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Gewählter SPD-Landtagskandidat Jochen Schmitt mit Ersatzkandidatin Elisa Scaramuzza.
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Gewählter SPD-Landtagskandidat Jochen Schmitt mit Ersatzkandidatin Elisa Scaramuzza.

Rosbach

Viel Harmonie bei der SPD

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Eine Kampfabstimmung bleibt aus: Die SPD schickt den Karbener Jochen Schmitt in die Landtagswahl. Die 21 Jahre alte Juso-Chefin Elisa Scaramuzza ist Ersatzfrau.

Der Bad Vilbeler Genosse Udo Landgrebe wollte sich bei der Wahlkreiskonferenz auf einen Tipp nicht festlegen lassen. „Die Tagesform entscheidet“, sagte er. Danach hätte Wolfgang Dittrich aus Niddatal der gefühlte Sieger sein müssen. Faktisch wurde es der Karbener Jochen Schmitt, der von 38 gültigen Stimmen 21 auf sich vereinen konnte. Er will am 22. September für die SPD im Wahlkreis 25 (Wetterau-Süd) ein Landtagsmandat erringen.

Der Begriff Kampfkandidatur war am Mittwochabend in der Rosbacher Adolf-Reichwein-Halle unangebracht. Dass es äußerst friedfertig zwischen Dittrich und Schmitt zugehen würde, hatte Joachim Arnold, Vorsitzender der SPD Wetterau, aber schon zu Beginn durchscheinen lassen. Bei der Tour durch alle Ortsvereine im Kreis seien die beiden Kandidaten harmonisch miteinander umgegangen, so Arnold. Er teilte den Delegierten zudem mit, dass der Vorstand keine Empfehlung abgebe.

Selbst in der Aussprache gab es kein Für und Wider von den Delegierten und überhaupt nur einen Redebeitrag. Der kam von Stefan Lux. Schnell lief der Bundestagsbewerber wortgewaltig zur Hochform auf. Aber auch er trug nicht zur offenen Meinungsbildung bei, sondern verlor sich nach wenigen Sätzen in seiner Wahlrede.

Keine Polarisierung

Vielleicht waren es auch die rund 15-minütigen Vorstellungen, die die Delegierten aus den Ortsvereinen von Friedberg bis Bad Vilbel nicht so richtig zu polarisieren vermochten. Schmitt wagte den Rundumschlag mit den Schwerpunkten auf Kinderbetreuung, Bildung und Finanzen, und er erhob Vorwürfe gegen die Politik der CDU/FDP-Landesregierung.

Der Karbener Ex-Stadtrat und jetzige Verwaltungsangestellte der Stadt Rüsselsheim versprach zudem, die Landesentwicklung voranzutreiben. Für jede Gemeinde solle es hierzu ein Fünf-Jahresprogramm geben, welches alle Generationen einbeziehe. Hierfür erhielt er anerkennenden Applaus, während Phrasen wie „Wir starten durch“, zumal mit wenig Leidenschaft vermittelt, hingegen mit einem schwachen und müden Beifall quittiert wurden.

Auf die traditionellen Werte richtete der Kontrahent Wolfgang Dittrich den Fokus seiner Vorstellung. Arbeit, Bildung und Gerechtigkeit und eine „Politik mit Verstand und Herz“ forderte er. Man fühlte sich etwas zurückversetzt in die Ära Willy Brandts und Herbert Wehners.

Dem 46-Jährigen darf man unterstellen, die Probleme zu kennen. Er arbeitet als Leiter für den Allgemeinen Sozialen Dienst des Wetteraukreises. Die Agenda 2010 mit ihren Hartz-IV-Gesetzen würde er zur Agenda Soziale Gerechtigkeit umbauen. Und er betonte nur angetreten zu sein, weil Udo Landgrebe auf eine erneute Kandidatur verzichtet habe.

Soziale Gerechtigkeit forderte auch die 21 Jahre alte Juso-Chefin Elisa Scaramuzza, aber mit entschieden mehr rhetorischer Hingabe und Facettenreichtum. Ihre Anwärterschaft auf die Ersatzkandidatur unterstrich sie unter anderem mit der Forderung nach einem „jungen und modernen Wahlkampf“.

Der „Lena-Effekt“

Die Studentin entfachte unter den Genossen eine angeregte Debatte. Die einen sahen in Dittrich ob seiner Erfahrung das Gegengewicht zum CDU-Kandidaten Tobias Utter, die anderen schwärmten von der „jungen, progressiven Politik“ Scaramuzzas. Der Friedberger Bernhard Bicking sprach gar von einem „Lena-Effekt“ für die SPD und meinte: „Die Frau geht ab!“

Die 21-Jährige gewann die Wahl mit nur einer Stimme Vorsprung, und Dittrich verzichtete auf eine Stichwahl. Somit wird die Friedbergerin mit Schmitt in den Wahlkampf ziehen.

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