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Hochheim: Seniorenheim-Investor steigt aus

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Die Josefs-Gesellschaft will das Finanzierungsrisiko für geplanten Neubau nicht eingehen. Steigt das Deutsche Rote Kreuz ein?

Die Kölner Josefs-Gesellschaft und die Antoniushaus GmbH werden das geplante Seniorenzentrum im Neubaugebiet Schänzchen III nicht errichten und betreiben. Das teilte die Geschäftsführung gestern mit. Grund sei ein unkalkulierbares Kostenrisiko, das die Gesellschaft nicht eingehen wolle. Laut dem Vorstandssprecher der Josefs-Gesellschaft, Theodor Michael Lucas, fehlen trotz eines geplanten Trägerzuschusses von 25 Prozent der Baukosten pro Pflegeheimplatz 40 000 Euro an Fördergeld. „Bei 67 Plätzen sind das 2,7 Millionen Euro.“

Als Grund nannte Lucas die stark gestiegenen Baukosten sowie die erhöhten gesetzlichen Anforderungen für stationäre Pflegeeinrichtungen, die 2018 in Hessen in Kraft getreten seien. Bislang akzeptierten die Landkreise lediglich einen Refinanzierungsbetrag von knapp 84 000 Euro pro Platz für den Neubau von Pflegeheimen. Das sei zu wenig, um kostendeckend zu bauen, Zwar habe der Main-Taunus-Kreis zugesichert, die Fördersumme aufzustocken, falls ein höherer Abschluss im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Investitionsaufwendungen in Hessen erreicht werde. Die Josefs-Gesellschaft wolle sich aber auf das Risiko nicht einlassen, erläutert Lucas. Gebraucht werden seinen Angaben zufolge 140 000 Euro an Förderung pro Platz. Ein solcher Richtwert für vollstationäre Einrichtungen gelte beispielsweise in Baden-Württemberg.

Hochheims Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) hat gestern erfahren, dass das als Vorzeigeprojekt geplante „Quartiershaus der fünften Generation“ mit kleinen Hausgemeinschaften und voll- und teilstationären Angeboten für Senioren nicht gebaut wird. Die Josefs-Gesellschaft hatte im Sommer 2015 den Zuschlag für den Bau des Altenpflegeheimes vom Parlament erhalten.

Knapp unterlegen war damals das Deutsche Rote Kreuz, das ein ähnliches Konzept für ein Seniorenzentrum mit Pflegeheim ausgearbeitet hatte. Es könnte jetzt doch verwirklicht werden. Das DRK habe bereits Interesse signalisiert, das Projekt zu übernehmen, sagte Westedt der FR.

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