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Prassel (links) und Richardt gehören zu den Organisatoren.
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Prassel (links) und Richardt gehören zu den Organisatoren.

Bad Vilbel

Seniorenmesse, die nicht so heißen soll

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Es ist die erste Messe ihrer Art in Bad Vilbel: Gut 40 Aussteller geben am Wochenende in Bad Vilbel-Dortelweil Tipps für den Lebensabend.

„Seniorenmesse“ wollten Dieter Richardt und seine drei Mitstreiter ihr Werk nicht nennen. Zum einen fühlten sich viele ältere Menschen noch gar nicht als Senioren, sagt der 74-Jährige. Zum anderen solle man frühzeitig damit beginnen, für den Lebensabend vorzusorgen. Egal, ob es darum gehe, die eigenen vier Wände barrierefrei umzubauen, bei Bedarf finanzielle Hilfen aufzutun oder aber sich durch dosierte sportliche Aktivitäten fitzuhalten. „Das sind Überlegungen, die stelle ich nicht erst mit 80 an“, sagt Richardt. Und wenn doch, laufe etwas falsch.

Gemeinsam entschieden sich Richardt, seine Tochter Hilke Bender, Hans-Joachim Prassel und Rolf Bender deshalb für den Namen „Messe 50+“. Es ist die erste Messe in Bad Vilbel, die sich mit dem Älterwerden befasst. Als Privatpersonen und aus Überzeugung haben die vier Bad Vilbeler die Organisation in die Hand genommen, wie sie sagen.

Gut 40 Aussteller haben sich für die Veranstaltung im Kultur- und Sportforum Dortelweil am nächsten Wochenende angekündigt. Sie informieren über altersgerechtes Wohnen und Pflege, über Freizeit und Finanzen sowie die miesen Maschen von Betrügern. Außerdem gibt es 16 Vorträge von Fachleuten zu den verschiedensten Themen. Das Internet könne eine solche Messe nicht ersetzen, meint Prassel, der seit Ende April 2016 auch als erster Behindertenbeauftragter der Stadt fungiert. „Man wird überschüttet mit Informationen, die nichts bringen, weil sie allgemein sind“, sagt der 60-Jährige. Bei ihrer Messe könne man sich individuell beraten lassen.

Richardt habe auf der Suche nach Mitstreitern bei ihm keine Überzeugungsarbeit leisten müssen. Die Idee, schon 51-Jährige anzusprechen, hat Prassel überzeugt. „Wenn man jung ist, denkt man nicht an Krankheit und Behinderung.“ Ein Frage der Sozialisation, findet Prassel, der seit einem Sportunfall in den 1980ern im Rollstuhl sitzt. „Wir sind stark, so sind wir erzogen.“

Die Vorsitzende des Seniorenbeirats in Bad Vilbel, Veronika Ilten, ist angetan von dem Engagement der Initiativgruppe um Dieter Richardt. „Eine tolle Organisation, ich bin sehr beeindruckt davon, was die auf die Beine stellen“, sagt die 73-Jährige. Ilten weiß aus Erfahrung, was ältere Menschen beschäftigt. Neben Gesundheit sei Sicherheit das Thema, das bei Veranstaltungen des Seniorenbeirats den meisten Anklang finde.

Messen für ältere Menschen wurden im Wetteraukreis bereits in anderen Städten ausgerichtet, zum Beispiel in Karben und Bad Nauheim. In der Kurstadt gibt es seit vielen Jahren die sogenannten Gesundheitstage, die sich bewusst auch an jüngeres Publikum richten. In Butzbach gehört eine maßgeblich vom dortigen Seniorenbeirat organisierte Seniorenmesse mittlerweile jedes zweite Jahr zum festen Programm der Stadt. Kreissozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch (SPD) wünscht sich, dass mehr Städte diesem Beispiel folgen. „Die Messen sollten durch die örtlichen Seniorenbeiräte unter Einbeziehung weiterer Vereine und Kommunen ausgerichtet werden“, sagt die Kreisbeigeordnete.

„Alle wollen lange leben, aber keiner will alt sein“, sagt Dieter Richardt. Doch man müsse nicht voller Sorgen ins Alter gehen. „Wir wollen zeigen“, ergänzt seine Tochter Hilke Bender, „man ist nicht alleine.“

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