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Rosbach

Bürger in Bewegung

Als einzige Kommune Hessens kämpft Rosbach vor der Höhe um den Titel "Deutschlands aktivste Stadt". Der Magistrat sucht Teilnehmer jeder Art - je mehr Teilnehmer belegen können, wie sportlich die drei Stadtteile sind, desto höher kann Rosbach punkten.

Von Peter Hauff

Ein seltsamer Schilderkampf tobt zurzeit auf Straßen in Rosbach und Rodheim. Neben allgegenwärtigen Allgemeinplätzen auf Werbeplakaten zur Bundes- und Landtagswahl winkt im Wind jetzt auch der Slogan „Rosbach aktiv!“ Es geht um Sport.

Als einzige Kommune Hessens kämpft Rosbach vor der Höhe um den Titel „Deutschlands aktivste Stadt“. Die Stadtverwaltung setzt dabei vor allem auf Firmensport. Nach der erfolgreichen Vorrunde seien jetzt noch elf Mitbewerber zu besiegen, hat Bürgermeister Thomas Alber (parteilos) gestern der Öffentlichkeit mitgeteilt. Ob die Stadt im nächsten Herbst in dem dann folgenden Zweikampf bei einem Sportfest gegen eine andere Kleinstadt antreten darf, muss sich bis 30. September erweisen. Dann ist Einsendeschluss.

Ausrichter des bundesweiten Wettbewerbs sind der Deutsche Sportbund und der größte Limohersteller der Welt, Coca Cola. „Wir halten uns sehr dezent im Hintergrund“, versprach vorsichtshalber schon einmal die Marketingbeauftrage des Unternehmens, Caroline Scholl.

Vereine am Startblock

Jetzt werden Mitmacher jeder Art gesucht. Zehn Sportvereine mit ungefähr 6000 Mitgliedern kann die Stadt ins Feld führen; hinzu kommen noch einmal rund 1500 Kunden örtlicher Fitnessstudios. Je mehr Teilnehmer auf die Beine gebracht werden, die mit Bewegungsangeboten belegen können, wie sportlich fit die Bewohner aller drei Stadtteile sind, desto höher kann Rosbach punkten.

Bürgermeister Alber will die Bewerbung für das Finale von „Mission Olympic“, wie der Wettbewerb heißt, mit einem Landesprogramm für mehr Gesundheit in hessischen Unternehmen verbinden. Schirmherr ist das Innenministerium.

Wiesbaden bezuschusst dabei eine Studie über Fitness von Mitarbeitern in Unternehmen. Zehn Rosbacher Firmen nehmen ab September teil. Großfirmen wie REWE oder MacDonalds, die in der autobahnnahen Stadt ihre Lieferzentren haben, wurden schon abgesprochen.

Deren Mitarbeiter soll ein Rosbacher Sportstudio für die Fitnessstudie im Training begleiten. Vorher und danach werden die Angestellten auf Herz und Nieren getestet. Je nach Kondition soll sich ihr rechnerisches Lebensalter dann dank Bewegungsprogramm verjüngt haben. Die Sportstunden in der Firma sind kostenlos und dauern acht Wochen.

Schlummernde Reserven

In die Waagschale wirft Rosbach aber auch seinen Volkslauf, der dieses Jahr am 28. September startet. Mit fast 700 gemeldeten Startern über unterschiedliche Strecken von 200 Metern bis hin zum Halbmarathon erzielte die Ausgabe des Vorjahres mit einer fast zehnprozentigen Zunahme einen Teilnehmerrekord. Auch das Jugendfußballturnier bringt Bürger inner- und außerhalb Rosbachs jedes Jahr auf die Beine. Falls Rosbach im Finale landet, schenkt Sponsor Coca Cola der Stadt für solche Sportereignisse 20 000 Euro.

Großveranstaltungen und der Vereinssport sind nicht alles. Was in den Kindergärten, Schulen und Altersheimen geschieht, sei nicht minder wichtig, sagt Jörg Wulf, Vorsitzender des Sportkreises Wetterau: „Das Angebot und die Nachfrage von Bewegungsangeboten für Demenzgruppen wächst rasant.“ Der benachbarte KSV Klein-Karben hat bei solchen Angeboten allerdings auch schon erlebt, dass mit der Ansprache so neuer Zielgruppen plötzlich unbekannte Probleme auftauchen: „Schwierig gestaltet sich zum Beispiel der Transport dementer Menschen, der schon an Zugangstreppen scheitern kann“, schildert Wulf. Hinzu kämen auch etwa unklare Haftungsfragen.

Weitere Ideen, wie Rosbachs Bürger in Bewegung kommen, soll am 28. August um 19 Uhr ein öffentlicher Infoabend in der Adolf-Reichwein-Halle bringen.

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