Rosbach

Erfolgreiches Begehren

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Die Kita-BI hat genug Unterschriften für einen Bürgerentscheid gegen den geplanten Abriss gesammelt.

Die Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt der Kindertagesstätte Brüder Grimm in Ober-Rosbach hat weit vor dem Ablauf der Frist genügend Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt. Wie eine Sprecherin der BI gestern mitteilte, waren bis Montagnachmittag rund 1300 Unterschriften zusammengekommen. Erforderlich sind 953. Die Hessische Gemeindeordnung (HGO) schreibt vor, dass in Gemeinden mit bis zu 50 000 Einwohnern zehn Prozent der wahlberechtigten Einwohner ein Bürgerbegehren unterstützen müssen, damit es zu einer Abstimmung kommen kann.

Man werde aber trotzdem weiter sammeln, äußerte die BI-Sprecherin am Montag. Weitere Listen seien im Umlauf. „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen“, sagte BI-Mitglied Friedrich Creutz bereits vor einigen Tagen. Die Entscheidung liege nun in der Hand der Bürger. Die von Eltern und Großeltern gegründete BI will die Schließung und den Abriss der Kita an der Brüder-Grimm-Straße verhindern. Sie fordert die Kita zu sanieren.

Das Stadtparlament hatte am 18. April mit den Stimmen von SPD, Freien Wählern und der Vereinigung „Stimme Rosbach“ beschlossen, im Neubaugebiet „Die Sang“ eine integrative Kita mit zwei U3-Gruppen und sechs Ü3-Gruppen zu errichten. Die Kita Brüder Grimm soll dem Beschluss zufolge in die neue Einrichtung integriert und das Gebäude anschließend abgerissen werden. Für den Abbruch und den Neubau rechnet die Stadtverwaltung mit Kosten in Höhe von 4,2 Millionen Euro. Dies sei „mit Abstand die kostengünstigste Variante“, äußert der Magistrat. Die BI lehnt die ihrer Meinung nach „überdimensionierte Einrichtung“ mit mehr als 170 Plätzen ab.

Laut Bürgermeister Thomas Alber (parteilos) müssten vor einer Sanierung am bisherigen Standort Altlasten im Boden entfernt werden, weil auf dem Gelände bis 1970 ein Gemeindemüllplatz gewesen sei. Die BI widerspricht: Seit dem Beginn kontinuierlicher Kontrollen vor mehr als 25 Jahren seien nie Grenzwerte überschritten worden, und die Deponie sei „fachmännisch abgedichtet“. Für den Betrieb der Kita wird ein freier Träger gesucht. Dieser soll sie auch errichten.

Im Neubaugebiet „Die Sang“ an der Bundesstraße 455 sollen in den kommenden Monaten rund 230 Wohnungen entstehen. 

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