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Mit Spaß den richtigen Job finden

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Schüler schnuppern im BBW Handwerkerluft.
Schüler schnuppern im BBW Handwerkerluft. © Renate Hoyer

Mauern, Schweißen, Löten - "Handwerk(en) hat goldenen Boden“ ist die Berufsfindungsmesse des Bildungswerks überschrieben. Schüler aus Karben wollen mehr darüber wissen. Sie schnuppern in 15 Berufe rein.

Von Bruno Rieb

Joan, Larissa und Chiara aus der 7. Klasse der Bad Vilbeler John-F.-Kennedy-Schule mauern mit Vergnügen einen Posten. Es mache Spaß, den Mörtel auf die Steine zu klatschen, sagen sie. Nebenan demonstriert Mathias Keller von der Hessischen Gas-, Wasser- und Rohrleitungsbau GmbH (HGW) aus Bad Vilbel, wie dicke Wasserleitungsrohre aus Kunststoff fachgerecht bei 220 Grad verschweißt werden. Er wirbt für den Beruf des Rohrleitungsbauers in der Fachrichtung Kunststoffbearbeitung. Draußen heizen Schüler Kohle kräftig auf und bringen darin Metall zum Glühen. Schmiedemeister Bernd Christopher demonstriert, wie sein Handwerk funktioniert

In einer anderen Werkstatt des Berufsbildungswerkes Südhessen (BBW) in Karben verlötet Richard Schaub von der Firma Frio zwei dünne Kupferrohre. Seine Firma bildet Mechatroniker in der Kälte- und Klimatechnik aus. Bei der Firma Rewe Fuchs aus Karben fühlen sich Schüler in den Beruf des Verkäufers ein: Sie räumen ein Verkaufsregal ein und bewältigen dabei mit Kartons, gefüllt mit Marmeladegläsern, einen Parcours.

Das BBW war am Donnerstag Schauplatz der Berufsfindungsmesse „Handwerk(en) hat goldenen Boden“, die von der „Initiative für Arbeit – Südliche Wetterau“ organisiert worden war. 13 Firmen, vor allem Handwerksbetriebe, beteiligten sich und stellten 15 Berufe vor. Rund 100 Schüler kamen, Haupt- und Realschüler aus der Karbener Kurt-Schumacher-Schule, der Bad Vilbeler John-F.-Kennedy-Schule, der Rosbacher Erich-Kästner-Schule oder der Friedberger Henry-Benrath-Schule sowie der Brunnenschule, eine Förderschule in Bad Vilbel.

Anschauliche Demonstration

Die Wetterauer Arbeits-Initiative will durch die anschauliche Demonstration der Berufe Schüler für Berufsausbildungen gewinnen. So seien sie besser zu überzeugen als durch Worte, meint Peter Nickel von der Arbeits-Initiative. „Die Schüler finden so einen Tag geil“, berichtet Markus Ochs, Konrektor der Kennedy-Schule. „Der Tag ist Gold wert für uns“, sagt Franz Wild, Leiter der Schumacher-Schule. Hier werde die Welt des Handwerks erlebbar gemacht, „das geht nicht durch Arbeitsblätter“, stellt Fabian Alzheimer von der Brunnenschule fest. Die Begeisterung, mit der die Schüler an diesem Tag im BBW am Werke sind, bestätigt die Aussagen der Pädagogen

Die Betriebe lassen sich ihren Auftritt im BBW etwas kosten. Mindestens 500 Euro müsse ein Unternehmen dafür investieren, schätzt Nickel. Es ist eine Zukunftsinvestition, denn Handwerker haben zunehmend Probleme, Lehrlinge zu finden.

Vor allem bei Bäckern, Fleischern, Maurern und Dachdeckern sieht es schlecht aus, sagt Martin Pott, Geschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden. Die Kammer hat die Schirmherrschaft über die vorbildliche Ausbildungsmesse übernommen. Es gebe immer weniger Schüler und der Konkurrenzdruck für die Handwerksbetriebe bei den Ausbildungsplätzen durch Industrie und Dienstleistungsunternehmen werde immer stärker. „Wir rollen jetzt den Lehrlingen den roten Teppich aus“ sagt Pott.

Das Karbener Berufsbildungswerk mit seinen Lehrwerkstätten für rund 30 Berufe ist ein idealer Ort für diese besondere Lehrstellenschau.

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