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SPD: Flächen für Wohnungen werden knapp

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Von: Andreas Groth

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Ein Handwerker bei der Arbeit (Symbolfoto).
Ein Handwerker bei der Arbeit (Symbolfoto). © Oliver Berg (dpa)

Die Stadt soll sich bei anderen Städten schlau machen, wie sich bezahlbarer Wohnraum schaffen lässt. Man wolle keine Stadt nur für Wohlhabende werden, heißt es.

Nach Meinung der SPD in Bad Vilbel steht die Stadt unter großem Druck, bezahlbaren Wohnraum für mittlere Einkommen zu schaffen. „Der Verkauf von städtischen Grundstücken zu Quadratmeterpreisen im niedrigen vierstelligen Bereich schafft Wohnraum, der von Normalverdienern oder Arbeitssuchenden nicht zu bezahlen ist“, heißt es in einem Antrag für das Stadtparlament. Zudem neigten sich die städtischen Grundstücke, die zur Wohnbebauung geeignet seien, dem Ende zu. Die Stadtverordneten sollten deshalb den Magistrat beauftragen, noch in diesem Jahr Modelle anderer Kommunen zu erörtern, die „erfolgreich“ bezahlbaren Wohnraum schafften. Dafür solle die Stadt eine Veranstaltung organisieren, zu der sie Vertreter dieser Kommunen einlädt.

„Bad Vilbel unternimmt zu wenig, um Wohnraum für Menschen mit üblichen Einkommen zu schaffen“, meint der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Lochmann. „Verkäuferinnen, Erzieherinnen oder Polizisten berichten, dass für sie kaum bezahlbarer Wohnraum gemietet werden kann.“ Die Stadt selbst weist überdies in dem Entwurf ihres neuen Feuerwehr-Entwicklungsplanes darauf hin, dass der Freiwilligen Feuerwehr wegen steigender Wohn- und Mietpreise Mitglieder verloren gingen.

Wie Stadtrat Klaus Minkel (CDU) auf Anfrage mitteilt, sind in Bad Vilbel noch etwa 15 000 Quadratmeter übrig, auf denen Wohnungen errichtet werden könnten, davon 4000 Quadratmeter im Baugebiet Quellenpark. In den nächsten Monaten wolle er weitere Flächen vorstellen. Zurzeit laufe die Ausschreibung für den Bau von 73 Mietwohnungen, die der Immobilien-Eigenbetrieb der Stadtwerke in Dortelweil errichten will. Rund ein Drittel dieser Wohnungen soll laut Minkel für einen Quadratmeterpreis von weniger als acht Euro zu mieten sein. Bei einem weiteren Drittel soll der Preis knapp unter neun Euro liegen. Fördermittel wolle man nicht in Anspruch nehmen. Man müsse bedenken, dass das durchschnittliche Einkommen in Bad Vilbel etwa ein Drittel über dem Bundesdurchschnitt liege, so Minkel.

Die SPD treibt trotzdem die Sorge um, dass sich bald nur noch Wohlhabende eine Wohnung in Bad Vilbel leisten könnten. „Das ist nicht das, was wir wollen“, sagt Lochmann. Die Stadt müsse sich von der Maxime verabschieden, Grundstücke möglichst teuer zu verkaufen, damit der Haushalt saniert werde. 

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