Contitech in Karben

Solidarität mit Contitech-Beschäftigen

  • Andreas Groth
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Der Autozulieferer Contitech hält am geplanten Stellenabbau in Karben (Wetterau) fest. Parteien der Stadt stellen sich hinter die Belegschaft.

Nach der Ankündigung des zum Continental-Konzern gehörenden Autozulieferers Contitech im Herbst 2017, in Karben rund 160 Stellen abzubauen, haben sich die Parteien in der 23 000-Einwohner-Stadt und Bürgermeister Guido Rahn (CDU) abermals hinter die Belegschaft gestellt. Vertreter der Parteien und Rahn trafen sich kürzlich mit der Betriebsratsführung. „Wir nehmen die Anliegen der Arbeitnehmer sehr ernst und haben zugesagt, uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für den Erhalt der Arbeitsplätze vor Ort einzusetzen“, sagte der Kärber CDU-Vorsitzende Mario Beck.

Bereits im Oktober 2017 hatten die Stadtverordneten eine Resolution beschlossen, in der sie ihre Solidarität mit den Beschäftigten erklärten. Den Abbau eines Viertels der 640 Stellen in dem Werk im Industriegebiet Klein-Karben innerhalb von fünf Jahren hatte der Konzern gut fünf Wochen zuvor bekanntgegeben. Contitech stellt dort Schlauchleitungen für Autos und Lastwagen her. Auf Anfrage teilte ein Sprecher von Contitech nun mit, das Unternehmen halte an der geplanten Stellenstreichung fest. Wegen seit Jahren „sinkender Umsätze“ am Standort Karben werde dies notwendig sein. Bei 40 Prozent handele es sich um Stellen, bei denen die entsprechenden Mitarbeiter in Rente gingen. 

Auch Leiharbeiter betroffen

Es sei das gemeinsame Ziel von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, „sozialverträgliche Lösungen“ zu finden, äußerte der Sprecher. „Wir versuchen seit Jahren, den Standort wettbewerbsfähig aufzustellen und neue Aufträge zu generieren“, äußerte der Sprecher. Dabei würden neue Projekte „bis zum Äußersten“ kalkuliert, jedes nur erdenkliche Einsparungspotenzial am Standort werde geprüft. Letztlich sei dies jedoch nur bis zu einer bestimmten Grenze möglich. Auch 2018 rechnet Contitech in Karben mit einem weiteren Umsatzrückgang.

Der Betriebsrat hat eine andere Sicht. Er ist gegen die Abbaupläne. Seit dem vergangenen Jahr habe sich die Auftragslage verbessert, sagt der Betriebsratsvorsitzende des Kärber Werks, Peter Widera. Contitech habe sogar Leiharbeiter eingestellt, um die Arbeit bewältigen zu können. Kunden hätten die Stückzahlen ihrer Bestellungen erhöht, immer wieder erreichten neue Aufträge Contitech in Karben. „Wir haben Arbeit ohne Ende.“ Widera weist darauf hin, dass außer den 160 Mitarbeitern der Stammbelegschaft fast genauso viel Fremdpersonal betroffen wäre, etwa 140 Leiharbeiter.

Erste Gespräche mit Arbeitnehmervertretern hat es bereits gegeben. In offizielle Verhandlungen getreten sind beide Seiten noch nicht. Die Politik werde jedenfalls weiter für den Standort kämpfen, sagt CDU-Mann Beck. Eine Schließung des Werks hat Contitech bisher nicht geplant. 

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