Karben

Lückenschluss im Stadtzentrum

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Beim Brunnenquartier zeichnen sich intensive Diskussionen ab.

Brunnenquartier“ könnte der vorläufig letzte Teil von Karbens Innenstadt heißen, wenn er fertig ist. Bislang ist es nur ein Arbeitstitel. Er bezeichnet die Pläne, auf 7,9 Hektar zwischen Brunnenstraße und Luisenthaler Straße die letzte große Freifläche im Zentrum der 23 000 Einwohner zählenden Stadt im Wetteraukreis zu bebauen. Wohnungen für einen „breiten Querschnitt der Gesellschaft“ sollen dort laut Bauamtsleiter Heiko Heinzel entstehen. Klar ist, dass es keine Einfamilienhäuser sein werden. Wie viele Wohnungen Platz finden, ist noch offen.

Es ist damit zu rechnen, dass man in der Stadtverwaltung und im Stadtparlament intensiv über die Gestalt des künftigen Quartiers diskutieren wird – und das nicht nur, weil sich das Areal an einer prominenten Stelle befindet. Wer von der B3 in Karbens Zentrum fährt, kommt an ihm vorbei. SPD und Grüne haben bereits Vorstellungen geäußert, wie das Gelände ihrer Meinung nach entwickelt werden sollte. Die Ökopartei fordert ein „besonders fuß- und fahrradfreundliches Quartier“. Dazu zähle eine „weitgehende Autofreiheit des Quartiers“. Außerdem solle die Stadt eine Quote für sozialen Wohnungsbau von mindestens 20 Prozent vorgeben.

Der BUND Karben wird genau darauf achten, dass der angekündigte mindestens 30 Meter breite Grünstreifen tatsächlich kommt, zumal dessen Vorsitzende Birgit Scharnagel kürzlich äußerte, sie sehe derzeit „überhaupt keinen Sinn darin, noch ein weiteres Baugebiet in Karben zu beginnen“.

Dabei gibt es die Pläne für das „Brunnenquartier“ schon länger. Es ist Teil der 2011 begonnenen Innenstadtentwicklung. Die Grundlage dafür hatte das Friedberger Ingenieurbüro Frielinghaus mit einer städtebaulichen Studie geliefert.

Mitte September bis Mitte Oktober suchte die Stadt in einem Interessenbekundungsverfahren nach Planungsbüros, die einen städtebaulichen Rahmenplan und das weitere Prozedere entwickeln. Es hätten sich „ausreichend“ Interessenten gemeldet, sagte Fachbereichsleiter Heinzel gestern. Die drei Besten werde die Verwaltung noch in dieser Woche anschreiben und auffordern, ein Angebot abzugeben. Diese würden dann den Stadtverordneten in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt. Die Einwohner sollen zu einem späteren Zeitpunkt eingebunden werden.

Die SPD will, dass dies früh geschieht. In einem Antrag für das Stadtparlament am 2. November schreibt die Partei, der Magistrat solle den Bürgern die Möglichkeit einräumen die „Angebotspräsentationen“ kennenzulernen, bevor die Investorenauswahl beginne, und zwar im Rathaus, auf der Homepage der Stadt und in einer Ausschusssitzung.

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