Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hochspannungsmasten dieser Bauart könnte Hessen durchziehen, wenn Suedlink kommt.
+
Hochspannungsmasten dieser Bauart könnte Hessen durchziehen, wenn Suedlink kommt.

Main-Kinzig

Rätselraten um Stromtrasse

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
    schließen

Endgültiger Verlauf von Suedlink noch unklar / Wenig Informationen.

Möglicherweise wird in den nächsten Jahren der östliche Zipfel des Kreisgebietes eine neue, weit sichtbare und vor allem umstrittene Landmarke erhalten. Die 800 Kilometer lange Stromleitung mit dem Projektnamen Suedlink wird die Gemarkung von Sinntal tangieren – zumindest nach dem vorliegenden Trassenplan.

Der an der norddeutschen Küste produzierte Windstrom soll darüber zu den Verbrauchern im Süden transportiert werden. Vertreter von Behörden sowie der Netzunternehmen Tennet und TransnetBW stellten den Trassenkorridor am Dienstag in Kassel den Landräten und Bürgermeistern vor. Der Antrag auf die Genehmigung soll im Herbst gestellt werden.

Hessens Umweltminister Tarek Al-Wazir (Grüne) erklärte in Kassel: „Transparenz und Bürgerbeteiligung sind unerlässlich für das Gelingen der Energiewende.“ Deutschland soll von Schleswig-Holstein bis Bayern mit bis zu 75 Meter hohen Stahlgittermasten durchzogen werden, an denen Leitungen hängen, durch die 500 000 Volt Gleichspannung fließt.

Proteste gibt es bereits

In den Kommunen und Landkreisen rund um das Sinntal laufen die Bürger bereits seit Wochen Sturm gegen das Vorhaben. In der Gemeinde Sinntal gibt man sich hingegen noch skeptisch abwartend. Informationsveranstaltungen der Tennet in anderen Orten waren von Protesten begleitet.

Zudem werden Unterschriften gegen die Höchstspannungstrasse gesammelt. Von den 3000 schriftlich gestellten Anfragen aus der Region beziehe sich jede zweite auf den Verlauf des Korridors, teilte Tennet-Pressesprecherin Ulrike Hörchens auf Anfrage mit. Andere Schwerpunkte bildetendie Wirkung der Stromautobahn auf den Lebensraum und die Gesundheit.

Hörchens betonte, dass die Höchstspannungstrasse innerhalb eines einen Kilometer breiten Korridors verlaufen werde. Die genaue Leitungsführung stehe noch nicht fest. Hier befinde sich die Tennet noch in einer Vorplanungsphase. Die Unternehmenssprecherin erklärte, dass die von den Gegnern geforderten Erdkabel wegen der deutlich höheren Kosten nur in sensiblen Bereichen verlegt würden, etwa in Siedlungs- oder Naturschutzgebieten.

Die Hochspannung unter die Erde verbannen, das wünschten sich auch die Menschen in Sinntal, sagt Hauptamtsleiter Eckhart Michna, der den im Urlaub weilenden Bürgermeister vertritt. Tennet habe jedoch hierzu bislang keine Angaben gemacht. Immerhin sieht Michna einen erhebliche Beeinträchtigung von FFH- und Naturschutzgebieten.

Zwei mögliche Varianten

Auch hinsichtlich der Trassenführung herrsche trotz Nachfrage immer noch Unklarheit. „Wird die Trasse entlang der Autobahn 7 gezogen, würde dies Sinntal kaum tangieren. Die Gemeinde wäre hingegen voll betroffen, sollte die Trasse entlang der Bahnlinie entstehen“, sagte Michna. Die Bahn-Variante kursiere immer wieder als Alternative in Diskussionen.

Aber auch hierzu gebe es von Tennet keine Aussage. Es werde lediglich auf den noch frühen Planungsstand verwiesen, so auch am Dienstag in Kassel, wo Michna die Gemeinde vertrat. „Wir werden wachsam sein müssen, was in den nächsten Monaten geschieht“, so Michna.

Abwarten heißt es ebenfalls im Landratsamt. Pressesprecher John Carsten Mewes sagte, die Informationen, die es in Kassel gegeben habe, sollen nun intern ausgewertet werden. Mewes erklärte, dass der Kreis von Tennet nicht besser über die konkrete Planung in Kenntnis gesetzt worden sei als andere Landkreise und Kommunen.

Mehr Klarheit von der Tennet fordert auch der Grünen-Kreistagsfraktionschef Reiner Bousonville, der Suedlink grundsätzlich befürwortet. Es sei aber zu vermuten, dass ein deutlich größerer Korridor im Main-Kinzig-Kreis von der Planung betroffen sei, als ursprünglich geplant, notiert er in einer Mitteilung. Dies wäre dann der Fall, wenn Bayern seine Fläche für das Biosphärenreservat Rhön ausweiten würde.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare