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Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht durch die Innenstadt.
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Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht durch die Innenstadt.

Rosbach

Schülerin aus der Wetterau stirbt an Meningitis

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Das achtjährige Mädchen hat sich eine Hirnhautentzündung zugezogen. Die Wahrscheinlichkeit für weitere Fälle ist laut Gesundheitsamt gering.

Eine acht Jahre alte Schülerin aus Rosbach im Wetteraukreis ist am Dienstag an den Folgen einer Hirnhautentzündung gestorben. Dies teilte die Kreisverwaltung gestern mit. Die Eltern der Mitschüler wurden aufgefordert, sich an einen Kinderarzt zu wenden. Der Kreis informierte sämtliche Kinderärzte in Bad Nauheim, Friedberg und Friedrichsdorf. Es werde eine medikamentöse Vorsorge für alle Menschen empfohlen, die zu der Schülerin der Kapersburgschule Kontakt hatten, empfahl das Gesundheitsamt.

„Die medikamentöse Prophylaxe ist für eine ausgewählte Gruppe aus Vorsichtsgründen gegeben worden“, sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Reinhold Merbs, am Mittwoch.

Merbs geht davon aus, dass rund 40 Schüler engeren Kontakt zu der Erkrankten gehabt hätten. Dazu zählten die Kinder aus ihrer Klasse sowie die Schüler eines Ethik-Kurses, den das Mädchen letzte Woche besuchte. Außerdem gehörten fünf Lehrer zu diesem Kreis. Dass sich jemand angesteckt haben könnte, hielt Merbs indes für „extrem unwahrscheinlich“. Außerdem seien bislang keine weiteren Verdachtsfälle gemeldet worden. Und es werde mit jedem weiteren Tag unwahrscheinlicher. Der Unterricht an der Schule habe deshalb auch weitergehen können.

Das Mädchen besuchte die zweite Klasse der Kapersburgschule, einer Grundschule mit etwa 300 Schülern im Stadtteil Ober-Rosbach. Vergangenen Donnerstag hatte sie einer Lehrkraft gegenüber geäußert, dass es ihr nicht gutgehe. Das berichtet die Leiterin des Staatlichen Schulamtes für den Hochtaunuskreis und den Wetteraukreis, Rosemarie zur Heiden. „Sie hat über starke Kopfschmerzen geklagt.“

Die Eltern mussten das Mädchen aus der Schule abholen. Nachdem die Beschwerden zunahmen, wurde am Freitag der ärztliche Bereitschaftsdienst in Bad Nauheim konsultiert. Dieser veranlasste, dass die Schülerin in die Universitäts-Kinderklinik in Gießen kam. Am Dienstag meldete die Klinik dem Gesundheitsamt, dass es sich bei der Erkrankung um eine Meningokokken-Meningitis handele. Meningokokke heißt der bakterielle Erreger.

Die Meningitis ist laut Gesundheitsamt meldepflichtig. Die Erreger könnten beispielsweise durch Husten oder Niesen übertragen werden. Zu den Symptomen zählten Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen und Erbrechen. Werde die Krankheit frühzeitig erkannt, könne sie mit Antibiotika behandelt werden. Sie trete vor allem bei Kindern auf.

Laut Mediziner Merbs komme sie in Deutschland nur sporadisch vor. Im Wetteraukreis habe es zuletzt 2014 einen Fall gegeben, als ein Lehrer an einer Schule an Meningitis erkrankt war. Verdachtsfälle kämen indes häufiger vor, „fast wöchentlich“, so Merbs.

Der Leiter der Rosbacher Grundschule, Holger Frieß, äußerte sich am Mittwoch betroffen über den Tod der Schülerin. „Das ist keine Woche wie jede andere“, sagte er. Der Unterricht werde an die Bedürfnisse der Schüler angepasst. Frieß informierte die Eltern gestern überdies in einem Elternbrief und via E-Mail über das Geschehen. In der Klasse des verstorbenen Mädchens kamen der Schulamtsleiterin zufolge am Mittwoch acht Kinder zum Unterricht.

Sechs Psychologen des Staatlichen Schulamtes suchten am Mittwoch und am Dienstag die Schule auf, um mit Kindern und Lehrern über den Todesfall zu sprechen. Es sei darum gegangen, Lehrkräften zu zeigen, wie sie die schlimme Nachricht vermitteln könnten, sagte Schulpsychologin Christine Stanzel. Zudem habe man versucht, „Bewältigungsstrategien“ bei den Schülern zu aktivieren. „Du warst früher schon mal traurig, was hast du da gemacht?“, erklärte Stanzel die Herangehensweise. Die Situation dort sei den Umständen entsprechend. „Stark verängstigte, stark emotionsgeladene“ Kinder habe sie nicht wahrgenommen, sagte Stanzel am Mittwoch.

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