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Das Logo von Rewe (Symbolbild).

Rewe in Wölfersheim

Rewe benötigt Platz für 200 Lastwagen

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Das Konzept zum Bebauungsplan für das geplante Rewe-Logistikzentrum in Wölfersheim (Wetterau) wird im Bauausschuss vorgestellt. Die Grünen sehen danach noch offene Fragen.

Erstmals wurde am Mittwochabend im Bauausschuss zum umstrittenen „Logistikpark Wölfersheim A45“ öffentlich die Konzeptstudie vorgestellt, die die Gemeinde im Rahmen der Bauleitplanung in Auftrag gegeben hat. Zudem wurde nochmals auf Einwendungen zum Bebauungsplan eingegangen. Auf dem 30 Hektar großen Gelände will die Rewe Group Mitte ein Zentrallager errichten, weil die Lager in Rosbach und Hungen zu klein geworden sind, heißt es. Widerstand gegen den Neubau regt sich bei den Grünen und einer Bürgerinitiative Bürger für Boden, die jetzt einen Rechtshilfefonds eingerichtet hat, um Geld zur Unterstützung von Privatklagen zu sammeln. Der BUND klagt bereits gegen das Projekt.

Die Fläche westlich der A45 bei Berstadt wird zu 80 Prozent überbaut, teilte Elisabeth Schade vom Büro Planes mit. Neben dem Gebäude werden Stellflächen für mehr als 200 Lastwagen und mehrere Hundert Autos benötigt. Das Regenwasser von der gewaltigen Dachfläche soll ins Grundwasser und den Waschbach laufen, als Puffer dient eine 6000 Kubikmeter fassende Zisterne.

„Wir bilden uns nicht ein, das Gebäude verstecken zu können“, sagte Schade zum Landschaftsbild. Die Fassadegestaltung werde daher zurückhaltend ausfallen. Laut Rewe wird das Lager einen Umriss von 675 auf 175 Meter besitzen und eine Höhe von bis zu 35 Meter einnehmen, dies ist eine vorläufige Dimensionsvorstellung. Rewe-Sprecherin Anja Krauskopf sagte der FR, dass das Gebäude von 87 500 auf 100 000 Quadratmeter erweitert werden kann. Der Naturausgleich erfolgt auf 4,2 Hektar Acker am zwei Kilometer entfernten „Am Schwarzenberg“. Rebhuhn und die Feldlerche sollen dort ein neues Brutrevier finden, so Jochen Karl vom Büro IBU. Ein Bauer bewirtschaftet die Fläche nach altem 3-Felder-Prinzip ohne Pestizide. Dass erhöhe das Futterangebot und locke die Vögel an.

Als zäher Nachfrager im Ausschuss erwies Michael Rückl (Grüne). Für ihn war der Regenwasserverbleib, der Lärmschutz und das Verkehrsaufkommen im Konzept zum Bebauungsplan, über den am 10. Dezember die Gemeindevertreter abstimmen, entweder unzureichend erläutert, widersprüchlich oder ohne Gutachten. Sein Antrag, die Punkte nachzuarbeiten wurde abgelehnt.

Stimmen die Gemeindevertreter für den B-Plan, kommt es zu einer Offenlage (21. Dezember bis 1. Februar 2019) und am 18. Dezember, ab 19 Uhr, zu einer Bürgerinformation in der Mehrzweckhalle Berstadt. Gemeinde, Gutachter und Vertreter der Rewe stellen sich den Bürgern. Es wird auch eine Visualisierung des Projektes gezeigt.

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