Pflegestützpunkt signalisiert.

Durch die Änderung des Pflegegesetzes und die Umwandlung von Pflegestufen in Pflegegrade wachse der Bedarf für Beratung, Hilfe und Unterstützung rund um die Pflege bei vielen Angehörigen umso mehr. „Die Menschen brauchen Hilfe bei der Frage, ob die pflegebedürftigen Eltern etwa in der gewohnten Umgebung bleiben können oder in ein Pflegeheim müssen. Sie brauchen auch kompetente Unterstützung beim Stellen der Anträge“, zählt die Sozialdezernentin auf.

Beim Standort will sie sich noch nicht festlegen, sondern erst die Genehmigung abwarten. „Hauptsache zentral. Ein Schritt nach dem anderen machen.“ Dennoch hofft sie noch in diesem Jahr auf grünes Licht aus Wiesbaden. „2017 sollte es schon sein. Da bin ich sehr hartnäckig.“

Beim Seniorenbeirat des Wetteraukreises rennt sie offene Türen ein. „Wir sind sehr froh, dass es den Pflegestützpunkt in Büdingen gibt, an den wir bei all diesen Fragen rund um die Pflege weitervermitteln können“, so Seniorenbeiratsvorsitzende Renate Klingelhöfer. „Dort ist jedoch die Kapazitätsgrenze erreicht, so dass die Beratungsgespräche nicht immer zeitnah erfolgen können. Auch ist die Fahrt nach Büdingen für viele aus dem Westkreis nicht immer einfach.“

Zweite große Baustelle der Sozialdezernentin. Eine stationäre Hospizeinrichtung. Denn die fehlt im Vergleich zu den Nachbarkreisen noch im Wetteraukreis. „Wir können es als Kreis nicht betreiben und haben noch keinen Träger gefunden“, berichtet sie. Da habe bisher „das Grundinteresse gefehlt“, obwohl es mehrere Hospizvereine und Hilfsinitiativen gebe. Die möchte sie am besten bündeln, zusammenführen, um so ein stationäres Hospiz zu schaffen. „Denn auch hier steigt der Bedarf.“

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