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Vom Landtag ins Kita -Team von Ruth Homann (Mitte).
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Vom Landtag ins Kita -Team von Ruth Homann (Mitte).

Bad Vilbel

Sorge um die Bildung in der Kita

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Erzieherinnen der integrativen Kindertagesstätte Arche Noah in Bad Vilbel vermitteln CDU-Politiker Utter ihre Kritik am Kinderförderungsgesetz. Für sie sind einige Forderungen darin erschreckend.

Schön war’s, „ein toller Tag“, fasst Tobias Utter seine Hospitanz in der integrativen Kindertagesstätte Arche Noah in Bad Vilbel zusammen. „Ich spiele gern mit Kindern.“ An ihnen gefalle ihm besonders, „dass immer alles sofort rüberkommt“. Wenn sie sich freuten – aber auch wenn sie wütend seien.

Nicht direkt wütend, jedoch sehr energisch und kritisch sind die vier Erzieherinnen des Arche-Noah-Teams, mit denen der Landtagsabgeordnete und Chef der Bad Vilbeler CDU im Anschluss an seine vormittägliche Hospitanz diskutiert. Thema: das hessische Kinderförderungsgesetz (KiföG), das die Landtagsfraktionen von CDU und FDP eingebracht haben. In erster Lesung wurde darüber Mitte Dezember 2012 beraten. Noch vor der Sommerpause soll es verabschiedet werden und 2014 in Kraft treten.

„Es sind einige Forderungen dabei, die uns mit großem Schrecken erfüllen“, sagt Kita-Leiterin Ruth Homann. Erschreckt hat sie jüngst auch die Aussage eines Vaters: Angesichts solcher Gesetze müsse man sich doch nicht wundern, wenn die Menschen keine Kinder mehr bekommen wollten.

Theorie und Praxis seien oft weit voneinander entfernt, sagt Gabriele Tinkl, die die integrative Gruppe der Arche Noah betreut. Das müsse den Verantwortlichen klar sein, deswegen habe man Utter als zuständigen Landtagsabgeordneten eingeladen, einen Tag in der Kita zu verbringen, „damit er sich mal ein Bild machen kann, wie unsere pädagogische Arbeit tatsächlich aussieht und was in einer Kita geleistet wird“. Denn, das ist die größte Sorge der Erzieherinnen: Wenn das KiföG umgesetzt wird wie vorgesehen, „können wir unseren Beruf, an den wir gewisse Vorstellungen und Ansprüche knüpfen, so nicht mehr machen“, sagt Homann. Eine Kita habe schließlich auch einen Bildungsauftrag. Das KiföG werde diesen jedoch nicht sichern oder verbessern, im Gegenteil: „Wir werden von einer Bildungseinrichtung abrutschen in eine Aufbewahrungsanstalt.“

101 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren werden in der Einrichtung von elf Vollzeitkräften betreut. Es gibt zwei Gruppen zu je 23, zwei zu je 20 Kindern. Die Integrationsgruppe zählt 15 Kinder. Laut KiföG soll die Gruppengröße für über Dreijährige auf maximal 25 Kinder angehoben werden. Schon jetzt sei es, etwa wenn eine Kollegin krank sei, ein „Spagat, doch noch alles irgendwie hinzubekommen“, sagt Erzieherin Sabine Schulz. Den Erziehermangel mit pädagogisch nicht qualifiziertem Personal zu beheben, sei allerdings nicht die Lösung. Bis zu 20 Prozent Laien dürften laut KiföG eingestellt werden. Auch darunter, fürchtet das Team, werde die Qualität der pädagogischen Arbeit leiden – so wie das Ansehen des Erzieher-Berufs.

Zwar zahle das Land Zuschüsse für die Kitas, die bis 2014 sogar steigen sollen von 355 auf 424,5 Millionen Euro im Jahr, sagt Utter. Ansonsten gebe das KiföG lediglich die Mindeststandards vor, während Betrieb und Finanzierung im Wesentlichen Sache der Kommune sei. Utter verspricht: „Ich werde Ihre Kritik und Sorgen in Wiesbaden einbringen“.

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