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Investor Kling vor dem einstigen Verwaltungsgebäude.
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Investor Kling vor dem einstigen Verwaltungsgebäude.

Karben

Sanierung für Dornröschen

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Bald beginnt die Sanierung auf dem Taunusbrunnen-Gelände. Investor Bruno Kling hat große Pläne. Er will die alten Gebäude nicht nur wieder in Schuss bringen, sondern auch ganz neue bauen. Bis es so weit ist, werden aber wohl noch zwei Jahre vergehen.

Für Bruno Kling ist das Taunusbrunnen-Gelände wie „Dornröschen, das man wachküssen muss“. Zwar ist das rund 14 000 Quadratmeter große Areal nicht von einer Dornenhecke umgeben und der Brunnenbetrieb ruht bloß 50 Jahre. Doch dem Grundstück, den denkmalgeschützten Gebäuden, der Zufahrtsstraße und dem kleinen Wäldchen, das der Investor 2012 von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft erwarb, sollen gleichwohl rosige Zeiten bevorstehen. Einen „morbiden Charme“ habe es jetzt schon.

Was der Immobilienunternehmer meint, lässt sich erahnen, wenn man das alte, inzwischen entkernte Pförtnerhäuschen erblickt. Alte Holzfenster, tönerne Biberschwanz-Ziegel, Lehmputz – alles in einem desolaten Zustand, aber nicht mehr lange. Noch im Februar will Kling mit der Sanierung des Baus am Eingang beginnen. Er rechnet mit Kosten von mindestens einer Viertelmillion Euro. „Teurer als ein Neubau der Spaß“, sagt er.

Piazza zum Frühschoppen

In das Haus mit 100 Qudratmetern Wohnfläche könne zum Beispiel ein Ehepaar oder eine Kleinfamilie einziehen. Denkbar sei, dass diese dann eine Art Hausmeisterfunktion für das Gelände übernehme. Bis Ende des Jahres soll das Gebäude bezugsfertig sein. Die Sanierung ist der erste kleine Schritt zum „anspruchsvollen gesamtstädtebaulichen Ensemble“, wie es sich die Stadt erhofft.

Auch für das frühere im Schweizerstil erbaute Verwaltungsgebäude gibt es schon Ideen. Im Erdgeschoss will Kling Gewerbe ansiedeln, Gastronomie vielleicht. Interessenten hätten sich bereits gemeldet. Im Nebentrakt könnten Büros entstehen. Der Platz davor könne für Veranstaltungen dienen. „Eine Piazza, zum Beispiel für gelegentliche Jazz-Frühschoppen.“ Noch wuchert dort aber das Unkraut, liegen Baumaterialen umher. Immer wieder habe es in jüngster Zeit auch Vandalismus gegeben. Graffiti wurden gesprüht, Fensterscheiben der Werkshallen eingeschmissen.

Zurzeit nutzt sie eine Supermarkt-Kette als Lager. Ihre künftige Gestalt ist noch unklar. Kling hat verschiedene Ideen. Es sei mal eine Event-Halle angedacht gewesen, auch eine Aufteilung in mehrere Bereiche komme in Betracht. Das Spektrum reicht von Vorlesungen und Musikveranstaltungen über eine Künstlerwerkstatt hin zu Loft-Büros.

Acht Wohnblöcke

Zusätzlich zu den Flächen des eigentlichen Brunnenbetriebs erwarb die Immobilienagetur, die Kling zusammen mit seinem Bruder Norbert führt, im vergangenen November von der Stadt das Areal unterhalb des Geländes. Es ist 8900 Quadratmeter groß und im Regionalen Flächennutzungsplan als Ackerland ausgewiesen. Die Stadt führt deswegen Gespräche mit dem Regionalverband. Dieser muss den Acker zu Bauland umwidmen. Dafür will die Stadt in anderen Ortsteilen auf eben solches verzichten.

Acht Häuser mit Eigentumswohnungen hat das Friedberger Architekturbüro Frielinghaus im Auftrag von Kling auf dem jetzigen Acker geplant: cirka zehn Wohnungen in jedem Gebäude bei drei Geschossen plus Penthaus. „Etwas Modernes“ soll es sein, „das die alte Industriearchitektur des Taunusbrunnens ergänzt“, so Kling. Ob die Bebauung aber genau diese Gestalt haben wird, hängt auch von der Stadt ab. „Es kommt darauf an, was man uns genehmigt“, sagt der Unternehmer.

In den kommenden fünf bis sechs Wochen will Kling noch ein weiteres rund 8200 Quadratmeter großes Gelände Richtung Brunnenstraße kaufen. Das gehöre einer Privatperson aus Hofheim. Den Bebauungsplan soll es dann für das gesamte Gebiet geben. In einem Jahr, hofft er, könne der vorliegen. „Ich will zügig anfangen den B-Plan mit der Stadt zu erstellen.“ Baubeginn könne in ungefähr zwei Jahren sein. Dann neigen sich die Sanierungsarbeiten vielleicht schon dem Ende zu und Dornröschen ist kurz davor aufzuwachen.

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