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Wetterau

Schulweg ohne Bürgersteig

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Für Schulwege, die die Kinder laut Schulgesetz auch laufen könnten, bezahlt der Wetteraukreis keine Schülerjahreskarten mehr - es sei denn der Weg ist gefährlich. Doch welche Schulwege die Verkehrsgesellschaft Oberhessen als sicher einstuft, sorgt für Unmut bei vielen Eltern.

Tobias und Diana Heidrich aus Rockenbergs Ortsteil Oppershofen verstehen die Welt nicht mehr. Obwohl sowohl die Polizei als auch Rockenbergs Bürgermeister Manfred Wetz auf dem Schulweg zwischen Oppershofen und Rockenberg eine „besondere Gefahr“ sehen, hat die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) die Familie darüber informiert, dass ihr achtjähriger Sohn Jonas im kommenden Schuljahr keine Schülerjahreskarte bezahlt bekommt.

Der Stepke geht derzeit in die zweite Klasse der Grundschule in Oppershofen. Nach den Sommerferien aber wird er gemeinsam mit den Kindern des anderen Ortsteils die Schulbank in Rockenberg selbst drücken müssen. Die Schule ist vom Haus seiner Eltern 1,9 Kilometer entfernt – eine Entfernung, die die Kinder laut Schulgesetz auch laufen könnten und für die es keine freien Schülerjahreskarten gibt. Es sei denn der Weg ist gefährlich.

Genau darum dreht sich der Streit, seit die VGO Anfang Juli Post an Eltern verschickt hat und ihnen angekündigt hat, dass der Kreis in manchen Fällen die Kosten für Jahreskarten in Zukunft nicht mehr übernimmt.

Schulweg neben der Landstraße

Der Weg, den Jonas ab September laufen müsste, führt 700 Meter an einer Landstraße vorbei. Er ist durch eine Leitplanke von der Straße getrennt, wird von Radfahrern und Fußgängern genutzt und ist beleuchtet. Allerdings gibt es dort nur einen eingeschränkten Winterdienst. Darin sehen die Eltern eine Gefahr, die Polizei hingegen nicht. Der Vater sagt: „Da ist ja niemand. Wer sollte dort Hilfe holen, wenn mal etwas passiert?“

Anders ist es im Ort selber. Am Ortseingang ist die Straße verbreitert, es gibt Haltebuchten für die Busse. Kurz dahinter ist die in den Ortsteil führende Straße trichterförmig ausgeweitet. Aufgrund der „Überbreite“ eine problematische Stelle, wie die Polizei und der Bürgermeister feststellen. Zudem gibt es in Oppershofen nur in der Ortsmitte eine Ampel. Auch das ist laut Polizei und Bürgermeister eine Gefahr für die Schüler. Zudem gebe es zu dem Gehweg nach Rockenberg keinen durchgehenden Bürgersteig.

„Wie kann die VGO behaupten, dass der Weg ungefährlich sein soll, obwohl ihr Stellungnahmen vorliegen, die auf dem Weg besondere Gefahren sehen?“, fragen die Heidrichs. „Die ganze Vorgehensweise macht auf uns den Eindruck, dass hier Einsparungen vorgenommen werden, die zu Lasten der Sicherheit unserer Kinder gehen.“

Die VGO weist in ihrem Schreiben an die Eltern darauf hin, dass sie sich die Entscheidung vorbehalten hat: „Nach Abwägung der Stellungnahmen hat die VGO für jeden Einzelfall die Entscheidung getroffen“, heißt es darin. Im Fall Oppershofen sieht die VGO laut Sprecher Sven Rischen keine Gefahr, weil es immer auf einer der beiden Straßenseiten einen ausreichend breiten Gehweg gibt. Das reiche. Und die breite Straße am Ortsausgang sei nicht gefährlich, „weil sie im Sinne des Gesetzes nicht viel befahren“ sei.

Heidrichs haben Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt. Haben sie keinen Erfolg, werden sie die 270 Euro für die Jahreskarte wohl zahlen. Oder den Jungen erstmal mit dem Auto zur Schule fahren. „Ich will ihm den Weg nicht zumuten“, sagt Vater Heidrich. Schließlich sei der Stepke mit dem Schulranzen auch ziemlich bepackt.

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