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Der Bereitschaftsdienst in Bad Vilbel hat Anfang des Monats geschlossen. Patienten werden nach Frankfurt verwiesen.
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Der Bereitschaftsdienst in Bad Vilbel hat Anfang des Monats geschlossen. Patienten werden nach Frankfurt verwiesen.

Bad Vilbel Notdienst

Rettungsversuch für Notdienst

  • Claudia Isabel Rittel
    VonClaudia Isabel Rittel
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Die Bad Vilbeler Bürger sollen künftig ihre Erfahrungen mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst in Frankfurt, der seit dem 1. Juli für Bad Vilbel zuständig ist, mitteilen können. Dazu solle der Magistrat mit Ärzten und Apotheken in Bad Vilbel zusammenarbeiten, fordert das Parlament.

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Es ist kein tragbarer Zustand, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst in Bad Vilbel zum 1. Juli geschlossen wurde – dieser Überzeugung sind alle Bad Vilbeler Stadtverordneten. Und um diesen Zustand zu ändern, haben sie den Magistrat dazu aufgefordert, „sich weiterhin für den Erhalt des ärztlichen Notdienstes in Bad Vilbel einzusetzen“. Einen entsprechenden Antrag verabschiedete das Stadtparlament am Dienstagabend einstimmig.

Demnach soll der Magistrat nun erneut „Gespräche mit allen Beteiligten führen und deutlich machen, dass eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung der Bad Vilbeler Bürgerinnen und Bürger vermieden werden muss“, heißt es darin.

Um ein klareres Bild von den Auswirkungen der bereits zum 1. Juli vollzogenen Veränderung beim Bereitschaftsdienst zu bekommen, soll der Magistrat zudem in Zusammenarbeit mit Ärzten und Apotheken den Bürgern die Möglichkeit geben, von ihren Erfahrungen mit dem Bereitschaftsdienst in Frankfurt zu berichten.

Im März war bekannt geworden, dass die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Notdienst-Zentrale in Bad Vilbel schließen wollte. Dass dies aber schon im Juli vollzogen würde, war damals nicht abzusehen. „Es hat mich bedrückt, wie schnell die KV hier Fakten geschaffen hat“, sagte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) am Dienstagabend.

Es sei ihm nicht verständlich, dass sich die Ärzte-Vereinigung dabei auf eine Vorschrift berufe, die Ärzten im ländlichen Raum nicht noch mehr Arbeit auferlegen wolle. Aus diesem Grund nämlich sei die Grenze von mindestens 50 Ärzten pro Bereitschaftsdienstbezirk eingeführt worden. In Bad Vilbel gebe es 44 Ärzte.

"Mehr Kosten für Kreis"

Die Bad Vilbeler Ärzteschaft hatte mehr als 20 Jahre lang den Bereitschaftsdienst organisiert. Jetzt ist die nächste Bereitschaftsdienstzentrale im Bürgerhospital im Frankfurter Nordend, ergibt ein Anruf bei der hessenweiten Notfallnummer 116 117. Zudem gebe es die Optionen, nach Bad Nauheim, nach Offenbach oder in die Mainzer Landstraße in Frankfurt zu fahren.

Stöhr betonte gegenüber den Stadtverordneten, er bemühe sich um Klärung mit der KV. Außerdem sei er im Gespräch mit den Bürgermeistern anderer betroffener Kommunen. Er prophezeite, dass diese Veränderung zu vermehrten Kosten für den Kreis führen werde, da Patienten vermehrt Notfall-Nummern wählen würden und damit die Leitstellen belastet würden.

Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU) betonte, dass der Druck der Bürgerschaft und ein klares Votum des Parlaments für die Verhandlungen von Bedeutung seien. „In der Anfangsphase hat uns das Gewicht gefehlt.“ Der ursprüngliche Antrag, den die CDU schon am 27. März formuliert hatte, war zwar am 8. April mit überwiegender Mehrheit und nur gegen die Stimmen der Grünen als Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung genommen worden. Wegen der Regelung, dass nach 22 Uhr keine neuen Tagesordnungpunkte mehr aufgerufen werden, wurde er jedoch nicht mehr diskutiert. Das gleiche geschah in der Sitzung am 3. Juni.

Laut CDU-Fraktionschefin Irene Utter liegen inzwischen rund 6000 Unterschriften gegen die Schließung des Bereitschaftsdienstes vor.

Ob Stöhr und Frank Erfolg mit ihren Bemühungen haben werden, für die sie nun auch den Rückhalt des Parlaments haben, steht jedoch in Frage. In einem Schreiben an den Seniorenbeirat stellte die KV am 15. Juli unmissverständlich klar, „dass der Vorstand der KV seine Entscheidung nicht zurücknehmen wird“.

Weiter heißt es darin: „Uns ist durchaus bewusst, dass sich in Bad Vilbel eine bürgernahe und komfortable medizinische Versorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten etabliert hatte. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass unser Maßstab hier lediglich eine ausreichende und zweckmäßige Versorgung sein kann“.

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