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Was tun, wenn an einer Schule gemobbt wird? Der Verein MIPS gibt Tipps.
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Was tun, wenn an einer Schule gemobbt wird? Der Verein MIPS gibt Tipps.

Hilfe gegen Mobbing

Soziales Lernen lernen

Der Verein MIPS bietet an Schulen Workshops zum Thema Mobbing an - denn viele Lehrer sind darauf nicht vorbereitet. Von Anfang an mit dabei ist Karl Dambach aus Karben.

Von Monica Bielesch

Wenn Jugendliche ihre Konflikte in der Schule und im Unterricht austragen, dann finden Lehrer dafür oft keine Lösungen. Der Verein „Mobbing-Intervention und –Prävention in der Schule“, kurz MIPS, bietet dafür seit vielen Jahren Hilfestellungen.

Der Karbener Karl Dambach ist Gründungsmitglied und erinnert sich an die Beweggründe, den Verein vor acht Jahren ins Leben zu rufen. Schon in seiner Zeit als Referendar an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Frankfurt sei es ihm schwergefallen, die Konflikte und das Verhalten der problematischen Jugendlichen zu verstehen. Sein Lehrer-Studium hätte ihn darauf nicht vorbereitet. Daher begann Dambach zusätzlich ein Psychologie-Studium und beschäftigte sich mit gruppendynamischen Prozessen.

Er schrieb ein Buch über „Mobbing in der Schulklasse“ und arbeitete schließlich in der Lehrerausbildung. Dort stellte er immer wieder fest, dass die jungen, angehenden Lehrer viele Lücken in ihrer Ausbildung haben. „Sie haben zwar Mathe studiert, aber keine Pädagogik“, so der heute 65-jährige Pensionär.

Gemeinsam mit einer Gruppe von Referenten, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigten, gründete Dambach dann MIPS. „Wir wollen hauptsächlich einen sozialen Lernprozess in Gang setzen.“ Die Situation in der Lehrerausbildung hätte sich leider nicht verbessert, so Dambach. „Mobbing in Schulen ist kein Thema an den Unis, die jungen Lehrer sind darauf nicht vorbereitet.“

Der gemeinnützige Verein MIPS will Schulen und Eltern konkrete Hilfe anbieten. Dazu halten die Referenten zumeist Workshops ab. „Meistens werden wir von Gymnasien angefordert“, erzählt Dambach. In den Workshops geht es zum Beispiel darum, wieso es überhaupt Mobbing gibt oder es gibt Übungen für die Lehrer. „Es geht darum, soziales Lernen zu lernen, Mitgefühl zu lernen.“ Anschließend müsste das neue Wissen in den alltäglichen Unterricht einfließen. Aber dies falle vielen Lehrern aufgrund der Arbeitsbelastungen schwer, hat Dambach beobachtet.

Auch mit Schulklassen arbeitet der Verein. Die Kinder sollen Gewaltsituationen bereits frühzeitig erkennen, um ihnen auszuweichen oder sich nicht provozieren zu lassen. „Es geht darum, wie ein Kind vermeiden kann, die Opferrolle einzunehmen.“

Mobbing-Kreisläufe können beendet werden, wenn die Systematik verstanden wird

Mit Sorge beobachtet Dambach die Zustände im Internet, wo Jugendliche auf Webseiten öffentlich andere erniedrigen oder demütigen. „Das hat zugenommen und das Internet ist eine ganz andere Plattform, weil die Inhalte nicht mehr löschbar sind.“ Jugendliche speichern sich die Inhalte auf ihre Handys oder auf ihre Computer. Es finde dadurch eine zunehmende Verrohung statt, meint Dambach. „Und es erfolgt durch die Medien eine Banalisierung des Grausamen.“

MIPS arbeitet mit rund zwölf Referenten hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet. Insgesamt hat der Verein rund 40 Mitglieder. Dambach selbst bietet auch Coaching für Mobbing-Opfer an. Dabei arbeitet er mit dem Opfer und seinen Eltern zusammen und zeigt ihnen Lösungen, um dem Mobbing-Kreislauf zu entkommen.

Und auch wenn die Arbeit des Vereins an den Schulen mühselig und oftmals wenig erfolgreich sei, werden Dambach und seine Kollegen nicht müde, die Systematik von Mobbing zu erklären und Wege daraus aufzuzeigen. „Es ist wichtig, dass Lehrer das verstehen und die Not der Kinder und Jugendlichen erkennen, die Täter oder Opfer sind.“

www.mips-ev.de

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