Elektro-Mobilität in Bad Nauheim

Elektroautos gemeinsam nutzen

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Autofahrer in Bad Nauheim (Wetterau) können sich ab November an den Wochenenden zwei Elektroautos teilen. Anbieter des E-Carsharings sind die Stadtwerke.

Autofahrer in Bad Nauheim können sich ab November an den Wochenenden zwei Elektroautos teilen. Während die beiden Renault Zoe der neuesten Generation mit mehr als 250 Kilometern Reichweite an Werktagen von Mitarbeitern der Stadtwerke und der Stadtverwaltung genutzt werden, stehen sie von Freitagabend, 17 Uhr, allen zur Verfügung. Ein Fahrzeug befindet sich vor dem Gebäude der Stadtwerke (Hohe Straße), ein weiteres vor dem Rathaus (Parkstraße).

Anbieter des E-Carsharings in Bad Nauheim sind die Stadtwerke. Kooperationspartner ist das Unternehmen mobileeee. Wer das Angebot nutzen möchte, muss sich im Internet registrieren, und eine App herunterladen. 

Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) und Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Drausnigg haben das Projekt am Mittwoch vorgestellt. „Um den Klimaschutz voranzubringen, brauchen wir klimaneutrale und praktische Lösungen für den Verkehrssektor“, sagte Drausnigg. Seit wenigen Wochen gibt es eine Ladesäule am Rathaus. Außerdem betreiben die Stadtwerke je eine Stromtankstelle an der Hohen Straße und auf dem Parkplatz des Hotels Lindemann an der Frankfurter Straße. Noch würden die Fahrzeuge an jenen Standorten nicht mit Ökostrom betankt, so Drausnigg. Es handele sich dort um einen „normalen Strommix mit einem Teil Kernkraft und einem Teil Braunkohle“. Man prüfe jedoch Möglichkeiten in der Nähe Photovoltaik zu installieren. 

Lob für das Projekt gibt es von Diethardt Stamm, dem Vorstand der Mittelhessischen Energiegenossenschaft. Die Aufteilung zwischen öffentlicher und privater Nutzung sei eine „sinnvolle Variante“. Noch besser wäre es, so Stamm, wenn man an den Ladesäulen Strom tanken könnte, den die Stadtwerke selbst aus erneuerbaren Energien produzierten. 

Eine Initiative, die dem Bad Nauheimer Modell ähnelt, gab es kürzlich auch anderswo. Die Linkspartei brachte im August einen Antrag in die Verbandsversammlung des Zweckverbands Oberhessische Versorgungsbetriebe ein. Er lautete: „Die im Konzern vorhandenen E-Mobile werden der Bevölkerung an den Wochenendtagen zu einem günstigen Preis zur Verfügung gestellt.“ Eine große Mehrheit war dagegen.

Bis Ende Februar 2019 soll das E-Carsharing zunächst in einer Testphase laufen. „Je nach Rückmeldung planen wir, die Flotte und die Standorte auszuweiten.“ Eventuell werde man dann nochmal die Preise ändern. So wird zum Beispiel zunächst eine Stunde sechs Euro kosten – zehn Kilometer inklusive. Der Tagestarif ist erst einmal für 50 Euro zu haben – 100 Kilometer inklusive.  

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