Nidda

Sexualisierte Gewalt in der Schule

  • vonDiana Unkart
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Der Frauen-Notruf hat seinen Jahresbericht vorgelegt. Demnach erfahren immer mehr Jugendliche Gewalt schon in der ersten Beziehung. Besonders häufig von sexualisierter Gewalt betroffen sind Frauen und Mädchen mit Behinderungen.

Der Frauen-Notruf Wetterau hat seinen Jahresbericht 2017 vorgelegt. Schwerpunkt sei Gewalt im Jugendalter, heißt es in einer Mitteilung. Studien hätten gezeigt, dass viele Jugendliche Gewalt schon in ihrer ersten Beziehung erlebten. In der „Speak!“-Studie hätten 55 Prozent der befragten Mädchen und 40 Prozent der befragten Jungen angegeben, bereits Erfahrungen mit nichtkörperlicher sexualisierter Gewalt gemacht zu haben. Oft würden die Jungen und Mädchen diese Formen von Gewalt in der Schule erleben. „Die Zahlen zeigen, dass Lehrer und Eltern dringend Informationen brauchen, um auf diese Entwicklung reagieren zu können“, heißt es in der Mitteilung weiter. Ziel sei es, Strukturen zu erschaffen, die helfen, sexualisierte Gewalt zu verhindern.

Mädchen und Frauen mit Behinderung erlebten deutlich häufiger Gewalt. Es sei notwendig neue Präventions- und Hilfsangebote zu entwickeln und bestehende auszuweiten. 2017 sei deshalb die Arbeit im Netzwerk „Suse – sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken“ fortgesetzt worden. Aus dieser Arbeit sei das Projekt „Die starke Suse“ hervorgegangen. Das Projekt richtet sich an Mädchen und Frauen mit Beeinträchtigung. In Workshops werden Möglichkeiten vermittelt, um sich vor sexualisierten Übergriffen zu schützen. Auch wird gezeigt, wo sie sich bei Bedarf Hilfe holen können. Die Koordination der medizinischen Soforthilfe für Opfer einer Vergewaltigung sei im vergangenen Jahr fortgesetzt worden. 17 Frauen hätten das Angebot in Anspruch genommen, die meisten seien jünger als 20 Jahre gewesen. Das Beratungsangebot wird im Laufe des Jahres um eine Online-Beratung erweitert. diu

Der Jahresbericht steht auf www.frauen-notruf-wetterau.de zum Abruf bereit oder ist gedruckt beim Frauen-Notruf erhältlich. Die Beratungsstelle befindet sich in Nidda, Hinter dem Brauhaus 9, und kann von 9 bis 13 Uhr, mittwochs zusätzlich von 15 bis 19 Uhr, erreicht werden. Kontakt: 0 60 43/ 44 71 oder info@frauennotruf-wetterau.de.

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